Claude-Glas

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Thomas Gainsborough: Mann mit einem Claude-Glas (undatiert)

Ein Claude-Glas ist ein kleiner, getönter und gerahmter Spiegel, der im 18. Jahrhundert dazu benutzt wurde, Landschaften unter ästhetischem Aspekt zu betrachten. Die zuerst in England aufgekommenen Claude-Gläser sind nach dem französischen Landschaftsmaler Claude Lorrain (1600–1682) benannt.

Der Benutzer eines Claude-Glases hielt den Spiegel so vor sein Gesicht, dass er die Landschaft in seinem Rücken in dem Rahmen betrachten konnte. Ziel dieser besonderen Art der Naturbetrachtung war es, solche Landschaftsausschnitte zu entdecken und ästhetisch zu genießen, die an die Gemälde Lorrains erinnerten.

Der Einfluss Claude Lorrains auf die Landschaftswahrnehmung seiner Zeit ging jedoch noch weiter. Seine idealisierten Landschaftsbilder wurden Vorbild für die Landschaftsgestaltung. "Das bei Claude erreichte Gleichgewicht der Teile, die sichtbar gewordene Harmonie zwischen Mensch, Natur und Geschichte, wurde zum Vorbild nicht nur für viele Maler der kommenden Jahrhunderte, sondern auch für manchen Privatmann, sich seine Umgebung nach diesem Muster als Garten zu gestalten." [1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Matthias Eberle; Adrian von Butlar: Landschaften und Landschaftsgarten, in: Deutsches Institut für Fernstudien an der Universität Tübingen: Funkkolleg Kunst, Studienbrief 7, Tübingen 1985, S. 11 - 50

Weblinks[Bearbeiten]