Claudia Maria Buch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Claudia-Maria Buch)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Claudia Maria Buch (auch Claudia-Maria Buch; * März 1966 in Paderborn) ist eine deutsche Volkswirtin, Professorin an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Präsidentin des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle und Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung („Wirtschaftsweise“).[1][2] Buch war bis Mai 2013 Professorin an der Eberhard Karls Universität Tübingen und Wissenschaftliche Direktorin des dortigen Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung; sie war von 2008 bis 2012 Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Sie forscht über die Regulierung und Aufsicht von Banken.

Seit dem 13. Mai 2014 ist sie Vizepräsidentin der Deutschen Bundesbank.[3]

Leben[Bearbeiten]

Buch besuchte das Gymnasium Theodorianum in Paderborn und studierte anschließend von 1985 bis 1991 an der Universität Bonn Wirtschaftswissenschaften mit dem Abschluss als Diplom-Volkswirtin und währenddessen von 1988 bis 1989 an der Universität von Wisconsin in Eau Claire mit dem Abschluss als MBA. 1991 bis 1992 absolvierte sie das Advanced Studies-Programm in International Economic Policy Research am Institut für Weltwirtschaft. Ab 1992 war sie dort als Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsgruppe „Mittel- und Osteuropa“, ab 1996 in der Forschungsgruppe „Finanzmärkte“ tätig. Sie wurde 1996 an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel promoviert und habilitierte sich 2002. Von 2001 bis 2003 war sie am IfW Leiterin des Forschungsbereichs „Finanzmärkte“. 2004 übernahm sie den Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie, insbesondere Geld und Währung, an der Eberhard Karls Universität Tübingen und wurde 2005 außerdem Direktorin des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung. Seit 2004 gehört sie dem Wissenschaftlichen Beirat beim Bundeswirtschaftsministerium an, von 2008 bis 2012 als Vorsitzende. Buch ist seit 2007 Forschungsprofessorin des Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim. 2011 wurde sie in den Wissenschaftlichen Beirat des Europäischen Ausschusses für Systemrisiken berufen. 2013 wechselte sie als Professorin für Volkswirtschaftslehre an die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und rückte zugleich an die Spitze des IWH.[4] Im Februar 2014 entschied die Bundesregierung, Buch in den Vorstand der Deutschen Bundesbank und damit zur Vize-Präsidentin der deutschen Zentralbank berufen zu lassen.[5]

Mitgliedschaft im Sachverständigenrat[Bearbeiten]

Auf Vorschlag von Wirtschaftsminister Philipp Rösler beschloss die Bundesregierung im Februar 2012, Buch zum 1. März 2012 in den Rat der Wirtschaftsweisen zu berufen. Buch ist Nachfolgerin von Beatrice Weder di Mauro und die zweite Frau, die seit der Gründung 1963 dem Sachverständigenrat angehört. Weder di Mauro schied zum Ende Februar 2012 aus dem Rat aus, weil sie für den Verwaltungsrat der Schweizer Großbank UBS nominiert wurde und einen Interessenkonflikt vermeiden wollte. Buch wurde ihre Nachfolgerin, erklärte aber mit Wirkung zum 30. April 2014 ihren Rücktritt aus dem Rat wegen des Eintritts in den Vorstand der Bundesbank. Buchs designierte Nachfolgerin im Sachverständigenrat ist Isabel Schnabel.[6]

Positionen[Bearbeiten]

Buch plädiert dafür, dass Banken ihr Kapital aufstocken und sich dabei an den Eigenkapitalquoten von Industriebetrieben orientieren. In der europäischen Schuldenkrise vertritt sie die Position, dass die Gläubiger stärker beteiligt werden sollen. Im dauerhaften Euro-Rettungsschirm ESM sieht sie (Stand Juli 2012) nur ein Notfallinstrument; der ESM könne zu klein sein. Nur die EZB oder ein Schuldentilgungspakt könnten die Krise beenden.[7] In einem Medienbeitrag plädiert Buch gemeinsam mit zwei anderen Ökonomen für eine verstärkte Nutzung einer "evidenzbasierten Politikberatung".[8]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thomas Öchsner: Finanzexpertin wird neue Wirtschaftsweise, Süddeutsche.de, 14. Februar 2012
  2. Claudia-Maria Buch wird neue Wirtschaftsweise, Frankfurter Rundschau, 14. Februar 2012
  3. http://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Bundesbank/Aufgaben_und_Organisation/Vorstand/Claudia_Buch/claudia_buch.html
  4. IWH-Pressemitteilung 11/2013 (PDF; 58 kB)
  5. [1]
  6. [tt_news=1794&cHash=b1cc10e0262cf5dd4442ba11de7bfac3 Pressemitteilung über den Rücktritt Buchs und die vom Bundeskabinett beschlossene Ernennung von Isabel Schnabel vom 7. Mai 2014]
  7. Interview, veröffentlicht in Rheinische Post vom 23. Juli 2012 (Seite A6): [2]
  8. Claudia Buch, Christoph M. Schmidt, Monika Schnitzer: Die Politiker beim Wort nehmen, in: Frankfurter Allgemein Zeitung 27. September 2013, Seite 12 (Die Ordnung der Wirtschaft, ganzseitiger Artikel)