Citroën Xantia

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Citroën
Citroën Xantia (1993–1997)

Citroën Xantia (1993–1997)

Xantia
Produktionszeitraum: 1993–2001
(in Lizenz bis 2010)
Klasse: Mittelklasse
Karosserieversionen: Kombilimousine, Kombi
Motoren: Ottomotoren:
1,6–3,0 Liter
(65–140 kW)
Dieselmotoren:
1,9–2,1 Liter
(50–80 kW)
Länge: 4444–4712 mm
Breite: 1755 mm
Höhe: 1380–1420 mm
Radstand: 2740 mm
Leergewicht: 1339 kg
Vorgängermodell: Citroën BX
Nachfolgemodell: Citroën C5

Der Xantia (Typ X) ist ein Modell des Autoherstellers Citroën, wurde im Frühjahr 1993 vorgestellt und ersetzte den Citroën BX. Die Kombiversion Break erweiterte die Palette ab August 1995.

Gebaut wurde das Auto von März 1993 bis Dezember 2001[1] in Frankreich. Die Limousine wurde im Citroën-Werk Rennes in der Bretagne hergestellt, der Break beim französischen Karosserie-Spezialisten Heuliez in Cerizay. Bis September 2010 wurde eine einfach ausgestattete Version des Xantia 1.8i 16V im Iran bei SAIPA für den dortigen Markt hergestellt.

Geschichte[Bearbeiten]

Heckansicht
Sterne im Euro-NCAP-Crashtest (1997)[2] Crashtest-Stern 2-1.svg

Der von Bertone entworfene Xantia verfügt über einige Alleinstellungsmerkmale wie eine in Kurven kinematisch mitlenkende Hinterachse, ein hydropneumatisches Fahrwerk und ab 1998 den ersten Common-Rail-Dieselmotor bei Citroën. Die kinematisch mitlenkende Hinterachse wurde erstmals beim Citroen ZX eingesetzt und in der Folgezeit bei allen Citroën mit gezogenen Längslenkern an der Hinterachse verbaut (u. a. Saxo, Xsara). Der Xantia wurde je nach Modellvariante entweder mit der altbewährten Hydropneumatik oder mit deren Weiterentwicklung, der Hydractive-II-Federung, mit zwei unterschiedlichen Federkonstanten und elektronischer Regelung ausgestattet. Bei diesem System wurde pro Achse eine zusätzliche Federkugel eingebaut, die zum Verhärten der Federung bei Kurvenfahrt, Beschleunigung oder Verzögerung weggeschaltet wird.

Die Hydropneumatik wurde ab dem Modelljahr 1994 mit einem Anti-Absink-System ergänzt, welches bei abgestelltem Motor hinter den Höhenkorrektoren den Rücklauf der Federung sperrte und somit ein gleichbleibendes Fahrzeugniveau auch bei längerem Stillstand garantierte. Da der Bremsdruck der hinteren Bremse bei der Citroën-Hydropneumatik aus der Hinterachs-Federung gespeist wird (beladungsabhängige Bremswirkung), musste ein zusätzlicher Druckspeicher im Bereich der Hinterachse ins System integriert werden, um die Bremsfunktion auch bei eingeschaltetem Anti-Absink-System sicherzustellen.

Modellpflege[Bearbeiten]

Im Dezember 1997[3] wurde der Xantia leicht überarbeitet. Neben überarbeiteten Frontscheinwerfern sowie Heckleuchten betraf die Modifizierung auch einen geänderten Kühlergrill, Stoßfänger und ein überarbeitetes Interieur. Weiteres waren hauptsächlich strukturelle Karosserieverstärkungen.

Ende 1998 wurde eine neue Generation von Dieselmotoren in die Fahrzeuge integriert, die über eine Direkteinspritzung (HDi) verfügten. Die beiden Motoren besaßen 2,0 Liter Hubraum und leisteten 90 oder 109 PS.

Intern wurde diese Version auch Xantia-X2 genannt.

Ende 2001 wurde die Produktion des Xantia in Frankreich beendet. Im Iran wurde er noch bis zum September 2010 für den lokalen Markt produziert. Der Nachfolger C5 erschien bereits im Frühjahr 2001.

