Chrysen

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Strukturformel
Struktur von Chrysen
Allgemeines
Name Chrysen
Andere Namen
  • Benzo[a]phenanthren
  • 1,2-Benzophenanthren
Summenformel C18H12
CAS-Nummer 218-01-9
PubChem 9171
Kurzbeschreibung

farblose, rhombische Kristalle mit blauer Fluoreszenz[1]

Eigenschaften
Molare Masse 228,29 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,274 g·cm−3 (20 °C)[2]

Schmelzpunkt

256 °C[1]

Siedepunkt

448 °C[1]

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 350​‐​341​‐​410
P: 201​‐​273​‐​281​‐​308+313​‐​501 [4]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [5] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
Giftig Umweltgefährlich
Giftig Umwelt-
gefährlich
(T) (N)
R- und S-Sätze R: 45​‐​50/53​‐​68
S: 53​‐​45​‐​60​‐​61
Toxikologische Daten

1000 mg·kg−1 (LD50Mausi.p.)[6]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Chrysen ist ein polycyclischer aromatischer Kohlenwasserstoff, der aus vier kondensierten Benzolringen besteht.

Vorkommen[Bearbeiten]

Chrysen kommt im Stein- und Braunkohlenteer, in dem organischen Mineral Curtisit sowie im Tabakrauch vor. Es entsteht außerdem bei unvollständiger Verbrennung.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Chrysen zeigt im UV-Licht eine starke Fluoreszenz.[2] Der logarithmierte Oktanol-Wasser-Verteilungskoeffizient log Kow von Chrysen beträgt 5,9.[7]

Verwendung[Bearbeiten]

Es dient zur Herstellung von UV-Filtern, Sensibilisatoren und Farbstoffen.

Aufgrund seiner blauen Fluoreszenz ist es auch zur Markierung von Objekten geeignet.

Biologische Wirkung[Bearbeiten]

Chrysen wirkt im Tierversuch ebenso wie die meisten PAKs karzinogen. Für im Wasser lebende Organismen ist Chrysen sehr giftig und kann von ihnen durch Bioakkumulation angereichert werden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c J. Falbe, M. Regitz (Hrsg.): Römpp Lexikon Chemie. 10. Aufl., Thieme, Stuttgart u. New York, 1996–1999. S. 747.
  2. a b c d e f g  Susan Budavari (Hrsg.): The Merck Index. 12 Auflage. Merck & Co., Whitehouse Station, New Jersey, USA 1996, ISBN 0911910-12-3.
  3. a b Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 218-01-9 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich).
  4. Datenblatt Chrysene bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 22. März 2011 (PDF).
  5. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  6.  N. Irving Sax; R. J. Lewis (Hrg.): Dangerous Properties of Industrial Materials. 7 Auflage. Van Nostrand Reinhold, New York, USA 1989, ISBN 978-0442280208.
  7. International Chemical Safety Card (ICSC) für Chrysene, abgerufen am 9. Dezember 2014.

Quellen[Bearbeiten]

  • J. Falbe, M. Regitz (Hrsg.): Römpp Lexikon Chemie. 10. Auflage, Thieme, Stuttgart u. New York, 1996–1999.

Weblinks[Bearbeiten]