Cité de l’Automobile – Musée National – Collection Schlumpf

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Gebäude

Das Cité de l’Automobile – Musée National – Collection Schlumpf (Stadt des Automobils, Nationalmuseum, Sammlung Schlumpf) ist mit einer Ausstellungsfläche von 25.000 m², davon 17.000 in einer einzigen riesigen Halle, das größte Automobilmuseum der Welt. Es befindet sich in Mülhausen im Elsass, Frankreich. Der Kern des Bestandes sind 400 Oldtimer ganz überwiegend aus der Frühphase der Automobilzeit bis in die 1930er Jahre, die von den Gebrüdern Fritz und Hans Schlumpf gesammelt wurden, ehemals reichen Textilfabrikanten, die sich auch durch ihre Sammelleidenschaft ruinierten. Weitere 150 Automobile in teilweise desolatem Zustand befinden sich in Räumlichkeiten außerhalb des Museums. Anlässlich des 1.100jährigen Stadtjubiläums der Partnerstadt Kassel waren 40 Exponate dort unter dem Motto "Schlafende Schönheiten" in der Zeit vom 1. Mai bis 31. Juli 2013 ausgestellt [1]. Anschließend wurden sie wieder im Depot des Museums eingelagert.

Exponate[Bearbeiten]

Neben 87 Fahrzeugen der Marke Bugatti zeigt das Museum sehr alte Modelle von bedeutenden Marken, so etwa 1 Adler, 1 AFG Grégoire, 1 Alart, 7 Alfa Romeo, 1 Alpine, 4 Amilcar, 2 Arzens, 1 Aster, 1 Audi, 3 Ballot, 1 Bardon, 2 Barré, 1 Baudier, 1 Benetton, 5 Bentley, 7 Benz, 1 Berliet, 1 B.N.C., 1 Brasier, 1 Charron, 1 Cisitalia, 7 Citroën, 2 Clément-Bayard, 1 Clément-De Dion, 1 Clément-Panhard, 1 Corre-La Licorne, 3 Daimler, 4 Darracq, 1 Decauville, 1 De Dietrich, 16 De Dion-Bouton, 2 Delage, 4 Delahaye, 2 Delaunay-Belleville, 1 Dufaux, 1 Esculape, 1 Facel-Vega, 2 Farman, 12 Ferrari, 3 Fiat, 1 Ford, 1 Fouillaron, 3 Gardner-Serpollet, 3 Georges Richard, 1 Gladiator, 11 Gordini, 1 Grégoire, 2 Grégoire, 1 Hermes-Simplex, 7 Hispano Suiza, 3 Horch, 1 Hotchkiss-Grégoire, 1 Hurtu, 2 Isotta-Fraschini, 1 Jacquot Dampfwagen, 1 Jordan, 3 Lancia, 1 Le Gui, 3 Le Zèbre, 1 Léon Bollée, 1 Ligier, 4 Lion-Peugeot, 2 Lorraine-Dietrich, 4 Lotus, 1 MAF, 8 Maserati, 1 Mathis, 1 Maurer-Union, 2 Maybach, 1 McLaren, 1 Menier, 5 Mercedes, 21 Mercedes-Benz, 1 Minerva, 1 Monet et Goyon, 2 Mors, 1 OM, 5 Panhard, 12 Panhard & Levassor, 19 Peugeot, 1 Philos, 1 Pic-Pic, 3 Piccolo, 2 Pilain, 5 Porsche, 18 Renault, 1 Rhéda, 1 Rochet-Schneider, 10 Rolls-Royce, 1 Sage, 1 Salmson, 1 Scott, 1 Sénéchal, 4 Simca, 1 Sizaire-Naudin, 1 Soncin, 1 SS, 1 Steyr, 2 Talbot-Lago, 1 Trabant, 1 Tracta, 1 Vaillante, 1 Valentine, 1 Violet-Bogey, 2 Voisin, 1 Williams, 1 Zedel.[2]

Darunter befinden sich zwei von insgesamt sechs noch existierenden Bugatti Royale (Typ 41) sowie die Rekonstruktion eines weiteren Exemplars. Ein Bugatti dieses Typs hat 1991 bei einer Auktion den Kaufpreis von rund acht Millionen US-Dollar erzielt. Im Depot des Museums befinden sich auch ein Mercedes "Silberpfeil" Typ W 154 II (1939), für den zunächst 17, dann sogar 30 Mio. EUR geboten wurden, sowie die Nr. 2 von 2 des Bugatti Typ 251. Da die Sammlung einschließlich ihrer noch in den Depots befindlichen Fahrzeuge jedoch dem französischen Kulturgut angehören, sind sie unverkäuflich.

Die Gebrüder Schlumpf[Bearbeiten]

Der Textilproduzent Fritz Schlumpf war ein leidenschaftlicher Automobilsammler. Gemeinsam mit seinem Bruder Hans Schlumpf brachte er es zwischen dem Ende des Zweiten Weltkrieges und 1977 auf eine große Sammlung klassischer Automobile, darunter auch über hundert Bugatti. Zur Finanzierung dieses Hobbys belasteten sie das Betriebsvermögen ihres Unternehmens derart, dass es 1977 zahlungsunfähig wurde und über 2000 Beschäftigte in die Arbeitslosigkeit entlassen werden mussten. Die bis zu diesem Zeitpunkt der Öffentlichkeit nicht bekannte Automobilsammlung wurde bei Ausschreitungen im Rahmen eines Streiks von den ehemaligen Arbeitern des Textilwerkes entdeckt.

Mit dem zu erzielenden Erlös aus dem Verkauf der Fahrzeuge hätten die Forderungen der Gläubiger bedient werden können, jedoch konnte die Sammlung – vor allem durch die Intervention der französischen Regierung – in ihrer Gesamtheit erhalten werden.

Die ehemaligen Werkshallen der Textilfabrik beherbergen heute das Museum.

Das Streben und Wirken der Gebrüder Schlumpf ist widersprüchlich zu bewerten: Ihre wirtschaftliche und soziale Verantwortung, sowohl sich selbst als auch ihren Mitarbeitern gegenüber völlig außer Acht lassend hinterließen sie der Nachwelt eines der größten und faszinierendsten Automobilmuseen der Welt.

Trägerverein[Bearbeiten]

Zum Trägerverein des Museums, der 1981 die 44 Mio. Franc zum Aufkauf der ursprünglichen Sammlung Schlumpf zur Verfügung stellte, gehören die Stadt Mülhausen, der Rat des Départements Haut-Rhin, der Regionalrat Elsass, die Industrie- und Handelskammer Mülhausen, Panhard & Levassor (Teil der PSA-Gruppe), der Automobile Club de France und das Komitee der Pariser Automobilsalons (Mondial de l'Automobile).

Verein für den Betrieb des Museums[Bearbeiten]

Zum Verein für den Betrieb des Museums gehören die Stadt Mülhausen, der Rat des Départements Haut-Rhin, der Tourismusverband des Departements, das Touristikbüro Mülhausen, der Verband der Museen für Gewerbe und Technik Mülhausen (CESTIM) und das Aktionskomitee für wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt Mülhausen.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.schlafende-automobilschoenheiten.de/
  2. Stand März 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Musée National de l'Automobile – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

47.7608333333337.3286111111111Koordinaten: 47° 45′ 39″ N, 7° 19′ 43″ O