Ciudad Juárez
| Ciudad Juárez | ||
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| 31.733333333333-106.4751120Koordinaten: 31° 44′ N, 106° 29′ W
Ciudad Juárez auf der Karte von Chihuahua |
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| Basisdaten | ||
| Staat | Mexiko | |
| Bundesstaat | Chihuahua | |
| Municipio | Juárez | |
| Stadtgründung | 1659 | |
| Einwohner | 1.321.004 (2010) | |
| – im Ballungsraum | 2.031.319 | |
| Stadtinsignien | ||
| Detaildaten | ||
| Fläche | 221 km² | |
| Bevölkerungsdichte | 5.889 Ew./km² | |
| Höhe | 1120 m | |
| Gewässer | Río Bravo | |
| Postleitzahl | 32000 | |
| Vorwahl | 656 | |
| Zeitzone | UTC-7 | |
| Stadtvorsitz | Héctor Murguía Lardizábal (PRI) | |
| Website | ||
| Satellitenbild von Ciudad Juárez und El Paso | ||
| Ciudad Juárez | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Ciudad Juárez ist eine Stadt im Bundesstaat Chihuahua im Norden Mexikos und Verwaltungssitz des Municipio Juárez. Sie liegt an der mexikanisch-US-amerikanischen Grenze gegenüber von El Paso, mit dem sie durch vier Brücken verbunden ist, und am Zufluss des Río Conchos in den Rio Grande. Die Einwohnerzahl beträgt 1.321.004 (Volkszählung 2005).[1] Die Metropolregion Ciudad Juárez/El Paso hat etwa zwei Millionen Einwohner.
Seit der Gründung der Freihandelszone NAFTA (Mexiko, USA und Kanada) im Jahre 1994 ist Ciudad Juárez eine der am schnellsten wachsenden Städte Mexikos, da die Ansiedlung von sogenannten Maquiladoras vor dem Hintergrund, dass die Löhne im Vergleich zu den USA niedriger sind, Investitionen nach sich zogen.
Eine Auswirkung der zum Teil unkontrollierten Zuwanderung sind die Armensiedlungen rund um die Stadt, wie z. B. die Colonia Anapra im Nordwesten.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Am 8. Dezember 1659 wurde auf dem heutigen Stadtgebiet durch Pater García de San Francisco die Mission Nuestra Señora de Guadalupe de los Mansos del Paso del Norte gegründet. 1683 nannte man die Stadt „Presidio Paso del Norte“.[2] Durch die im Vertrag von Guadalupe Hidalgo (1848) festgelegte Grenzziehung verlor die Stadt ihren nördlichen Teil, das heutige El Paso. Zu Ehren des mexikanischen Präsidenten Benito Juárez erhielt die Stadt 1888 ihren heutigen Namen.
Während der Mexikanischen Revolution war die Stadt aufgrund ihrer Bedeutung für den Grenzverkehr in die Vereinigten Staaten mehrmals Zankapfel zwischen Regierungstruppen und Revolutionären. In der Anfangsphase der Revolution wurde sie am 10. Mai 1911 von den nördlichen Revolutionstruppen, die unter dem Kommando von Giuseppe Garibaldi, Pascual Orozco, Pancho Villa und anderen standen, erobert. Unterhändler von Mexikos Langzeitpräsidenten und Diktator Porfirio Díaz unterzeichneten daraufhin mit seinem Herausforderer Francisco Madero den Vertrag von Ciudad Juárez (El Tratado de Ciudad Juárez), in dem der Rücktritt von Díaz und seinem Vizepräsidenten sowie Neuwahlen vorgesehen waren. Díaz ging daraufhin ins Exil und Madero wurde zum Präsidenten gewählt, womit die erste Phase der Revolution abgeschlossen war.
Kriminalität [Bearbeiten]
Die Stadt hält eine Spitzenposition in der Verbrechensstatistik. Unter allen mexikanischen Städten ist sie von dem seit 2007 tobenden Drogenkrieg in Mexiko am meisten betroffen. In der Stadt kämpfen das Sinaloa-Kartell und das Juárez-Kartell um die Vorherrschaft.[3] Im Jahr 2008 wurden etwa 1.600 Menschen ermordet, 2009 waren es 2.657 und 2010 gab es 3.111 Opfer. Pro Tag werden durchschnittlich 7 Menschen ermordet.[4] Auf Druck des organisierten Verbrechens trat im Februar 2009 der Polizeichef der Stadt, Roberto Orduña Cruz, zurück.[5] Zudem gab es seit dem Beginn einer Mordserie an Frauen und Mädchen mehrere hundert Opfer. (→ Frauenmorde von Ciudad Juárez).
Gregory Nava drehte 2006 den Spielfilm Bordertown über diese Morde. Der Dokumentarfilmer Gianfranco Rosi und der Autor Charles Bowden drehen 2010 in der Nähe von Juárez den Dokumentarfilm Der Auftragskiller - Zimmer 164. Darin spricht ein ehemaliger Auftragsmörder eines Kartells über die 20 Jahre seiner Mitgliedschaft.[6][7]
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Antonio Attolini Lack (1931–2012), Architekt
- Luis Antonio Dámaso de Alonso (1905–1994), Filmschauspieler (Künstlername: Gilbert Roland)
- Susana Chávez (1974–2011), Schriftstellerin und Menschenrechtlerin
- Kitten Natividad (* 1948), Pin-Up-Model und Schauspielerin
Partnerstädte [Bearbeiten]
Tecomán, Mexiko
Tijuana, Mexiko
Las Cruces, USA
San Diego, USA
Siehe auch [Bearbeiten]
Literatur [Bearbeiten]
- Martina Fuchs: Transnationale Lernprozesse in Cd. Juárez, Mexiko: Von der Maquiladora zum Knoten im Globalen Industrienetzwerk. Report Nr. 53. In: INEF. 2001, abgerufen am 7. Januar 2011 (PDF; 307 kB).
- Tausende Menschen auf der Flucht. In: die tageszeitung. 31. Dezember 2010, abgerufen am 7. Januar 2011: „Einer jüngst veröffentlichten Studie der Autonomen Universität von Juárez zufolge wurden mindestens 32.868 Wohnungen in der Grenzstadt verlassen.“
- Matthias Rüb: Jenseits des Rio Grande. Wahl in Mexiko. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 27. Juni 2012, abgerufen am 29. Juni 2012 (deutsch, Bericht über den Wahlkampf für die Parlamentswahlen in Mexiko 2012 in der Ciudad Juárez).
Weblinks [Bearbeiten]
- Ciudad Juárez. In: Enciclopedia de los Municipios de México. Estado de Chihuahua (spanisch)
- Offizieller Internetauftritt von Ciudad Juárez (spanisch)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Principales resultados por localidad 2010 (ITER) (Info des Instituto Nacional de Estadística y Geografía)
- ↑ Historia. juarez.gob.mx. Abgerufen am 1. August 2012.
- ↑ Matthias Rüb: Jenseits des Rio Grande. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 27. Juni 2012, abgerufen am 29. Juni 2012 (deutsch).
- ↑ Gregor Peter Schmitz: Obama erklärt Mexikos Drogenbaronen den Krieg. In: Spiegel Online, 20. Mai 2010.
- ↑ Drogenmafia erzwingt Rücktritt, In: n-tv, 21. Februar 2009.
- ↑ Der Auftragskiller - Zimmer 164. In: zelluloid.de, abgerufen Juli 2012.
- ↑ Der Auftragskiller - Zimmer 164, der Film selber zum Ansehen in der ARTE-Mediathek, abgerufen Juli 2012.