Clara Ward, Princesse de Caraman-Chimay

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Clara Ward in "pose plastique", um 1905

Clara Ward , verehelicht zeitweilig als Princesse de Caraman-Chimay (* 17. Juni 1873, in Detroit, Michigan; † 9. Dezember 1916 in Padua) war eine Berühmtheit der Belle Époque. Sie war eine Tochter aus reichem Haus. Ihr Vater, der Dampfschiffbetreiber, Besitzer einer Silbermine und Eisenindustrielle Captain Eber Brock Ward (1811–1875) soll der erste Millionär des Staates Michigan gewesen sein. In erster Ehe heiratete Clara Marie Joseph Anatole Pierre Alphonse de Riquet, Prince de Caraman-Chimay, (1858–1937) einen belgischen Fürsten und Parlamentsabgeordneten. Die Ehe wurde am 19. Mai 1890 in Paris geschlossen. Ihr entsprangen eine Tochter und ein Sohn.

Clara Ward Postkarte, um 1905

Der Pariser Küchenchef Escoffier benannte die von ihm erfundenen Gerichte Oeufs à la Chimay and Poularde Chimay nach Clara.

Vermutlich 1894 ging Ward eine Beziehung mit dem ungarischen Zigeunerprimás Rigó Jancsi (1858–1927) ein. Fast zwei Jahre lebte das Liebespaar zurückgezogen im Einemhof, einem abgeschiedenem Forstgasthaus bei Lüneburg.

Clara Ward und Rigó Jancsi, um 1905

Die Zeitung Ludington Record vom 24. Dezember 1896 berichtete über die Affäre unter der Überschrift "Gone With a Gypsy", auch andere Medien griffen das Thema auf. In Budapest wurde ein Kuchen nach Rigo Jancsi benannt. Die Scheidung erfolgte am 19. Januar 1897. Rigó (so der Nachname des Geigers) und Clara heirateten, wahrscheinlich in Ungarn. Relativ bald nach der Hochzeit kam es allerdings wegen der Untreue Jancsis zur erneuten Scheidung.

So lange die sensationsträchtige Idylle mit Rigó dauerte, vermarktete Clara ihre Schönheit und ihren Bekanntheitsgrad. Sie posierte in hautengen Kostümen in den Folies Bergère und nannte diese Kunstform ihre poses plastiques. Henri de Toulouse-Lautrec verfertigte 1897 eine Lithographie von Clara und Rigó, genannt "Idylle Princière" In Europa zirkulierten zahlreiche Postkarten des Paares und Claras.

Zwei weitere Ehen folgten, eine 1904-1910 mit Peppino Ricciardo und die letzte mit einem Signore Cassalota, Stationsvorstand bei der Circumvesuviana-Bahn.

Clara soll sich in einer ihr gehörigen Villa in Padua erschossen haben.

Die Gestalt von La Môme Pistache, (verkörpert von Shirley MacLaine) in der Filmversion von Cole Porters Musical Can-Can beruht zum Teil auf Clara Ward.

Literatur[Bearbeiten]

  • The National Cyclopedia of American Biography, Vol. XIII, p. 125. New York: James T. White & Company, 1906.
  • Cleveland Amory: Who Killed Society?, p. 234. New York: Harper & Brothers, 1960.
  • Cornelia Otis Skinner: Elegant Wits and Grand Horizontals, p. 220. Boston: Houghton Mifflin Company, 1962.

Weblinks[Bearbeiten]