Cilicium

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Holbeins Portrait von Thomas More, bei dem das Cilicium zu sehen ist

Cilicium ist die Bezeichnung für einen groben, aus Ziegenhaaren gewebten Stoff. Der Name leitet sich von der Herkunftsregion Kilikien in Anatolien ab. Aus diesem Stoff wurden Zelte und Planen hergestellt, aber auch Kleidungsstücke, die als sogenanntes Büßergewand getragen wurden.

Im Alten Testament wird von Königen berichtet, die, um Buße zu tun, ein Cilicium trugen (beispielsweise 1 Kön 21,27 EU; 2 Kön 6,30 EU) Von dem hebräischen Wort שק (saq) und der lateinischen Übersetzung saccus leitet sich die Redewendung „In Sack und Asche gehen“ ab.

Im Neuen Testament trägt Johannes der Täufer ein Cilicium aus Kamelhaaren (Mk 1,6 LUT). Ab dem 4. Jahrhundert trugen kirchliche Büßer ein Cilicium, das zumeist aus Rosshaaren, Schweineborsten, aber auch anderen unangenehm zu tragenden Stoffen bestand.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Cilicium zum Kleidungsstück der Mönche, die es als Zeichen der Demut und Bußgesinnung unter ihrem Gewand trugen. Ebenso taten es auch Laien und hohe kirchliche Würdenträger. Bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil trugen die Kartäuser unter ihrem Gewand auf Brust und Rücken je einen Stofffetzen aus Ross- und Ziegenhaaren. Mittlerweile ist das Tragen eines Ciliciums in den meisten christlichen Gemeinschaften nicht mehr üblich. Eine Ausnahme bilden z. B. die Numerarier des Opus Dei.

Auch Bußgürtel werden gelegentlich als Cilicium bezeichnet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karel C. Innemée: Cilicium. In: LThK³ 2 (1994) 1200f.