Claudio Chiappucci

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Claudio Chiappucci bei der Tour de France 1993
Claudio Chiappucci, ebenfalls bei der Tour 1993

Claudio Chiappucci (* 28. Februar 1963 in Uboldo) ist ein ehemaliger italienischer Radrennfahrer. Er gilt als einer der besten Bergfahrer in der ersten Hälfte der 1990er-Jahre.

Karriere[Bearbeiten]

Chiappucci wurde 1985 Profi beim Radsportteam des Sportlichen Leiters Sandro Qintarella, welches bis 1986 Carrera hieß. Er blieb dort bis zu seinem Karriereende im Jahr 1999.

Seinen Durchbruch gelang im 1990 als er zunächst die Bergwertung des Giro d’Italia, das Maglia Verde, gewann. Bei der Tour de France 1990 war er Teil einer vierköpfigen Ausreißergruppe, die auf der ersten Etappe einen Vorsprung von mehr als 10 Minuten auf das Hauptfeld herausfuhr. Er übernahm in den Alpen auf der zwölften Etappe das Gelbe Trikot des Gesamtführenden und baute seinen Vorsprung als Etappensieger der Bergankunft der 16. Etappe in Luz Ardiden aus. Er trug das Gelbe Trikot sieben Tage bis er es im Zeitfahren der vorletzten Etappe an den späteren Sieger Greg Lemond verlor und Zweiter der Rundfahrt wurde.[1]

Chiappucci konnte zwar weder in den nächsten Jahren weder den Giro d’Italia noch die Tour de France gewinnen, war jedoch als Spezialist am Berg und bei Etappenrennen weiter erfolgreich. Beim Giro platzierte er sich fünf mal unter den ersten Fünf der Gesamtwertung und gewann zwei weitere mal das Maglia Verde.

Bei der Tour de France wurde er 1991 Dritter und 1992 Zweiter. Dabei gewann er jeweils das Gepunktete Trikot des Bergwertungssiegers. Spektakulär war dabei sein Angriff auf den Favoriten Miguel Indurain während der 13. Etappe der Tour 1992 als er 192 Kilometer vor dem Ziel attackierte und einen Vorsprung von 1:45 Minuten auf Indurain in das Ziel nach Sestriere retten konnte.[2]

Seinen größten Erfolg bei den Eintagesrennen gelang ihm 1991 als er beim Klassiker Mailand–Sanremo nach und nach alle Begleiter einer langen Flucht abschütteln konnte und das Rennen im Alleingang gewann.[3] 1994 wurde er Vizeweltmeister bei den Straßen-Weltmeisterschaften in Agrigento.

Seine aggressive Fahrweise brachte Chiappucci neben zwei Ehrungen als der kämpferischte Fahrer der Tour de France auch den spanischen Spitznamen El diablo (der Teufel) ein.[4]

Chiappucci nutzte während seiner Karriere die Expertise des Mediziners Francesco Conconi,[5] welcher beschuldigt wurde bei Radsportlern das Dopingmittel EPO angewandt zu haben. Conconi wurde für durch ein Gericht in Ferrara als 'moralisch schuldig' befunden, jedoch aufgrund Verjährungseintritts nicht verurteilt.[6] Grundlage des Tatvorwurfs waren medizinische Unterlagen von 33 Radrennfahrern, darunter Chiappucci aus der Zeit von 1993 bis 1995 mit großen Schwankungen des Hämatokritwerts, was als Indiz für EPO-Gebrauch angesehen wurde.[7] 1997 soll Chiappucci gegenüber dem Ermittler Vincenzo Scolastico die EPO-Einnahme zugegeben haben, bestritt dies jedoch später.[8]

Erfolge (Auswahl)[Bearbeiten]

1989
1990
1991
1992
1993
1994
1995

Grand Tour Platzierungen[Bearbeiten]

Grand Tour 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998
Pink jersey Giro 64 - 48 24 46 12 2 2 3 5 4 DNF - 60
Yellow jersey Tour - - - - 91 2 3 2 6 DNF 11 37 - -
red jersey Vuelta - - - 26 - - - - - - - - 11 -

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. Chiappucci bei der Tour de France 1990 auf letour.fr abgerufen am 21. Februar 2014
  2. Corriere della Sera vom 19. Juli 1992: Chiappucci vive un giorno da Coppi
  3. Cinquantamila Giorni auf corriere.it: Chiappucci vince la Milano-Sanremo abgerufen am 21. Februar 2014
  4. Storia di Claudia Chappucci auf museociclismo.it abgerufen am 21. Februar 2014
  5. vgl. nur Chiapucci auf prorider.org abgerufen am 21. Februar 2014
  6. cyclingnews.com vom 20. März 2004: Conconi acquitted after five year trial-Judge calls Italian professor "morally guilty"
  7. dewielersite.nl vom 20. März 2004: Conconi vrijgesproken na proces van vijf jaar
  8. hbvl.be vom 11. März 2004: Vrijgesproken Conconi moreel veroordeeld door Italiaanse gerecht

Weblinks[Bearbeiten]