Der Xantia war (zusammen mit dem XM) das letzte Citroën-Modell mit Zentralhydraulik, durch welche die Öldruckversorgung von Bremskraftsteuerung, Servounterstützung der Lenkung und Federung realisiert wurde.

Chronologie[Bearbeiten]

1993
  • März: Markteinführung des Xantia in Frankreich mit den Ottomotoren 1,6i 65 kW (88 PS), 1,8i 74 kW (101 PS), 2,0i 89 kW (121 PS) und 2,0i 16V 112 kW (152 PS).
  • Juni: Dieselmotoren 1,9 D 51 kW (69 PS) und 1,9 Turbo D 68 kW (92 PS).
1994
  • April:
    • Kleine Modellpflege; die Doppelwinkel wurden nun auf dem Kühlergrill statt im der Motorhaube angebracht.
    • Fahrerairbag als Sonderausstattung erhältlich.
  • Der 2,0i 16V wurde auf 110 kW (150 PS) gedrosselt.
1995
  • Juli: Neue Motorenpalette:
    • Einführung des 1,8i 16V 81 kW (110 PS).
    • Der 2,0i 16V wurde auf 97 kW (132 PS) gedrosselt.
    • Einführung des 2,0i TCT 108 kW (147 PS).
    • Einführung des 2,1 Turbo D12 80 kW (109 PS).
    • Der 1,6i 65 kW (88 PS) wurde durch eine gedrosselte Version des 1,8i mit 66 kW (90 PS) abgelöst.
    • Der 1,9 D wurde auf 50 kW (68 PS) gedrosselt.
  • September: Einführung der Kombiversion Break.
  • Fahrerairbag jetzt Serienausstattung.
1996
  • September: Der 1,9 D wurde durch den Soft-Turbodiesel 1,9 SD 55 kW (75 PS) abgelöst.
  • Beifahrerairbag als Sonderausstattung erhältlich.
1997
  • Januar: Einführung des 3,0i V6 140 kW (190 PS).
  • Dezember: Umfangreiche Modellpflege mit geändertem Kühlergrill, Stoßfängern und überarbeitetem Interieur.
1998
  • November: Einführung des Common-Rail-Diesels 2,0 HDi 80 kW (109 PS). Der bisherige gleichstarke 2,1 Turbo D12 blieb weiter im Angebot.
1999
  • Juli:
    • Der 1,9 Turbo D 66 kW (90 PS) mit Schaltgetriebe wurde durch den gleichstarken 2,0 HDi abgelöst.
    • Der 2,1 Turbo D12 80 kW (109 PS) wurde aus dem Programm genommen.
2001
  • Februar: Ab 19. Februar waren in Deutschland nur noch Lagerfahrzeuge verfügbar.[3]
  • März: Aufgrund der Einführung des Nachfolgers C5 wurde der Xantia nur noch als 1,8i 16V 81 kW (110 PS) und 2,0 HDi 66 kW (90 PS) oder 80 kW (109 PS) angeboten.
  • Dezember: Die Produktion in Frankreich wurde eingestellt.
2010
  • September: Die Produktion in Iran wurde eingestellt.

Technische Daten[Bearbeiten]

Xantia Activa[Bearbeiten]

Logo des Xantia Activa

Der Xantia Activa war das (technische) Topmodell der Xantia-Baureihe von Citroën. Die Vorstellung war Ende 1994, gebaut wurden zwischen Frühjahr 1995 und Herbst 2001 etwas mehr als 18.000 Stück.

Neben Hydractive II hatte der Activa noch die sogenannte Aktive Fahrwerksstabilisierung (AFS), im französischen SC.CAR = Systeme Citroën de Contrôle Actif du Roulis, welches der erste serienmäßig angebotene aktive Querstabilisator im Automobilbau war. Mit diesem System wird die Seitenneigung durch mechanische Regelung mit Hydraulikzylindern, die auf die Querstabilisatorstangen einwirken, auf ein Minimum (−0,2° bis 1°) reduziert. Diese Technik ermöglicht (laut Werksangabe) bei optimal griffiger Fahrbahn Querbeschleunigungen von bis zu 1,2g und bietet dabei trotzdem noch einen überdurchschnittlich hohen Federungskomfort und damit sichere Straßenlage. Gegenüber den Standardmodellen hat der Activa Sitze mit verstärkten Seitenwangen, welche zudem bei der ersten Serie (X1) pneumatisch verstellbar sind. Dadurch ist mehr Seitenhalt gewährleistet.

Funktionsweise von AFS/SC.CAR: Beide (relativ dicken) Querstabilisatoren (vorne 28 mm, hinten 25 mm Durchmesser) sind diagonal gegenüberliegend (vorne-links und hinten-rechts) über einen Differential-Hydraulikzylinder mit den Radlenkern verbunden.

Diese Zylinder sind an ein Reglerventil angeschlossen, welches von den vorderen Querlenkern mittels Schubstangen über eine Feder-Hebel-Mechanik direkt betätigt wird. Auftretendes Rollmoment (Seitenneigung) wirkt auf die Querlenker entgegengesetzt – ein Rad federt ein, das andere federt aus. Dadurch wird das Reglerventil – der Neigungskorrektor – durch die Schubstangen in eine Richtung hin aus seiner Ruhelage (Geradeausstellung) gezogen/geschoben, wodurch es einen dem Rollmoment proportionalen Druck in den Hydraulikzylindern einstellt.

Die Hydraulikzylinder verändern dadurch ihre Länge und wirken so der Verspannung des Querstabilisator entgegen. Sie „drücken“ die Karosserie über die Querstabilisatorstangen gegen das einwirkende Rollmoment wieder in die Horizontale, womit Kurvenfahren bis zu 0,6g Querbeschleunigung mit −0,2 bis 0,5° Seitenneigung ermöglicht wird. Ab 0,6g Querbeschleunigung kommen die Stellzylinder an ihren Anschlag, ab hier neigt sich der Xantia Activa bis zum Erreichen des Kurvengrenzbereiches bis zu 1° in die Kurve, was dem Wert eines guten Sportwagens mit entsprechend straffer Abstimmung entspricht.

Da dieser aktive Rollstabilisator unabhängig vom Hydractive-II-Fahrwerk arbeitet, bleibt deren Federweg auch bei extremer Kurvenfahrt fast ganz erhalten und sorgt so für eine deutlich bessere Straßenlage in diesen Situationen als konventionelle Radaufhängungen. Bei Geradeausfahrt wird über das Steuergerät der Hydractive-Federung zudem ein Magnetventil betätigt, das eine zusätzliche Federkugel in den hydraulischen Regelkreis der Stellzylinder schaltet. Dadurch wird zum einen die Steifigkeit der hart abgestimmten Stabilisatorstangen „virtuell“ durch die Gasfüllung der Federkugel abgemildert, um Kopierbewegungen zu reduzieren und so den Komfort zu erhöhen. Zudem wirkt sie durch ihre Speicherwirkung dämpfend auf den Regelkreis, damit bei Geradeausfahrt keine unerwünschten Regelschwingungen durch federungsbedingte kurzzeitige Betätigung des Neigungskorrektors auftreten.

Es gab den Xantia Activa mit folgenden Motoren (nicht in jedem Land verfügbar):

  • Benziner: 2,0i 16V (132 PS), 2,0i 16V (150 PS), 2,0i TCT (147 PS) und 3,0i V6 (190 PS).
  • Diesel: 2,1 Turbo D12 (109 PS) und 2,0 HDi (109 PS).

Ein Activa ist am serienmäßigen Heckspoiler, den Venise-Leichtmetallfelgen, den in Wagenfarbe lackierten Stoßfängern (bei Modellen erster Serie), dem schwarzen Wagenhimmel (je nach Baujahr), speziellen Vordersitzen mit ausgeprägteren Seitenwangen und dem Activa-Logo anstatt der Hubraumangabe an den Türen zu erkennen.

Das schwedische Fachmagazin Teknikens Värld hatte 1999 den Xantia Activa in der V6-Version getestet und ihn im Handling beim standardisierten Ausweichtest, dem Elchtest, im Ergebnis klar favorisiert. Er hält bis dato (Stand August 2012) den ersten Platz auf der Rangliste aller Elchtests der vergangenen Jahre noch vor Porsche 996/997 und Audi R8[4].

Sicherheit[Bearbeiten]

Ab Modelljahr 1994 wurde serienmäßig ein Fahrer-Airbag montiert, ab Modelljahr 1996 auch ein Beifahrer-Airbag. Mit der Überarbeitung Anfang 1998 wurde der Xantia zusätzlich mit zwei Seitenairbags in den Lehnen der Vordersitze ausgestattet und erhielt strukturelle Karosserieverstärkungen. An den Schlössern der vorderen Sicherheitsgurte kamen pyrotechnische Gurtstraffer zum Einsatz. Alle Xantia wurden mit einem 3-Kanal-ABS ausgeliefert.

Die schwedische Versicherungsgruppe Folksam wertet für verschiedene Automodelle Daten realer Unfälle aus. Dadurch ermittelt sie das Risiko auf Tod oder dauerhafte Behinderung im Fall eines Unfalls für die jeweiligen Automodelle im Verhältnis zu allen ausgewerteten Automodellen. In den Reporten ist der Citroën Xantia wie folgt klassifiziert:

Report Klassifikation
2001[5] 20 % besser als Durchschnitt
2003[6] über 15 % besser als Durchschnitt
2005[7] über 15 % besser als Durchschnitt
2007[8] schlechter als Durchschnitt
2009[9] durchschnittlich
2011[10] schlechter als Durchschnitt
2013[11] 20 % schlechter als Durchschnitt

Literatur[Bearbeiten]

  • Steve Rendle, Andy Legg, Bob Jex: Citroën Xantia: Haynes Service and Repair Manual. Haynes Publishing, Somerset 2003, ISBN 1-85960-550-8 (englisch).
  • Reparaturanleitung: Citroën Xantia ab Baujahr 1993. Bucheli Verlag, Zug/Schweiz, ISBN 3-7168-1907-7.
  • Automobil Revue. Katalog 1995, 1996, 1997, 2000 und 2001.
  • Bil-Revyen 2001. Bonnier Publications A/S, Dänemark, 18. Oktober 2000, ISBN 87-7741-198-6 (dänisch).
  • Årets Biler 2001. Bil Magasinet, Dänemark, ISBN 1397-7822 (dänisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Citroën Xantia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bosch Produktfinder, Scheibenwischer 2003/2004
  2. Ergebnisse des Citroën Xantia X1 beim Euro-NCAP-Crashtest, abgerufen am 28. April 2014 (englisch)
  3. a b Citroen Dokument: Xantia Modellhistorie auf citdoks.de, abgerufen am 28. April 2014
  4. teknikensvarld.se: „Älgtestet – resultat bil för bil“, abgerufen am 28. April 2014 (schwedisch)
  5. Hur säker är bilen? 2001. Folksam, 2001, archiviert vom Original am 4. Oktober 2001, abgerufen am 21. Juli 2014 (PDF).
  6. Hur säker är bilen? 2003. Folksam, 2003, abgerufen am 20. Juli 2014 (PDF, schwedisch).
  7. Hur säker är bilen? 2005. Folksam, 2005, abgerufen am 20. Juli 2014 (PDF, schwedisch).
  8. Hur säker är bilen? 2007. Folksam, November 2007, abgerufen am 20. Juli 2014 (PDF, schwedisch).
  9. Hur säker är bilen? 2009. Folksam, Mai 2009, abgerufen am 20. Juli 2014 (PDF, schwedisch).
  10. Hur säker är bilen? 2011. Folksam, 2011, abgerufen am 20. Juli 2014 (PDF, schwedisch).
  11. Hur säker är bilen? 2013. Folksam, 2013, abgerufen am 20. Juli 2014 (PDF, schwedisch).
Vorgänger Amt Nachfolger
Citroën BX Citroën Xantia
1993–2001
Citroën C5