Citroën Xantia

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Citroën
Citroën Xantia (1993–1994)

Citroën Xantia (1993–1994)

Xantia
Produktionszeitraum: 1993–2001
(in Lizenz bis 2010)
Klasse: Mittelklasse
Karosserieversionen: Kombilimousine, Kombi
Motoren: Ottomotoren:
1,6–3,0 Liter
(65–140 kW)
Dieselmotoren:
1,9–2,1 Liter
(50–80 kW)
Länge: 4444–4712 mm
Breite: 1755 mm
Höhe: 1380–1420 mm
Radstand: 2740 mm
Leergewicht: 1339 kg
Vorgängermodell: Citroën BX
Nachfolgemodell: Citroën C5

Der Xantia (Typ X) ist ein im Frühjahr 1993 vorgestelltes Modell des Autoherstellers Citroën, das den Citroën BX ersetzte. Ab Spätsommer 1995 ergänzte noch die Kombiversion Break die Palette.

Gebaut wurde das Auto von März 1993 bis Dezember 2001[1] in Frankreich. Die Limousine wurde im Citroën-Werk Rennes in der Bretagne hergestellt, während der Break beim französischen Karosserie-Spezialisten Heuliez in Cerizay vom Band lief.

Geschichte[Bearbeiten]

Sterne im Euro-NCAP-Crashtest (1997)[2] Crashtest-Stern 2-1.svg

Der von Bertone entworfene Xantia zeigt einige Alleinstellungsmerkmale wie eine in Kurven kinematisch mitlenkende Hinterachse, ein hydropneumatisches Fahrwerk und ab 1998 den ersten Common-Rail-Dieselmotor bei Citroën. Die kinematisch mitlenkende Hinterachse wurde erstmals beim Citroën ZX eingesetzt und in der Folgezeit bei allen Citroën mit gezogenen Längslenkern an der Hinterachse verbaut (u. a. Saxo, Xsara). Der Xantia wurde je nach Modellvariante entweder mit der Hydropneumatik oder mit deren Weiterentwicklung, der Hydractive-II-Federung, mit zwei unterschiedlichen Federkonstanten und elektronischer Regelung ausgestattet. Bei diesem System wurde pro Achse eine zusätzliche Federkugel eingebaut, die zum Verhärten der Federung bei Kurvenfahrt, Beschleunigung oder Verzögerung weggeschaltet wird.

Die Hydropneumatik erhielt ab Modelljahr 1994 ein Anti-Absink-System, das bei abgestelltem Motor hinter den Höhenkorrektoren den Rücklauf der Federung sperrte und somit ein gleichbleibendes Fahrzeugniveau auch bei längerem Stillstand garantierte. Da der Bremsdruck der hinteren Bremse bei der Citroën-Zentralhydraulik aus der Hinterachs-Federung gespeist wird (beladungsabhängige Bremswirkung), musste ein zusätzlicher Druckspeicher im Bereich der Hinterachse in das System integriert werden, um die Bremsfunktion auch bei eingeschaltetem Anti-Absink-System sicherzustellen.

Im Zuge einer minimalen Überarbeitung im Frühjahr 1994 wurde das Markenlogo von der Motorhaube in den Kühlergrill versetzt. Der Xantia war damit optisch näher an die Modelle ZX und den kurze Zeit später modifizierten XM gerückt.

Im Spätsommer 1995 folgte noch die Break genannte Kombiversion des Xantia.

Modellpflege[Bearbeiten]

Im Dezember 1997[3] wurde der Xantia leicht überarbeitet. Neben überarbeiteten Frontscheinwerfern sowie Heckleuchten betraf die Modifizierung auch einen geänderten Kühlergrill, Stoßfänger und ein überarbeitetes Interieur. Weiteres waren hauptsächlich strukturelle Karosserieverstärkungen.

Ende 1998 wurde eine neue Generation von Dieselmotoren mit Direkteinspritzung (HDi) verbaut. Die beiden Motoren besaßen 2,0 Liter Hubraum und leisteten 90 oder 109 PS. Intern wurde diese Version auch Xantia-X2 genannt.

Ende 2001 wurde die Produktion des Xantia in Frankreich beendet. Der Nachfolger C5 erschien bereits im Frühjahr 2001. Bis September 2010 wurde noch eine einfach ausgestattete Version des Xantia 1.8i 16V im Iran bei SAIPA für den dortigen Markt hergestellt.

