Claude Nougaro

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Claude Nougaro

Claude Nougaro (* 9. September 1929 in Toulouse; † 4. März 2004 in Paris) war ein Jazz-Sänger und Dichter aus Frankreich, aber auch Maler und Zeichner.

Leben[Bearbeiten]

Als Sohn eines Opernsängers und einer italienischen Klavierlehrerin wuchs er bei seinen Großeltern in Toulouse auf, wo er sich am Radio für Glenn Miller, Édith Piaf und Louis Armstrong begeisterte. 1947 fiel er im Abitur durch und begann darauf in Paris als Journalist (unter anderen für das Le Journal des Curistes in Vichy und das L'Echo d'Alger). Zur gleichen Zeit schrieb er Chansons für Marcel Amont (Le Barbier de Belleville, Le Balayeur du roi) und Philippe Clay (Joseph, La Sentinelle). Er traf Georges Brassens, welcher sein Freund und Mentor wurde, und schrieb Gedichte.

1949 leistete er den Militärdienst in der Fremdenlegion in Rabat (Marokko) ab. Er sandte Texte an Marguerite Monnot, die Komponistin von Édith Piaf, welche diese dann vertonte (Méphisto, Le Sentier de la guerre). Er schrieb auch für Odette Laure. Um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, trat er ab 1955 als Sänger seiner eigenen Lieder in dem Pariser Cabaret Le Lapin Agile in Montmartre auf. Dort lernte er auch seine erste Frau, Sylvie, kennen. 1959 kam seine erste Platte heraus mit "Il y avait une ville". Das brachte noch nicht den Erfolg bei den Massen. Allerdings wurde er schon etwas bekannter, weil er zu dieser Zeit in den Konzerten von Dalida auftrat.

1962 kam Tochter Cécile zur Welt. Im selben Jahr erschien die Platte mit Une Petite Fille, 1963 mit Cécile ma fille. Diese Chansons wurden bald bei einem großen Publikum beliebt.

Ein Autounfall lähmte ihn 1963 mehrere Monate. Im folgenden Jahr reiste er nach Brasilien. In Paris trat er auf Bühnen von Rang auf, dem Olympia, dem Palais und dem Théâtre de la Ville. Seinem Freund Jacques Audiberti, welcher 1965 starb, widmete er das Chanson Chanson pour le maçon.

Die Mairevolte 1968 inspirierten ihn zu einem stürmischen Paris Mai, einem Plädoyer für das Leben, welches jedoch vom Radio zensiert wurde, obwohl er ein erbitterter Gegner der Politik war. (Wobei Nougaro durchaus auch sozialkritische Texte geschrieben hat.) Im gleichen Jahr nahm er sein erstes Live-Album im Olympia auf: Une soirée avec Claude Nougaro.

Seine Karriere nahm ihren Lauf mit vielen Erfolgen (le Jazz et la Java, Tu verras, Île de Ré, Armstrong, Toulouse, Petit Taureau). Doch 1984 kündigte seine Plattenfirma seinen Vertrag. Nougaro brach nach New York auf, um sich dort inspirieren zu lassen, schrieb und produzierte dort selbst das Album Nougayork, welches ein aufsehenerregender Erfolg wurde. Er wurde 1988 mit dem Preis Victoires de la musique als bester Künstler mit der besten Aufnahme ausgezeichnet und veröffentlichte in den folgenden Jahren 1993 bis 1997 drei weitere Alben.

Ab 1995 wurde seine Gesundheit immer schlechter, nachdem er sich einer Herzoperation unterzogen hatte. Dennoch trat er wieder von 1998 bis 2004 bei Konzerten und Festivals auf, und trug zudem zu einer Benefizaufnahme zugunsten AIDS-kranker Kinder bei. Nach mehreren Operationen starb er im März 2004 mit 74 Jahren an den Folgen von Krebs.

Seine Musik inspirierte sich am amerikanischen Jazz, wobei er viele Titel in sein Repertoire aufnahm (Charles Mingus, Louis Armstrong), und an der brasilianischen Musik (besonders Al Jarreau und Baden Powell, Chico Buarque).

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Diskographie

  • 1967: Petit taureau
  • 1971: Soeur Ame
  • 1973: Locomotive d'or
  • 1974: Récréation
  • 1975: Femmes et famines (mit Ornette Coleman)
  • 1977: Plume d'ange
  • 1978: Tu verras
  • 1980: Assez
  • 1981: Chansons nettes
  • 1982: Au New Morning
  • 1983: Ami chemin
  • 1985: Bleu Blanc Blues
  • 1987: Nougayork
  • 1989: Pacifique
  • 1991: Une Voix dix doigts
  • 1992: Chansongs
  • 1994: Grand Angle Sur
  • 1997: L'Enfant Phare
  • 1998: Hombre et Lumière (Live-Konzert in Toulouse)
  • 2000: Embarquement Immédiat
  • 2004: La note bleue (posthum)
  • 2005: L'intégrale studio (14 CDs + 1 DVD)

Bücher

  • 2002: L'ivre de mots

Vorträge

  • 2003: Fables de ma fontaine (Paris, Petit Journal Montparnasse)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Claude Nougaro – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien