Claude Servais Mathias Pouillet

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Claude Servais Mathias Pouillet.

Claude Servais Mathias Pouillet (* 16. Februar 1791 in Cusance, Département Doubs; † 14. Juni 1868 in Paris) war ein französischer Physiker.

Pouillet besuchte ab 1811 die École normale supérieure in Paris, an der er bald Repetent und Maitre de Conférences wurde. Er erhielt dann den Lehrstuhl für Physik am Collège royal de Bourbon und wurde 1829 zum zweiten Direktor des Konservatoriums der Künste und Gewerbe ernannt. 1831 ernannte man ihn zum Leiter dieser Einrichtung.

Als Pouillet-Effekt benannt wurde die physikalische exotherme Reaktion, die eintritt, wenn Pulver durch eine Flüssigkeit benetzt wird. Zuerst 1802 von Leslie an trockenem Sand und Wasser beobachtet, beschrieb Pouillet 1822 dieses Phänomen.[1][2]

Als ein Anhänger der Julimonarchie gehörte Pouillet auch zu den Vertretern der Deputierten, die die ministerielle Politik unterstützten. Nach der Februarrevolution von 1848 zog er sich aus dem politischen Leben zurück und legte nach dem Staatsstreich vom 2. Dezember 1851 auch seine übrigen Ämter nieder.

Seit 1837 war Pouillet Mitglied der Akademie der Wissenschaften. Er bearbeitete vor allem optische, thermodynamische und elektrische Fragestellungen. Berühmt sind seine Éléments de physique expérimentale et de météorologie (2 Bde., Paris 1827), deutsch 1842 von Johann Heinrich Jacob Müller, ab 1875 hrsg. von Leopold Pfaundler, sowie die Notions générales de physique et de météorologie (Paris 1850).

Pouillet misst 1838 mit dem von ihm erfundenen "Pyrheliometer" die von der Sonne abgestrahlte Wärmemenge. Sein Instrument wandelt die Strahlungsenergie in Wärmeenergie um. Diese lässt sich thermometrisch messen und daraus kann indirekt die Solarkonstante ermittelt werden. Pouillet ermittelte 1337 "Wärmeeinheiten pro Sekunde", was dem korrekten Wert der Solarkonstanten von 1,36 Kilowatt/m² gut entspricht. Da die korrekten Stahlungsgesetze zu dieser Zeit noch nicht bekannt waren, weicht der von Pouillet berechnete Wert für die Oberflächentemperatur der Sonne (1700 °C) stark vom tatsächlichen Wert (6058 °C) ab.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 'Adsorption by powders & porous solids: principles, methodology and applications' Academic Press, 1999.
  2. Memoir on solar heat, the radiative effects of the atmosphere, and the temperature of space, by Richard Taylor. Scientific Memoirs 4. (1846) London.

Literatur[Bearbeiten]

  • Felix R. Paturi, Chronik der Technik, Chronik-Verlag in der Harenberg Kommunikation Verlags- und Mediengesellschaft mbH & Co. KG, Dortmund, 1988
  •  Albert von Ettingshausen: Über Wärmestrahlung insbesondere über jene der Sonne. In: Mittheilungen des Naturwissenschaftlichen Vereins für Steiermark. Graz 1887, S. LXII ff (http://www.archive.org/details/mitteilungendesn1886mojs, abgerufen am 17. Februar 2011).