Der Xantia war (zusammen mit dem XM) das letzte Citroën-Modell mit Zentralhydraulik, durch welche die Öldruckversorgung von Bremskraftsteuerung, Servounterstützung der Lenkung und Federung realisiert wurde.

Chronologie[Bearbeiten]

1993
  • März: Markteinführung des Xantia in Frankreich mit den Ottomotoren 1,6i mit 65 kW (88 PS), 1,8i mit 74 kW (101 PS), 2,0i mit 89 kW (121 PS) und 2,0i 16V mit 112 kW (152 PS).
  • Juni: Dieselmotoren 1,9 D mit 51 kW (69 PS) und 1,9 Turbo D mit 68 kW (92 PS).
1994
  • April:
    • Kleine Modellpflege: Doppelwinkel auf dem Kühlergrill statt auf der Motorhaube angebracht.
    • Fahrerairbag als Sonderausstattung erhältlich.
  • 2,0i 16V wurde auf 110 kW (150 PS) gedrosselt.
1995
  • Juli: Neue Motorenpalette:
    • Einführung des 1,8i 16V mit 81 kW (110 PS).
    • 2,0i 16V wurde auf 97 kW (132 PS) gedrosselt.
    • Einführung des 2,0i TCT mit 108 kW (147 PS).
    • Einführung des 2,1 Turbo D12 mit 80 kW (109 PS).
    • 1,6i mit 65 kW (88 PS) wurde durch eine gedrosselte Version des 1,8i mit 66 kW (90 PS) abgelöst.
    • 1,8i mit 74 kW (101 PS) und 2,0i mit 89 kW (121 PS) nur noch mit Automatikgetriebe lieferbar.
    • 1,9 D wurde auf 50 kW (68 PS) gedrosselt.
  • September: Einführung der Kombiversion Break.
  • Fahrerairbag wurde Serienausstattung.
1996
  • April: Nebellichtschalter wurde von der Mittelkonsole zum der linken Lenkstockschalter versetzt.
  • September: 1,9 D wurde durch den Soft-Turbodiesel 1,9 SD 55 kW (75 PS) abgelöst.
  • Beifahrerairbag als Sonderausstattung erhältlich.
1997
  • Januar: Einführung des 3,0i V6 140 kW (190 PS).
  • Dezember: Umfangreiche Modellpflege mit geändertem Kühlergrill, Stoßfängern und überarbeitetem Interieur.
1998
  • November: Einführung des Common-Rail-Diesels 2,0 HDi mit 80 kW (109 PS). Der bisherige gleichstarke 2,1 Turbo D12 blieb weiter im Angebot.
  • 1,8i (74 kW / 101 PS) und 2,0i (89 kW / 121 PS) mit Automatikgetriebe entfiel; als Ersatz wurden 1,8i 16V (81 kW / 110 PS) und 2,0i 16V (97 kW / 132 PS) auch mit Automatikgetriebe angeboten.
1999
  • Juli:
    • 1,9 Turbo D (66 kW / 90 PS) mit Schaltgetriebe wurde durch den gleichstarken 2,0 HDi abgelöst
    • 2,1 Turbo D12 mit 80 kW (109 PS) wurde aus dem Programm genommen
2001
  • Februar: Ab 19. Februar waren in Deutschland nur noch Lagerfahrzeuge verfügbar.[3]
  • März: Aufgrund der Einführung des Nachfolgers C5 wurde der Xantia nur noch als 1,8i 16V mit 81 kW (110 PS) und 2,0 HDi mit 66 kW (90 PS) oder 80 kW (109 PS) angeboten.
  • Dezember: Die Produktion in Frankreich wurde beendet.
2010
  • September: Die Produktion im Iran wurde eingestellt.

