Claire Bauroff

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Claire Bauroff (* 26. Februar 1895 in Weißenhorn; † 1984, gebürtig Klara Amanda Anna Baur[1]) war eine Tänzerin.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Claire Bauroff nahm in München Schauspielunterricht und zwischen 1913 und 1915 bei Rudolf Bode Tanzunterricht. Sie war Mitglied der Münchner Tanzgruppe um Andreas P. Scheller, die den Modern Dance pflegte, war aber auch als Bühnen- und Filmschauspielerin tätig. 1920 trat sie in dem Film Pán des ungarischen Regisseurs Pál Fejös auf, ein Film der wegen der strengen Zensur in Ungarn nicht gezeigt werden durfte.

In den zwanziger Jahren wurde Bauroff durch ihren künstlerischen Nackttanz auf österreichischen und deutschen Bühnen berühmt. Ihre Auftritte in der Berliner Scala waren gefeiert.[2] Ihre Bekanntheit verdankte sie in erster Linie den zu Werbezwecken angefertigten Aktfotografien von Trude Fleischmann, die ausgiebig publiziert wurden. 1925 wurden diese Bilder aus der Vorschauvitrine des Berliner Admiralspalastes, wo Bauroff auftrat, von der Polizei entfernt. Bauroff trat auch nackt in dem Film Wege zu Kraft und Schönheit auf, der die Freikörperkultur propagierte.

Der Schriftsteller Hermann Broch, der 1922 eine Affäre mit Bauroff hatte, widmete ihr das Gedicht Die Tänzerin. Broch blieb bis an sein Lebensende 1951 in brieflichem Kontakt mit Bauroff.[3]

Filme[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Claire Bauroff: 'Wandlung aber ist das Leben'. Claire Bauroff - Gedichte. Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Ralf Georg Czapla. Bernstein-Verlag, Gebr. Remmel, Bonn 2011; ISBN 978-3-939431-61-9.
  • Ralf Georg Czapla: 'nach Maß gearbeitet'. Hermann Brochs Gedichte für die Tänzerin Claire Bauroff. Mit einer Edition des Briefwechsels Bauroff – Broch und von Auszügen aus der Korrespondenz Bauroff – Burgmüller. In: Jahrbuch zur Kultur und Literatur der Weimarer Republik 12 (2008), S. 69-113. ISBN 978-3-88377-951-5.
  • John Wendell Dodds: The Several Lives of Paul Fejos: A Hungarian-American Odyssey, Wenner-Gren Foundation, 1973, Seite 1
  • Anton Holzer, Frauke Kreutler (Hg.): Trude Fleischmann – Der selbstbewusste Blick, Hatje Cantz Verlag, Wien 2011, ISBN 978-3-902312-21-1, Seiten 106 ff
  • Ralf Georg Czapla: Kinderjahre einer Tänzerin. Claire Bauroff in Weißenhorn und Neu-Ulm. In: Geschichte im Landkreis Neu-Ulm. Jahrbuch des Landkreises Neu-Ulm 19 (2013), S. 117-130. ISBN 978-3-9812654-9-1.
  • Claire Bauroff im Karlsruher Virtuellen Katalog

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Siehe dazu das Faksimile der Geburtsurkunde in: Ralf Georg Czapla: Kinderjahre einer Tänzerin. Claire Bauroff in Weißenhorn und Neu-Ulm, S. 121.
  2. Frank Thiess: Freiheit bis Mitternacht. Wien/Hamburg: Zsolnay, 1965, S. 340f.
  3. Paul Michael Lützeler: Hermann Broch. Eine Biographie. Frankfurt: Suhrkamp, 1985.