Civitella in Val di Chiana

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Civitella in Val di Chiana
Wappen
Civitella in Val di Chiana (Italien)
Civitella in Val di Chiana
Staat: Italien
Region: Toskana
Provinz: Arezzo (AR)
Koordinaten: 43° 25′ N, 11° 43′ O43.41666666666711.716666666667525Koordinaten: 43° 25′ 0″ N, 11° 43′ 0″ O
Höhe: 525 m s.l.m.
Fläche: 100,4 km²
Einwohner: 9.117 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 91 Einw./km²
Angrenzende Gemeinden Arezzo, Bucine, Laterina, Monte San Savino, Pergine Valdarno
Postleitzahl: 52040
Vorwahl: 0575
ISTAT-Nummer: 051016
Volksbezeichnung: Civitellini
Website: Gemeinde Civitella in Val di Chiana

Civitella in Val di Chiana ist eine Gemeinde mit 9117 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) in der Toskana, Italien und gehört zur Provinz Arezzo. Die Stadt ist Mitglied der Cittaslow, einer 1999 in Italien gegründeten Bewegung zur Entschleunigung und Erhöhung der Lebensqualität in Städten.

Geografie[Bearbeiten]

Lage von Civitella in Val di Chiana in der Provinz Arezzo
Der Gemeindeplatz in Civitella

Der Ort erstreckt sich über ca. 100 km². Er liegt ca. 15 km südwestlich von Arezzo und 65 km südöstlich von Florenz im Chianatal.

Zu den Ortsteilen zählen Albergo, Badia al Pino, Ciggiano, Cornia, Oliveto, Pieve a Maiano, Pieve al Toppo, Spoiano, Tegoleto, Tuori und Viciomaggio.

Die Nachbargemeinden sind Arezzo, Bucine, Laterina, Monte San Savino und Pergine Valdarno.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Das ganze Jahr über finden in der Burgruine Theateraufführungen und Ausstellungen statt, beginnend im Februar mit einem Amateur-Theaterwettbewerb und endend im November mit der Vorstellung des neuen Olivenöls.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 29. Juni 1944 erschossen Soldaten der Division „Hermann Göring“ in der Val di Chiana 250 Zivilisten, darunter Frauen und Kinder. In Civitella wurden 212 Opfer gezählt, in den nahe gelegenen Ortschaften San Pancrazio und Cornia weitere 38. Dieser Terrorakt war eine Vergeltungsaktion für einen Partisanenanschlag auf vier Wehrmachts-Soldaten in einer Gastwirtschaft elf Tage zuvor in Montaltuzzo, bei der es nach einem Feuergefecht auf deutscher Seite drei Tote und einen Schwerverletzten gegeben hatte.[2] Am 29. Juni 2014 erinnerte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier gemeinsam mit der italienischen Außenministerin Federica Mogherini durch den Besuch einer Gedenkstunde mit Kranzniederlegung in Civitella der Opfers des Massakers vor 70 Jahren. In seinen Gedenkworten zu Verantwortung, Verbrechen und Versöhnung sprach er auch Italienisch.

Die Burg Civitella

Monumente[Bearbeiten]

  • Villa Oliveto, historisches Haus und späteres Konzentrationslager, heute Centro di documentazione sui campi di concentramento („Dokumentationszentrum der Konzentrationslager“).

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Christiane Kohl: Villa Paradiso – Als der Krieg in die Toskana kam. 2. Auflage. Goldmann, München 2003, ISBN 3-442-15277-1. Tatsachenroman, übersichtlicher Rechercheteil, Bildteil mit historischen Fotografien.
  • Christiane Kohl: Der Himmel war strahlend blau. Vom Wüten der Wehrmacht in Italien. Picus, Wien 2004, ISBN 3-85452-484-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Civitella in Val di Chiana – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.
  2.  Michael Geyer: Es muß daher mit schnellen und drakonischen Maßnahmen durchgegriffen werden. In: Hannes Heer, Klaus Neumann (Hrsg.): Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944. Hamburg 1995, ISBN 3-930908-04-2, S. 208ff.
  3. http://www.kaempfelbach.de/de/kaempfelbach/civitella-in-val-di-chiana/