Claude-Prosper Jolyot de Crébillon

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Claude-Prosper Jolyot de Crébillon

Claude-Prosper Jolyot de Crébillon (genannt Crébillon fils; * 14. Februar 1707 in Paris; † 12. April 1777 in Paris) war ein französischer Autor.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Er wurde als Sohn des Tragödiendichters Prosper Crébillon Jolyot, Seigneur de Crébillon (1674–1762) und seiner Frau der Marie Charlotte Péaget (ca. 1690–1711), Tochter eines Pariser Apothekers, geboren. Er selbst heiratete am 23. April 1748 die M. Henriette Stafford-Howard (1711–1755). Das Paar hatte einen Sohn den Madeleine Henry Jolyot Crébillon, der aber im Alter von vier Jahren verstarb.[1]

Er wurde vor allem bekannt für seinen satirischen Schlüsselroman Tanzaï et Néadarné (Tanzai und Neadarne oder Der Schaumlöffel, 1734) die „moralische Erzählung“ Le Sopha (Der Sofa, 1742) und den "moralischen Dialog" Le Hasard du coin du feu (Das Spiel des Zufalls am Kaminfeuer, 1763). Für seine libertinären Texte musste er mehrfach staatliche Repressionen hinnehmen, so wurde er nach der Veröffentlichung von Tanzaï et Néadarné zu einer mehrwöchigen Kerkerhaft in Vincennes verurteilt; als Reaktion auf Le Sopha wurde er aus Paris verbannt. Crébillon genoss die Protektion der Madame de Pompadour, ihr verdankte er auch das Amt des königlichen Zensors, Censure royale das zuvor schon sein Vater († 1762) ausgeübt hatte. 1774 bis 1776 wirkte er auch als Theaterzensor. Crébillons Werke wurden im Deutschland der Aufklärung stark rezipiert; einige Schriften von Christoph Martin Wieland, darunter Die Abenteuer des Don Sylvio von Rosalva (1764) und Der goldene Spiegel (1772) sind von ihm beeinflusst.[2]

Ausgabe[Bearbeiten]

Crébillon der Jüngere: Das Gesamtwerk in acht Bänden. Nach der Londoner Gesamtausgabe aus dem Jahre 1777 und nach Handschriften z.T. erstmals gedruckt / Herausgegeben und eingeleitet von Erich Loos. Von Erika Hönisch [u.a.] ins Deutsche übertragen. Mit einem Essay von Alain Bosquet über die Illustrationen der Ausgabe, Propyläen-Verlag Berlin, 1968–1970

Der Sopha. Moralische Erzählungen. Aus dem Französischen des jüngern Herrn Crebillons, übersetzet. Zwey Theile. Pekin, zu finden in der Kayserlichen Hofbuchdruckerey 1765. Gestochenes Frontisipiz, XII, 382, II Seiten. Erste deutsche Ausgabe

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Günter Funke: Crébillon fils als Moralist und Gesellschaftskritiker. Funke, Heidelberg 1972, ISBN 3-533-02171-8 (Beiträge zur neueren Literaturgeschichte; Folge 3, 16)

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Claude-Prosper Jolyot de Crébillon – Quellen und Volltexte (französisch)
 Commons: Claude-Prosper Jolyot de Crébillon – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Genealogie der Familie
  2. Anne Saada: L’accueil de Crébillon fils en Allemagne au XVIIIe siècle. In: Revue de littérature comparée. 2002/3, N°303, S. 343–354