Technische Daten[Bearbeiten]

Ottomotoren[Bearbeiten]

1,6i 1,8i 1,8i 16V 2,0i 2,0i 16V 2,0i TCT 3,0i V6
Bauzeitraum 03/1993–07/1995 03/1993–11/1998[B 1] 07/1995–03/2001 07/1995–12/2001 03/1993–11/1998[B 1] 03/1993–04/1994 04/1994–07/1995 07/1995–03/2001 01/1997–03/2001
Motorkenndaten
Motorkennung XU5 M3/Z
(BFZ)
XU7 JP
(LFZ)
XU7 JB
(LFX)
XU7 JP4
(LFY)
XU10 J2C
(RFX)
XU10 J4D/Z
(RFY)
XU10 J4D/Z
(RFT)
XU10 J4R
(RFV)
XU10 J2TE
(RGX)
ES9 J4
(XFZ)
Motortyp R4-Ottomotor V6-Ottomotor
Anzahl Ventile pro Zylinder 2 4 2 4 2 4
Ventilsteuerung OHC, Zahnriemen DOHC, Zahnriemen OHC, Zahnriemen DOHC, Zahnriemen OHC, Zahnriemen 2 × DOHC, Zahnriemen
Gemischaufbereitung Saugrohreinspritzung
Motoraufladung Turbolader,
Ladeluftkühler
Kühlung Wasserkühlung
Bohrung × Hub 83,0 mm × 73,0 mm 83,0 mm × 81,4 mm 86,0 mm × 86,0 mm 87,0 mm × 82,6 mm
Hubraum 1580 cm³ 1761 cm³ 1998 cm³ 2946 cm³
Verdichtungsverhältnis 9,25:1 9,5:1 10,4:1 9,5:1 10,4:1 8,0:1 10,5:1
max. Leistung bei min−1 65 kW (88 PS)
/6000
74 kW (101 PS)
/6000
66 kW (90 PS)
/5000
81 kW (110 PS)
/5500
89 kW (121 PS)
/5750
112 kW (152 PS)
/6500
110 kW (150 PS)
/6500
97 kW (132 PS)
/5500
108 kW (147 PS)
/5300
140 kW (190 PS)
/5500
max. Drehmoment bei min−1 132 Nm
/2600
153 Nm
/3000
147 Nm
/2600
155 Nm
/4250
176 Nm
/2750
183 Nm
/3500
180 Nm
/4200
235 Nm
/2500
267 Nm
/4000
Kraftübertragung
Antrieb Vorderradantrieb
Getriebe, serienmäßig 5-Gang-Schaltgetriebe
Getriebe, optional 4-Stufen-Automatikgetriebe 4-Stufen-Automatikgetriebe[B 2] 4-Stufen-Automatikgetriebe 4-Stufen-Automatikgetriebe 4-Stufen-Automatikgetriebe
Messwerte (Berline)[B 3]
Höchstgeschwindigkeit 175 km/h 188 km/h (179 km/h) 180 km/h 194 km/h (186 km/h) 198 km/h (195 km/h) 213 km/h 203 km/h (195 km/h) 213 km/h 230 km/h (225 km/h)
Beschleunigung, 0–100 km/h 15,2 s 12,5 s (16,0 s) 14,6 s 11,9 s (14,7 s) 11,5 s (13,6 s) 10,6 s 11,0 s (12,9 s) 10,4 s 8,2 s (9,7 s)
Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert) 8,5 l S 8,2 l S (9,6 l S) 8,4 l S 8,7 l S (8,3 l S) 9,9 l S (9,8 l S) 8,9 l S 9,1 l S (9,5 l S) 9,9 l S 10,9 l S (11,6 l S)
CO2-Emission (kombiniert) 204 g/km k. A. 205 g/km 209 g/km (217 g/km) 200 g/km 207 g/km 219 g/km (232 g/km) 237 g/km 260 g/km (281 g/km)
Messwerte (Break)[B 3]
Höchstgeschwindigkeit (178 km/h) 177 km/h 189 km/h (193 km/h) 196 km/h (193 km/h) 205 km/h 227 km/h (222 km/h)
Beschleunigung, 0–100 km/h (14,2 s) 14,7 s 12,6 s (14,8 s) 11,4 s (13,3 s) 10,8 s 8,4 s (10,0 s)
Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert) (7,9 l S) 8,5 l S 9,0 l S 10,1 l S (10,3 l S) 9,4 l S (9,6 l S) 10,1 l S 11,1 l S (11,7 l S)
CO2-Emission (kombiniert) k. A. 207 g/km 214 g/km (244 g/km) 223 g/km (234 g/km) 241 g/km 265 g/km (284 g/km)
  1. a b Ab Juli 1995 nur noch mit Automatikgetriebe erhältlich.
  2. Nur für Berline erhältlich.
  3. a b Werte in runden Klammern („( )“) für Automatikgetriebe.

