Claude Ballot-Léna

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Claude Ballot-Léna (* 4. August 1936 in Paris; † 9. November 1999) war ein französischer Automobilrennfahrer.

Ich gehöre hier schon zum Inventar wie ein alter Werkzeugkasten“, sagte Claude Ballot-Léna 1989 in einem Interview, als er zum dreiundzwanzigsten Mal nach Le Mans kam, um das 24-Stunden-Rennen zu bestreiten.[1].

Der ehemalige Boxer, Tennisspieler und Radfahrer bewies in über 30 Jahren seine Vielseitigkeit im Motorsport. Erste Erfahrungen sammelte er in den frühen 1960er-Jahren bei kleinen Rallyes und Bergrennen in der französischen Provinz. Der großgewachsene und bullige Franzose versuchte sich auch kurz im Monoposto und wurde Mitte der 1960er-Jahre im Sportwagensport heimisch. Viermal – 1972, 1974, 1975 und 1976 – gewann er die französische GT-Meisterschaft und 1973 auch die Europameisterschaft.

Seine größten Erfolge feierte er im Langstreckensport. 1969 gewann er gemeinsam mit seinem langjährigen Partner Guy Chasseuil das 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps auf einem Porsche 911. 1983 sicherte er sich gemeinsam mit Bob Wollek, A. J. Foyt und Preston Henn auf einem Porsche 935 den Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen von Daytona. In Le Mans waren nur seine beiden Landsleute Henri Pescarolo und Bob Wollek sowie der Japaner Yōjirō Terada öfter am Start als er. 1977 schaffte er dort mit Peter Gregg im Porsche 935 mit dem dritten Gesamtrang seine einzige Podiumsplatzierung. Ballot-Léna stand in seiner Karriere 154-mal auf dem Podium der ersten Drei und sicherte sich 71 Gesamt- und Klassensiege bei den unterschiedlichsten Rennveranstaltungen.

Lange Jahre fuhr er Rennen in der IMSA-GTP-Serie in den USA, mit gelegentlichen Ausflügen in die NASCAR, wo er auch beim Daytona 500 am Start war. Wenige Monate vor seinem Tod – er starb im Dezember 1999 an einer langen unheilbaren Krankheit – gab er der französischen Zeitschrift Auto Hebdo ein Interview und blickte auf seine Karriere zurück. „Wenn ich heute Bilanz ziehe, so bereue ich nichts. Ich habe mich nie für einen Überflieger gehalten. Mit den Mitteln, die mir zur Verfügung standen, habe ich eine ordentliche Karriere hinter mir. Mir reicht es, wenn die Leute später einmal auf die Frage, wer war Ballot-Léna, ganz einfach antworten: Das war ein Rennfahrer.“ [2]

Le-Mans-Ergebnisse[Bearbeiten]

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1966 FrankreichFrankreich Jean-Louis Marnat & Cie Marcos Mini GT2+2 FrankreichFrankreich Jean-Louis Marnat Rang 15
1967 FrankreichFrankreich S.E.C. Automobiles CD CD SP66C FrankreichFrankreich Denis Dayan Ausfall Motorschaden
1968 FrankreichFrankreich Auguste Veuillet Porsche 911T FrankreichFrankreich Guy Chasseuil Ausfall Motorschaden
1969 FrankreichFrankreich Auguste Veuillet Porsche 911T FrankreichFrankreich Guy Chasseuil Rang 11
1970 FrankreichFrankreich Établissement Sonauto Porsche 914/6 GT FrankreichFrankreich Guy Chasseuil Rang 6 und Klassensieg
1971 FrankreichFrankreich Auguste Veuillet Porsche 908/02 BelgienBelgien Guy Chasseuil Ausfall Unfall
1972 FrankreichFrankreich Charles Pozzi Ferrari 365GTB/4 FrankreichFrankreich Jean-Claude Andruet Rang 5 und Klassensieg
1973 FrankreichFrankreich Automobiles Charles Pozzi Ferrari 365GTB/4 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vic Elford Rang 6 und Klassensieg
1974 FrankreichFrankreich Robert Buchet Porsche Carrera RSR Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vic Elford Ausfall Benzineinspritzung
1975 FrankreichFrankreich Ecurié Robert Buchet Porsche Carrera RSR KanadaKanada Jacques Bienvenue Rang 8
1976 FrankreichFrankreich Ecurie Batteries-Piles TS WM P76 FrankreichFrankreich Guy Chasseuil FrankreichFrankreich Xavier Mathiot Ausfall Defekt am Kühler
1977 FrankreichFrankreich JMS Racing Team Porsche 935 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Peter Gregg Rang 3 und Klassensieg
1978 FrankreichFrankreich Pozzi-Thompson JMS Racing Ferrari 512BB FrankreichFrankreich Jean-Louis Lafosse Ausfall Kraftübertragung
1979 FrankreichFrankreich JMS Racing Charles Pozzi Ferrari 512BB LM Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Peter Gregg FrankreichFrankreich Michel Leclère Ausfall Unfall
1980 FrankreichFrankreich JMS Racing Charles Pozzi Ferrari 512BB FrankreichFrankreich Jean-Claude Andruet Ausfall Motorschaden
1981 FrankreichFrankreich Charles Pozzi Ferrari 512BB LM FrankreichFrankreich Jean-Claude Andruet FrankreichFrankreich Hervé Regout Rang 5 und Klassensieg
1982 FrankreichFrankreich Charles Pozzi Ferrari 512BB FrankreichFrankreich Jean-Claude Andruet Ausfall Motorschaden
1983 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Preston Henn T-Bird Swap Shop Porsche 956 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Preston Henn FrankreichFrankreich Jean-Louis Schlesser Rang 10
1984 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Jaguar Group 44 Jaguar XJR-5 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Tony Adamowicz Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich John Watson Ausfall Unfall
1985 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Jaguar Group 44 Jaguar XJR-5 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Bob Tullius Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Chip Robinson Rang 13 und Klassensieg
1986 DeutschlandDeutschland Porsche AG Porsche 961 FrankreichFrankreich René Metge Rang 7 und Klassensieg
1988 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Chamberlain Enginnering Spice Fiero SE88C FrankreichFrankreich Jean-Claude Andruet FrankreichFrankreich Jean-Louis Ricci Ausfall Motorschaden
1989 DeutschlandDeutschland Joest Racing Porsche 962C FrankreichFrankreich Henri Pescarolo FrankreichFrankreich Jean-Louis Ricci Rang 6

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Brian Laban: Le Mans 24 Hours. Virgin, London 2001, ISBN 1-85227-971-0.
  2. Christian Moity, Jean-Marc Teissendre: 24 Stunden Le Mans 2000. Gruppe C Motorsport-Verlag, Duisburg 2000, ISBN 3-928540-26-2.