Claudius Salmasius

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Claudius Salmasius

Claudius Salmasius, französisch Claude de Saumaise (* 15. April 1588 in Semur-en-Auxois; † 3. September 1653 in Spa), war ein französischer Altphilologe und Universalgelehrter.

Leben[Bearbeiten]

Salmasius wurde bereits von seinem Vater, dem Juristen und Dijoner Ratsherren Benignus Salmasius, in den Sprachen Griechisch und Latein unterrichtet. Salmasius studierte ab 1604 an der Sorbonne und ab 1606 in Heidelberg (bei Dionysius Godofredus) Philosophie und Jura, dann aber vor allem Philologie, wozu ihn sowohl seine Korrespondenz mit Joseph Justus Scaliger und Isaac Casaubon als auch die handschriftlichen Schätze der Bibliotheca Palatina veranlassten. In Heidelberg bekannte er sich zur protestantischen Konfession.

Nach der Rückkehr nach Frankreich im Jahre 1610 wurde er zunächst Anwalt, übte diesen Beruf aber nicht aus. Die 1623 erfolgte Heirat mit Anne Mercier, der Tochter des Philologen Josias Mercier des Bordes, ermöglichte ihm ein Dasein als Privatgelehrter, er veröffentlichte beispielsweise eine Arbeit über Plinius. Die nach dem Tode seines Vaters im Rat der Stadt Dijon freigewordene Position wurde ihm auf Grund seines Bekenntnisses verweigert. Nachdem er glänzende Angebote aus Venedig, London und Den Haag ausgeschlagen hatte, folgte er 1631 einem Ruf an die Universität Leiden. Hier, wo er als Nachfolger des vor Jahrzehnten verstorbenen Scaliger angesehen wurde, kam es zu Streitigkeiten mit seiner Gattin sowie wissenschaftlichen, theologischen und politischen Kontroversen. So schrieb Salmasius für Karl II. von England die Defensio regia und geriet dadurch in eine Auseinandersetzung mit John Milton.

Nach einem längeren Aufenthalt in Frankreich, bei dem ihm beispielsweise Richelieu eine Aufgabe in seinem Ministerium anbot und auch andere ihn für eine Tätigkeit im Lande zu gewinnen suchten, folgte er 1650 einem Ruf der Königin Christina von Schweden, zunächst allerdings nur auf Urlaub. Aus gesundheitlichen Gründen kehrte er jedoch schon 1651 nach Leiden zurück. Wegen seiner Erkrankung an Gicht hielt er sich zur Kur in Spa auf, wo er an einer fiebrigen Erkrankung verstarb. Salmasius galt als sprachgewandt, neben Griechisch und Latein hatte er sich später selbst Hebräisch beigebracht und beherrschte auch weitere im Orient gebräuchliche Sprachen.

Werke[Bearbeiten]

  • De suburbicariis regionibus, Paris 1619
  • Plinianae exercitationes in Solinum, Paris 1629
  • De usuris, Leiden 1638
  • De modo usurarum, Leiden 1639
  • De foenore Trapezitico, Leiden 1640
  • