Clara Möller-Coburg

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Clara Möller-Coburg, auch Clara Ehmcke und Clara Möller (* 10. April 1869 in Coburg; † 30. September 1918 in München) war eine deutsche Kunstgewerblerin und Grafikerin, die den Namen ihrer Geburtsstadt ihren Künstlernamen hinzufügte.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Möller-Coburg war die Tochter des Oberlehrers Johannes Möller und dessen Ehefrau Susann(e)a Margareta Möller. Sie studierte in den 1890er Jahren an der sogenannten Damenakademie des Münchner Künstlerinnenvereins und war anschließend Mitarbeiterin der renommierten Steglitzer Werkstatt Berlin:

Ihre aus der Folklore und Spielzeugwelt kommende Bildform hebt sich deutlich von anderen Arbeiten der Steglitzer Werkstatt ab und ist unverkennbar in der Eigenart[1].

Von 1904 bis 1905 war Clara Möller Lehrerin für Textilarbeiten an der Kunstgewerbe- und Handwerkschule in Magdeburg. 1905 heiratete sie den Grafiker Fritz Helmuth Ehmcke, den Mitbegründer der Steglitzer Werkstatt Berlin. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor, ein Sohn und die Tochter Susanne Ehmcke.

Reklamemarke ca. 1908

Clara Möller-Coburg entwarf Ex-Libris, Werbeplakate, Warenverpackungen, Visitenkarten, Vorsatzpapiere, Entwürfe für künstlerische Reformbekleidung, Webe- und Stickarbeiten, Kinderspielzeug etc.

Die Künstlerin starb an den Folgen der spanischen Grippe. Ihre Enkelin Sabine Bloch schreibt, dass das Werk ihrer Großmutter noch weitgehend unerforscht[2] ist.

Werke[Bearbeiten]

  • Werkbeispiele, in: Dekorative Kunst 1905/H. 2, s. 49 ff
  • Werkbeispiele, in: Dekorative Kunst 1905/H. 7, S. 294 ff
  • Urs Latus: Kunststücke. Holzspielzeugdesign vor 1914, S. 141
  • Liebe alte Kinderstube, mit einem Nachwort von Susanne Ehmcke, München: Annette Betz 1969[3].

Literatur[Bearbeiten]

  • Jean Loubier: Die Steglitzer Werkstatt, in: Deutsche Kunst und Dekoration', Darmstadt 1930/04, S. 63 ff
  • Beispiele zeitgemässer Drucksachen nach Entwürfen von Clara Möller-Coburg und F. H. Emcke, Düsseldorf, Prof. F. W. Kleuken, Darmstadt und Max Hartwig, Hannover 1908
  • Hans Adolf Halbey: Das Bilderbuch in Deutschland im 20. Jahrhundert, in: Clemens Baumgärtner (Hrg.): Aspekte der gemalten Wetl, Weinheim/Berlin 1968, S. 11–31
  • Jutta Assel: Susanne Ehmcke. Kinderbücher aus fünf Jahrzehnten. Ausstellungskatalog der Internationalen Jugendbibliothek München 1981
  • Sabine Bloch: Biographie. Susanne Ehmcke, in: Maria Linsmann (Hrsg.): Reim und Bild. Die Autorin und Illustratorin Susanne Ehmcke, Troisdorf 2010, S. 9–12
  • Saur Allgemeines Künstlerlexikon. Band 32 Ebersbach-Eimbke, München/Leipzig, S. 431-432
  • Sabine Bloch: Bilder und Reime - Susanne Ehmcke als Autorin und Illustratorin, in: Maria Linsmann (Hrg.): Reim und Bild. Die Autorin und Illustratorin Susanne Ehmcke, Troisdorf 2010, S. 13- 20

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Halbey 1968, S. 30
  2. Bloch 2010, S. 9
  3. Clara Möller hatte zu diesem Bilderbuch nur Skizzen hinterlassen, die von ihrer Tochter neu gezeichnet, ferner durch Titel und eine Illustration (Erbsen, Bohnen, Linsen) ergänzt wurden. Auch hatte Susanne Ehmcke Texte hinzugefügt