Civil parish

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Civil parishes (engl.Gemeinden“) sind die untersten kommunalen Verwaltungseinheiten im Vereinigten Königreich und in Irland, die allerdings in Großbritannien keine formale Bedeutung mehr haben, sondern wie die Grafschaften und Bezirke in die „einheitliche Verwaltungsbehörde“ (Unitary Authority) aufgegangen sind. Sie haben ihren Ursprung von den Kirchengemeinden aus der Zeit vor der Säkularisierung, deren Grenzen haben sich durch Gebietsreformen im Laufe der Zeit jedoch stark verschoben.

Civil parishes in England (blau) und Wales (grün)

In England und Wales gibt es (gewöhnlich innerhalb von großen Städten) noch sogenannte unparished areas, also Gebiete, die nicht einer civil parish angehören und keine eigene Verwaltungseinheit bilden. Civil parishes in Irland haben keine administrative Funktion und dienen lediglich als Kataster-Einheiten.

England[Bearbeiten]

Durch den Local Government Act 1972 wurden am 1. April 1974 alle seit 1894 bestehenden civil parishes aufgelöst und durch neue ersetzt. Seitdem bilden sie nach den Grafschaften und Bezirken (Districts bzw. Boroughs) die unterste Verwaltungseinheit in England.

Wales[Bearbeiten]

Durch den Local Government Act 1972 wurden am 1. April 1974 alle bestehenden civil parishes aufgelöst und durch sogenannte communities ersetzt. Sie bilden seitdem das Gegenstück zu den englischen civil parishes.

Schottland[Bearbeiten]

In Schottland wurden die civil parishes als Verwaltungseinheit durch den Local Government (Scotland) Act 1929 aufgelöst und dienten danach nur noch zur Erhebung von Statistiken. Durch den Local Government (Scotland) Act 1973 wurden zwar neue communities eingeführt, diese besitzen aber keine vergleichbare Macht wie die Verwaltungseinheiten gleicher Ebene in England und Wales.

Die civil parishes Schottlands datieren aus dem Jahr 1845, welche dazu bestimmt waren die Einhaltung des Armengesetzes zu verfolgen. Sie entsprachen anfangs den Kirchengemeinden der Church of Scotland, jedoch veränderten sich die Grenzen sowie die Anzahl der Gemeinden schon sehr bald. Wo innerhalb einer solchen Verwaltungseinheit eine freie Stadt existierte, wurde zusätzlich eine Landgemeinde für den Teil außerhalb der Stadt gebildet. Bis 1891 lagen viele Gemeindegebiete in unterschiedlichen Grafschaften, was durch den Local Government (Scotland) Act 1889 jedoch rückgängig gemacht wurde. 1894 wurden erstmals Gemeinden mit demokratisch zu wählenden Gemeinde- und Stadträten eingeführt, dies wurde 1930 durch den Local Government (Scotland) Act 1929 wiederum rückgängig gemacht. Obwohl die civil parishes seitdem zwar keine administrative Funktion mehr besitzen, existieren sie bis heute. Sie sind die Grundlage für die Durchführung von Volkszählungen sowie für die Kodierung landwirtschaftlicher Betriebe. Derzeit existieren laut dem General Register Office for Scotland 871 civil parishes.

Irland[Bearbeiten]

In Irland entsprachen die Gemeindegebiete ursprünglich jenen der Church of Ireland. Die Grenzen der Kirchengemeinden änderten sich durch den Irish Church Disestablishment Act 1869, die staatlichen Gemeinden blieben davon jedoch unbeeinflusst. Die Gemeinden der Römisch-katholische Kirche standen zu keiner Zeit in Beziehung zu den Staatsgemeinden.

Die civil parishes hatten bei der Steuererhebung eine gewisse Bedeutung und wurden im 19. Jahrhundert in die Landkarten des irischen Vermessungsamtes (Ordnance Survey Ireland) eingetragen.[1]

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. Interaktive Landkarte. In: Mapviewer. Ordnance Survey of Ireland. Abgerufen am 9. März 2010.

Weblinks[Bearbeiten]