Ciechanowiec

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Ciechanowiec
Wappen von Ciechanowiec
Ciechanowiec (Polen)
Ciechanowiec
Ciechanowiec
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Podlachien
Landkreis: Wysokie Mazowieckie
Fläche: 26,01 km²
Geographische Lage: 52° 40′ N, 22° 31′ O52.66666666666722.516666666667Koordinaten: 52° 40′ 0″ N, 22° 31′ 0″ O
Einwohner: 4840
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 18-230
Telefonvorwahl: (+48) 86
Kfz-Kennzeichen: BWM
Wirtschaft und Verkehr
Straße: SiemiatyczeZambrów
Kosów LackiBrańsk
Nächster int. Flughafen: Warschau
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 31 Schulzenämter
Fläche: 201,46 km²
Einwohner: 9063
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 45 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2013023
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Mirosław Reczko
Adresse: ul. Mickiewicza 1
18-230 Ciechanowiec
Webpräsenz: www.ciechanowiec.pl

Ciechanowiec (litauisch Cechanovecas; weißrussisch Цеханавец) ist eine Stadt in Polen in der Wojewodschaft Podlachien. Sie ist Sitz einer Stadt- und Landgemeinde im Powiat Wysokomazowiecki.

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt Ciechanowiec liegt im Osten Polens etwa 120 Kilometer nordöstlich von Warschau und 65 Kilometer südwestlich von Białystok.

Durch die Stadt fließt der Fluss Nurzec, der etwa acht Kilometer südöstlich in den Bug mündet.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Befestigungsanlage an der Stelle des heutigen Ciechanowiec ist für das 12. Jahrhundert nachgewiesen. Die Befestigungsanlage wurde 1241 von den Tataren zerstört. Das Stadtrecht erhielt der Ort vermutlich im ersten Drittel des 15. Jahrhunderts von masowischen Herzog Jan I. der Große (Janusz I Wielki). 1434 wurde die Ortschaft Ciechanowiec erstmals urkundlich erwähnt. Eine römisch-katholische Kirche besteht mindestens seit 1446.

1500 wurde der Name mit Czyechonowecz erwähnt, in den Jahren 1535 und 1536 lautet der Name der Stadt Techonowcy. Während des Zweiten Nordischen Krieges 1655 bis 1661 wurde die Stadt stark zerstört. Bei der Dritten Teilung Polens kam Ciechanowiec zu Preußen.

Im Jahre 1807 wurde die Nowe Miasto (Neustadt) Teil des Herzogtums Warschau und die Stare Miasto (Altstadt) wurde Russland zugeschlagen. Mit der Auflösung des Herzogtums Warschau wurde die Nowe Miasto Teil des neu gebildeten Kongresspolen.

Während des Polnisch-Sowjetischen Kriegs marschierte die sowjetische Armee auf ihrem Weg nach Warschau durch Ciechanowiec. Dabei wurden viele Teile der Stadt zerstört. Nachdem die sowjetische Armee geschlagen wurde, kam Ciechanowiec zurück an Polen und wurde wiedervereinigt.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt 1939 nach dem Deutsch-sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrag bis zum deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 Teil der Sowjetunion. Sie wurde Teil der Weißrussischen Sozialistischen Sowjetrepublik. Am 2. August 1944 wurde der östliche Teil Ciechanowiecs von der Roten Armee eingenommen, die vollständige Stadt, die ja durch den Fluss Nurzec getrennt ist, konnte erst elf Tage später eingenommen werden.

Nach dem Krieg wurde die Stadt Teil der Volksrepublik Polen. 1956 wurde in der Stadt ein Krankenhaus eingerichtet.

Gemeinde[Bearbeiten]

Zur Stadt- und Landgemeinde Ciechanowiec gehören 31 Ortschaften mit einem Schulzenamt:

Antonin
Bujenka
Ciechanowczyk
Czaje-Bagno
Czaje-Wólka
Dąbczyn
Kobusy
Koce-Basie
Koce-Piskuły
Koce-Schaby
Kosiorki
Kozarze
Kułaki
Łempice
Malec
Nowodwory
Pobikry
Przybyszyn
Radziszewo-Króle
Radziszewo-Sieńczuch
Radziszewo Stare
Skórzec
Trzaski
Tworkowice
Winna-Chroły
Winna-Poświętna
Winna-Wypychy
Wojtkowice-Dady
Wojtkowice-Glinna
Wojtkowice Stare
Zadobrze

Weitere Orte der Gemeinde sind Gaj, Kostuszyn-Kolonia, Radziszewo-Sobiechowo, Sawczyn, Winna Stara und Winna-Wilki.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit dem 19. April 1995 besteht mit der hessischen Stadt Rosbach vor der Höhe eine Städtepartnerschaft.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Religionen[Bearbeiten]

Die Stadt besaß bis zum Holocaust eine große jüdische Gemeinde.[2] Die profanierte Synagoge wird heute für kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Museen[Bearbeiten]

Gebäude im Landwirtschaftsmuseum

Das Landwirtschaftsmuseum Krzysztof Kluk (Muzeum Rolnictwa im. ks. Krzysztofa Kluka) wurde offiziell am 5. Juli 1964 eröffnet und konnte damals etwa 1.200 Exponate vorweisen.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • die Reste der Burg
  • die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit
  • der Palast mit Park, Teil des Landwirtschaftsmuseums
  • das Denkmal für Jan Krzysztof Kluk

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch die Stadt führt die Wojewodschaftsstraße 690 (droga wojewodzka 690), die im Nordwesten nach etwa 25 Kilometern in die Landesstraße 63 mündet. In südöstlicher Richtung endet die 690 in Siemiatycze in der Landesstraße 19.

Die Wojewodschaftsstraße 681 (droga wojewodzka 681) beginnt in Ciechanowiec und verläuft in nordöstlicher Richtung. Nach etwa 25 Kilometern erreicht sie Brańsk, wo sie die Landesstraße 66 kreuzt und weiter Richtung Białystok verläuft.

In der Stadt- und Landgemeinde verlaufen insgesamt 35,6 Kilometer Wojewodschaftsstraßen, 82 Kilometer Kreisstraßen und 148 Kilometer Gemeindestraßen[3].

Der nächste internationale Flughafen ist der Frédéric-Chopin-Flughafen Warschau etwa 130 Kilometer südwestlich.

Bildung[Bearbeiten]

In der Stadt gibt es die Grundschule Nikolaus Kopernikus (szkoła podstawowa im. Mikołaja Kopernika) in der restlichen Gemeinde gibt es drei weitere Grundschulen. Weiterhin gibt es in Ciechanowiec die Realschule Johannes Paul II. (gimnazjum[4] im. Papieża Jana Pawła II). Eine Berufsschule (Zasadnicza Szkoła Zawodowa) und ein Schulzentrum (Zespół Szkół Ogólnokształcących i Zawodowych im. J. Iwaszkiewicza) sind weitere Bildungseinrichtungen.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Benjamin Mazar, geboren als Binyamin Zeev Maisler (1906 - 1995), israelischer Historiker und "Vater" der israelischen Archäologie.

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ciechanowiec – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 9. Juli 2014.
  2. Gary Gelber, Ada Holtzman: We Remember Jewish Ciechanowiec! (online)
  3. Website der Stadt und Gemeinde
  4. Ein gimnazjum in Polen entspricht etwa einer deutschen Realschule