Cioma Schönhaus

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Samson „Cioma“ Schönhaus (* 28. September 1922 in Berlin) ist ein Grafiker, der während des Zweiten Weltkriegs von der Gestapo wegen seiner jüdischen Herkunft gesucht wurde und der sich unter anderem durch Passfälschung retten konnte.

Leben[Bearbeiten]

Cioma Schönhaus (1943)

Seine russischen Eltern waren 1920 aus Minsk nach Berlin gekommen, nachdem sein Vater aus der Roten Armee desertiert war. Schönhaus wuchs zunächst im Scheunenviertel auf. Von 1924 bis 1925 hielt sich die Familie in der Nähe von Haifa (Palästina) auf, kehrte aber dann nach Berlin zurück. 1940 besuchte er ein Jahr lang eine Kunstgewerbeschule. Von 1941 an musste er unter anderem in einem Rüstungsbetrieb arbeiten.

Nach der Deportation seiner Eltern im Juni 1942 tauchte er in Berlin unter. In der Illegalität fertigte der Grafiker Schönhaus gefälschte Pässe für andere im Untergrund lebende Juden an, darunter für den Historiker Ernst Ludwig Ehrlich. Dabei arbeitete er mit Mitgliedern der Bekennenden Kirche (unter anderen Kurt Müller) zusammen. Für die gefälschten Pässe erhielt er von einem Helferkreis um den Juristen Franz Kaufmann Lebensmittelkarten, sodass er eine scheinlegale Existenz aufbauen konnte. Dafür benutzte er die Namen „Günther Rogoff“, „Peter Schönhausen“ und „Peter Petrow“.

1943 gelang Schönhaus die Flucht in die Schweiz, wo ihm der Theologe Karl Barth ein Stipendium vermittelte. An der Kunstgewerbeschule in Basel absolvierte er eine Ausbildung zum Grafiker und arbeitete später in diesem Beruf.

Schönhaus hat vier Söhne, wobei zwei davon die Musikerkarriere einschlugen. In Anlehnung an ihren Familiennamen gründeten sie die Klezmerformation „Bait Jaffe“[1], was soviel bedeutet wie „schönes Haus“.

Schriften[Bearbeiten]

  • Der Passfälscher. Die unglaubliche Geschichte eines jungen Grafikers, der im Untergrund gegen die Nazis kämpfte. Hrsg. v. Marion Neiss. Scherz Verlag, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-502-15688-3.
  • Der Passfälscher im Paradies. Das Ende einer unglaublichen Odyssee. Verlag Huber Frauenfeld 2010, ISBN 978-3-7193-1558-0.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bait Jaffe Klezmer Orchestra website