Dieselmotoren[Bearbeiten]

1,9 D 1,9 SD 1,9 Turbo D 2,0 HDi 2,1 Turbo D12
Bauzeitraum 06/1993–07/1995 07/1995–09/1996 09/1996–03/2001 06/1993–09/1996 09/1996–03/2001[D 1] 07/1999–12/2001 11/1998–12/2001 07/1995–07/1999
Motorkenndaten
Motorkennung XUD9 A
(D9B)
XUD9 Y
(DJZ)
XUD9 SD
(DHW)
XUD9 TE/L
(D8B)
XUD9 TE/Y
(DHX)
DW10 TD
(RHY)
DW10 ATED
(RHZ)
XUD11 BTE
(P8C)
Motortyp R4-Dieselmotor
Anzahl Ventile pro Zylinder 2 3
Ventilsteuerung OHC, Zahnriemen
Gemischaufbereitung Wirbelkammereinspritzung Common-Rail-Einspritzung Wirbelkammer-
einspritzung
Motoraufladung Turbolader Turbolader, Ladeluftkühler Turbolader Turbolader, Ladeluftkühler
Kühlung Wasserkühlung
Bohrung × Hub 83,0 mm × 88,0 mm 85,0 mm × 88,0 mm 85,0 mm × 92,0 mm
Hubraum 1905 cm³ 1997 cm³ 2088 cm³
Verdichtungsverhältnis 23,0:1 21,8:1 18,0:1 21,5:1
max. Leistung bei min−1 51 kW (69 PS)
/4600
50 kW (68 PS)
/4600
55 kW (75 PS)
/4600
68 kW (92 PS)
/4000
66 kW (90 PS)
/4000
80 kW (109 PS)
/4000
80 kW (109 PS)
/4300
max. Drehmoment bei min−1 120 Nm
/2000
135 Nm
/2250
196 Nm
/2250
205 Nm
/1900
250 Nm
/1750
235 Nm
/2000
Kraftübertragung
Antrieb Vorderradantrieb
Getriebe, serienmäßig 5-Gang-Schaltgetriebe
Getriebe, optional 4-Stufen-Automatikgetriebe 4-Stufen-Automatikgetriebe
Messwerte (Berline)[D 2]
Höchstgeschwindigkeit 160 km/h (154 km/h) 162 km/h 180 km/h 177 km/h (175 km/h) 178 km/h 191 km/h 190 km/h
Beschleunigung, 0–100 km/h 19,9 s (25,7 s) 17,6 s 13,9 s 14,1 s (15,8 s) 14,1 s 12,5 s
Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert) 6,2 l D 6,9 l D 6,9 l D (8,0 l D) 5,6 l D 5,5 l D 7,0 l D
CO2-Emission (kombiniert) 144 g/km 179 g/km k. A. 181 g/km (223 g/km) 154 g/km 150 g/km 183 g/km
Messwerte (Break)[D 2]
Höchstgeschwindigkeit 160 km/h 174 km/h 172 km/h (170 km/h) 175 km/h 186 km/h 185 km/h
Beschleunigung, 0–100 km/h 18,0 s 15,1 s 15,3 s (16,6 s) 15,0 s 12,8 s 12,7 s
Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert) 7,0 l D 7,0 l D (8,1 l D) 5,8 l D 5,7 l D 7,1 l D
CO2-Emission (kombiniert) 185 g/km k. A. 183 g/km (225 g/km) 160 g/km 156 g/km 184 g/km
  1. Ab Juli 1999 nur noch mit Automatikgetriebe erhältlich.
  2. a b Werte in runden Klammern („( )“) für Automatikgetriebe.

Xantia Activa[Bearbeiten]

Logo des Xantia Activa

Der Xantia Activa war das (technische) Topmodell der Xantia-Baureihe von Citroën. Die Vorstellung war Ende 1994, gebaut wurden zwischen Frühjahr 1995 und Herbst 2001 etwas mehr als 18.000 Stück.

Neben Hydractive II hatte der Activa noch die sogenannte Aktive Fahrwerksstabilisierung (AFS), im französischen SC.CAR = Systeme Citroën de Contrôle Actif du Roulis, welches der erste serienmäßig angebotene aktive Querstabilisator im Automobilbau war. Mit diesem System wird die Seitenneigung durch mechanische Regelung mit Hydraulikzylindern, die auf die Querstabilisatorstangen einwirken, auf ein Minimum (−0,2° bis 1°) reduziert. Diese Technik ermöglicht (laut Werksangabe) bei optimal griffiger Fahrbahn Querbeschleunigungen von bis zu 1,2g und bietet dabei trotzdem noch einen überdurchschnittlich hohen Federungskomfort und damit sichere Straßenlage. Gegenüber den Standardmodellen hat der Activa Sitze mit verstärkten Seitenwangen, welche zudem bei der ersten Serie (X1) pneumatisch verstellbar sind. Dadurch ist mehr Seitenhalt gewährleistet.

Funktionsweise von AFS/SC.CAR: Beide (relativ dicken) Querstabilisatoren (vorne 28 mm, hinten 25 mm Durchmesser) sind diagonal gegenüberliegend (vorne-links und hinten-rechts) über einen Differential-Hydraulikzylinder mit den Radlenkern verbunden.

Diese Zylinder sind an ein Reglerventil angeschlossen, welches von den vorderen Querlenkern mittels Schubstangen über eine Feder-Hebel-Mechanik direkt betätigt wird. Auftretendes Rollmoment (Seitenneigung) wirkt auf die Querlenker entgegengesetzt – ein Rad federt ein, das andere federt aus. Dadurch wird das Reglerventil – der Neigungskorrektor – durch die Schubstangen in eine Richtung hin aus seiner Ruhelage (Geradeausstellung) gezogen/geschoben, wodurch es einen dem Rollmoment proportionalen Druck in den Hydraulikzylindern einstellt.

Die Hydraulikzylinder verändern dadurch ihre Länge und wirken so der Verspannung des Querstabilisator entgegen. Sie „drücken“ die Karosserie über die Querstabilisatorstangen gegen das einwirkende Rollmoment wieder in die Horizontale, womit Kurvenfahren bis zu 0,6g Querbeschleunigung mit −0,2 bis 0,5° Seitenneigung ermöglicht wird. Ab 0,6g Querbeschleunigung kommen die Stellzylinder an ihren Anschlag, ab hier neigt sich der Xantia Activa bis zum Erreichen des Kurvengrenzbereiches bis zu 1° in die Kurve, was dem Wert eines guten Sportwagens mit entsprechend straffer Abstimmung entspricht.

Da dieser aktive Rollstabilisator unabhängig vom Hydractive-II-Fahrwerk arbeitet, bleibt dessen Federweg auch bei extremer Kurvenfahrt fast ganz erhalten und sorgt so für eine deutlich bessere Straßenlage in diesen Situationen als konventionelle Radaufhängungen. Bei Geradeausfahrt wird über das Steuergerät der Hydractive-Federung zudem ein Magnetventil betätigt, das eine zusätzliche Federkugel in den hydraulischen Regelkreis der Stellzylinder schaltet. Dadurch wird zum einen die Steifigkeit der hart abgestimmten Stabilisatorstangen „virtuell“ durch die Gasfüllung der Federkugel abgemildert, um Kopierbewegungen zu reduzieren und so den Komfort zu erhöhen. Zudem wirkt sie durch ihre Speicherwirkung dämpfend auf den Regelkreis, damit bei Geradeausfahrt keine unerwünschten Regelschwingungen durch federungsbedingte kurzzeitige Betätigung des Neigungskorrektors auftreten.

Es gab den Xantia Activa mit folgenden Motoren (nicht in jedem Land verfügbar):

  • Benziner: 2,0i 16V (132 PS), 2,0i 16V (150 PS), 2,0i TCT (147 PS) und 3,0i V6 (190 PS).
  • Diesel: 2,1 Turbo D12 (109 PS) und 2,0 HDi (109 PS).

Ein Activa ist am serienmäßigen Heckspoiler, den Venise-Leichtmetallfelgen, den in Wagenfarbe lackierten Stoßfängern (bei Modellen erster Serie), dem schwarzen Wagenhimmel (je nach Baujahr), speziellen Vordersitzen mit ausgeprägteren Seitenwangen und dem Activa-Logo anstatt der Hubraumangabe an den Türen zu erkennen.

