Claudia Hürtgen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Claudia Hürtgen (* 10. September 1971 in Aachen) ist eine deutsche Autorennfahrerin.

Karriere[Bearbeiten]

Anfänge im Motorsport[Bearbeiten]

Hürtgens Karriere begann im Kartsport. 1988 war sie Pop-100-Senioren-Meisterin. Nach ersten Erfolgen in der Formel Ford 1991 und der deutschen Formel-3-Meisterschaft 1993 nahm sie am F3-Einladungsrennen in Monaco teil. Dort erlitt sie bei einem Unfall schwere Handverletzungen. Nach der Genesung wurde sie 1995 österreichische Tourenwagen-Meisterin.

Einsätze in GT und Prototypen[Bearbeiten]

In den Folgejahren fuhr Hürtgen für Roock Racing in der FIA-GT-Meisterschaft. Ihr erster GT2-Klassensieg gelang ihr auf dem Stadtkurs in Helsinki. An der Seite von unter anderem Uwe Alzen und Stéphane Ortelli folgten weitere Klassensiege auf dem Nürburgring und in Laguna Seca. Mit ihren guten Ergebnissen in der FIA-GT qualifizierte sie sich mit ihrem Team für das 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1999. Zusammen mit Vincent Vosse und André Ahrlé beendete sie das Rennen jedoch nur im Mittelfeld. Neben ihrem weiteren Engagement in der FIA-GT trat sie gemeinsam mit Roock Racing auch beim 24-Stunden-Rennen von Daytona an. Nach ihrer erfolgreichen Premiere mit einem Klassensieg 1997 konnte sie bis 2001 nicht an dieses Ergebnis anknüpfen. Nach mehreren Jahren auf einem Porsche 911 GT2 wechselte Roock Racing nach einigen ausgewählten Rennen, unter anderem dem 12-Stunden-Rennen von Sebring 2001, komplett in die American Le Mans Series. Dazu kooperieren Teameigner Michael Roock mit dem Rennteam KnightHawk Racing. Dadurch erhielt Hürtgen ein Cockpit in einem Le-Mans-Prototyp der Klasse LMP675. An der Seite von Mel Hawkins und Steven Knight fiel sie in ihrem Debütrennen im Lola B2K/40 mit Überhitzungsproblemen des Motors aus. Trotz des späten Ausfalls und als einziger Teilnehmer der Klasse wurde ihr Fahrzeug gewertet, was ihr und dem Team den Klassensieg einbrachte. Das Fahrzeug erwies sich auch im weiteren Verlauf der Meisterschaft als fehleranfällig; mehreren Defekten am Motor stand nur eine Podiumsplatzierung in Mid-Ohio entgegen. Daher beendete 2002 Roock Racing sein Engagement im Motorsport. Hürtgen durfte jedoch auch 2002 einige Rennen für KnightHawk Racing bestreiten. Ihr Arbeitsgerät war nun ein MG-Lola EX257, der in der Saison von Rennen zu Rennen mit anderen Fahrerpaarungen auf die Strecke geschickt wurde. Zwei der fünf Einsätze beendete Hürtgen als Klassensiegerin der LMP675. Damit sicherte sie KnightHawk Racing 2002 den Meistertitel in der American Le Mans Series.

Le-Mans-Ergebnisse[Bearbeiten]

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1997 SchweizSchweiz GT Racing Team AG Porsche 911 GT2 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Hugh Price Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich John Robinson 13. Platz
1998 DeutschlandDeutschland Roock Racing Porsche 911 GT2 FrankreichFrankreich Michel Ligonnet Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Robert Nearn 17. Platz
1999 DeutschlandDeutschland Roock Racing Porsche 911 GT2 BelgienBelgien Vincent Vosse DeutschlandDeutschland André Ahrlé 20. Platz
2001 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Roock-Knight Hawk Racing Lola B2K/40 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Chris Gleason Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Rick Fairbanks Ausfall Motorüberhitzung

Tourenwagen[Bearbeiten]

In den Jahren 2003 und 2004 wurde Hürtgen jeweils Meisterin der höchsten deutschen Tourenwagenklasse, der Deutschen Tourenwagen Challenge beziehungsweise der DMSB-Produktionswagen-Meisterschaft. Diese Meistertitel wurden jeweils mit einem BMW 320i des Teams Schubert Motorsport errungen.

VLN[Bearbeiten]

2005 wechselte Hürtgen zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft auf der Nordschleife des Nürburgrings. Als erste Frau gewann sie 2005 alleine die Gesamtwertung der Langstreckenmeisterschaft gegen mehrere hundert Konkurrenten. Bis 2008 blieb sie in der Meisterschaft und fuhr für Schubert Motors diverse Klassensiege ein, unter anderem mit einem BMW 120d und einem BMW Z4 M Coupé.

Wieder im GT-Sport[Bearbeiten]

Durch ihre Erfahrungen in verschiedenen BMW-Modellen erhielt Hürtgen 2009 einen Vertrag bei Alpina für einen Einsatz im neuentwickelten BMW-Alpina B6 der Gruppe GT3. So startete sie mit Csaba Walter in der FIA GT3-Europameisterschaft und beendete mehrere Läufe unter den besten zehn. Mit einer Podiumsplatzierung beim Finale auf dem Circuit Zolder sicherten sich Walter und Hürtgen die BMW-Markenpokalwertung der Europameisterschaft. Bei einem Gaststart im ADAC GT Masters siegte sie in beiden Läufen an der Seite von Maxime Martin. Am Jahresende zog sich Alpina aus der GT3 zurück, veräußerte die Wagen jedoch an S-Berg Racing. Hürtgen wechselte zu dem Nachfolgerteam und ist nun für die gesamte Saison des ADAC GT Masters gemeldet.

Weblinks[Bearbeiten]