Claude Garamond

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Claude Garamond

Claude Garamond, eigentlich Garamont[1], (* 1499 (oder 1490) in Paris; † 1561 in Paris) war ein französischer Schriftgießer, Typograf, Stempelschneider und Verleger. Er schuf die noch heute verwendete Schriftart Garamond.

Claude Garamond lernte das Handwerk des Schriftschneidens bei Geoffroy Tory[2], er war Schüler und Mitarbeiter des Pariser Stempelschneiders und Druckers Antoine Augereau, einige der Arbeiten Garamonds werden in verschiedenen Quellen Augereau zugeordnet – in jedem Fall ist eine Einflussnahme seines Lehrers bis zu dessen Tod auf dem Scheiterhaufen im Jahr 1534 sehr wahrscheinlich.

Garamonds erste Antiqua-Schriften dürften um 1530/1531 entstanden sein, als erstmals in vier verschiedenen Pariser Druckereien Schriften eines neuen Typus auftauchten, die Claude Garamond zugeschrieben werden konnten. Die Vorarbeiten hierzu sind bis ins Jahr 1525 zurückzudatieren.

Nimmt man als Referenz die Arbeiten für seinen wichtigsten Kunden, den Drucker Robert Estienne, wird die Entwicklung aus der italienischen Antiqua deutlich sichtbar: die Minuskeln sind eine Verbesserung der Entwürfe Francesco Griffos (Polyphilus-Type), die Kursiven orientieren sich an den Alphabeten Lodovico Arrighis, die ebenso wie die Griffo-Schriften von Aldus Manutius verwendet wurden.

Die Antiqua hatte sich dank Garamonds Arbeiten endgültig von ihrem Vorbild, der Meißelschrift, gelöst, sie wirkt leichter und eleganter als die italienischen Vorgänger. Bis ins 17. Jahrhundert hinein blieben Garamonds Entwürfe der Maßstab für die Stempelschneider in ganz Europa und die Druckereien von Holland über Deutschland bis nach Italien druckten mit Schriften des französischen Meisters. 1539 erhielt er durch königliches Dekret seine eigene Schriftgießerei und erhielt 1543 den Titel eines königlichen Schriftgießers für die damals berühmte griechische Schrift „Grecs du Roi“.[2]

Die 1540 erschienenen Antiqua und Kursiv basierten auf der Bembo von Francesco Griffo und blieben etwa 250 Jahre die führenden Schriften in Europa.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Garamond schrieb seinen Familiennamen selbst mit »t« am Ende, also »Garamont«. Garamond, Claude, bei typolexikon.de
  2. a b Stefan Waidmann: Schrift und Typografie. Sulgen (CH), 1999 (Seite 9)