Das schwedische Fachmagazin Teknikens Värld hatte 1999 den Xantia Activa in der V6-Version getestet und ihn im Handling beim standardisierten Ausweichtest, dem Elchtest, im Ergebnis klar favorisiert. Er hält bis dato (Stand August 2012) den ersten Platz auf der Rangliste aller Elchtests der vergangenen Jahre noch vor Porsche 996/997 und Audi R8.[4]

Sicherheit[Bearbeiten]

Ab Modelljahr 1994 wurde serienmäßig ein Fahrer-Airbag montiert, ab Modelljahr 1996 auch ein Beifahrer-Airbag. Mit der Überarbeitung Ende 1997 wurde der Xantia zusätzlich mit zwei Seitenairbags in den Lehnen der Vordersitze ausgestattet und erhielt strukturelle Karosserieverstärkungen. An den Schlössern der vorderen Sicherheitsgurte kamen pyrotechnische Gurtstraffer zum Einsatz. Alle Xantia wurden mit einem 3-Kanal-ABS ausgeliefert.

Die schwedische Versicherungsgruppe Folksam wertet für verschiedene Automodelle Daten realer Unfälle aus. Dadurch ermittelt sie das Risiko auf Tod oder dauerhafte Behinderung im Fall eines Unfalls für die jeweiligen Automodelle im Verhältnis zu allen ausgewerteten Automodellen. In den Reporten Hur säker är bilen? ist der Citroën Xantia wie folgt klassifiziert:

Report Klassifikation
2001[5] 20 % besser als Durchschnitt
2003[6] über 15 % besser als Durchschnitt
2005[7] über 15 % besser als Durchschnitt
2007[8] schlechter als Durchschnitt
2009[9] durchschnittlich
2011[10] schlechter als Durchschnitt
2013[11] 20 % schlechter als Durchschnitt

Literatur[Bearbeiten]

  • Steve Rendle, Andy Legg, Bob Jex: Citroën Xantia: Haynes Service and Repair Manual. Haynes Publishing, Somerset 2003, ISBN 1-85960-550-8 (englisch).
  • Reparaturanleitung: Citroën Xantia ab Baujahr 1993. Bucheli Verlag, Zug/Schweiz, ISBN 3-7168-1907-7.
  • Automobil Revue. Katalog 1995, 1996, 1997, 2000 und 2001.
  • Bil-Revyen 2001. Bonnier Publications A/S, Dänemark, 18. Oktober 2000, ISBN 87-7741-198-6 (dänisch).
  • Årets Biler 2001. Bil Magasinet, Dänemark, ISBN 1397-7822 (dänisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Citroën Xantia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bosch Produktfinder, Scheibenwischer 2003/2004
  2. Ergebnisse des Citroën Xantia X1 beim Euro-NCAP-Crashtest, abgerufen am 28. April 2014 (englisch)
  3. a b Citroen Dokument: Xantia Modellhistorie auf citdoks.de, abgerufen am 28. April 2014
  4. teknikensvarld.se: „Älgtest − så klarar din bil en undanmanöver“, abgerufen am 8. September 2014 (schwedisch)
  5. Hur säker är bilen? 2001. Folksam, 2001, archiviert vom Original am 4. Oktober 2001, abgerufen am 21. Juli 2014 (PDF).
  6. Hur säker är bilen? 2003. Folksam, 2003, abgerufen am 20. Juli 2014 (PDF, schwedisch).
  7. Hur säker är bilen? 2005. Folksam, 2005, abgerufen am 20. Juli 2014 (PDF, schwedisch).
  8. Hur säker är bilen? 2007. Folksam, November 2007, abgerufen am 20. Juli 2014 (PDF, schwedisch).
  9. Hur säker är bilen? 2009. Folksam, Mai 2009, abgerufen am 20. Juli 2014 (PDF, schwedisch).
  10. Hur säker är bilen? 2011. Folksam, 2011, abgerufen am 20. Juli 2014 (PDF, schwedisch).
  11. Hur säker är bilen? 2013. Folksam, 2013, abgerufen am 20. Juli 2014 (PDF, schwedisch).