Clarence White

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Gitarristen Clarence White. Für den Fotografen siehe Clarence Hudson White.

Clarence White (* 7. Juni 1944 in Lewiston, Maine; † 14. Juli 1973 in Palmdale, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Bluegrass-Gitarrist, der Mitglieder der Kentucky Colonels und der Byrds war.

Clarence White stammt aus dem nördlichen US-amerikanischen Bundesstaat Maine und hatte einen kanadischen Vater hat. Seine Liebe gehörte von frühester Kindheit an der im Süden beheimateten Bluegrass-Musik. Nachdem die Familie nach Kalifornien gezogen war, gründete er mit seinen Brüdern Eric und Roland die Three Little Country Boys, aus denen 1962 die Kentucky Colonels wurden. Die Band spielte einen modernen Bluegrass, in den auch Elemente anderer Stilrichtungen einflossen.

An der Westküste entstand in diesen Jahren eine kleine aber qualitativ hochwertige Bluegrasszene, sie sich durchaus gegen die übermächtige Folkbewegung zu behaupten wusste. Getragen wurde sich von talentierten Musikern wie Chris Hillman, den Gosdin Brothers soeiw von Clarence White.

Nachdem die Kentucky Colonels 1965 auseinandergegangen waren, arbeitete White zunächst als Session-Gitarrist. Er wirkte bei Aufnahmen von Gib Gilbeau und Gene Parsons, den Gosdin Brothers, Wynn Stewart und anderen mit und spielte ein eigenes Album ein, das aber nicht veröffentlicht wurde.

1968 schloss er sich der Gruppe Nashville West an, in der unter anderen Gene Parsons und Gib Gilbeau spielten. Im gleichen Jahr wurde er Mitglied der Byrds. Hier ersetzte er Gram Parsons, der die Band im Streit verlassen hatte. Nachdem auch Chris Hillman ausgestiegen war, um gemeinsam mit Gram Parsons und Sneaky Pete Kleinow die Flying Burrito Brothers zu gründen, übernahm White gemeinsam mit Roger McGuinn die musikalische Leitung.

Im Verlauf von Aufnahmesessions kamen White und Parsons 1968 auf die Idee, durch den Einbau eines Hebelmechanismus (Stringbender) in die Telecaster Whites Spielarten möglich zu machen, die bis dahin nur auf der Pedal-Steel-Gitarre. White setzte diesen Effekt auf Byrds-Aufnahmen ausgiebig ein. Heute ist der Sound von B-Bender Telecastern (heutige Bezeichnung von Fender) auf vielen Country-Aufnahmen zu hören.

Die Byrds gingen 1973 endgültig auseinander, und White arbeitete wieder als Sessionmusiker. Er schloss sich für kurze Zeit der Bluegrassgruppe Muleskinner an und unterstützte Gene Parsons beim Einspielen seines ersten Soloalbums. Wenig später formierten sich die Kentucky Colonols neu. Geplant waren eine Europa-Tournee und ein erstes eigenes Album. Am 14. Juli 1973 kam es zu einem tragischen Unfall beim Einladen der Instrumente nach einem Bluegrass-Gig. Clarence Whites und sein älter Bruder Roland wurden durch eine betrunkene Autofahrerin schwer verletzt. Clarence starb an schweren Hirnverletzungen. Den Tag zuvor waren noch neue Pläne über eine weiter Zusammenarbeit mit Roger McGuinn auf dessen Geburtstagsfeier geschmiedet worden. Clarence White hinterließ seine Frau mit zwei kleinen Kindern. Clarences Instrumente wurden nach seinem Tod an befreundete Musiker verkauft. Seine Telecaster ( Frankenstein ) wird heut von Marty Stuart gespielt, der die Gitarre als eine Art heiliger Gral stets dem Publikum zur Begutachtung zeigt. Seine Akustikgitarre wird von Tony Rice gespielt. Nachbildungen dieser Gitarren wurden von Fender, Martin und Santa Cruz hergestellt.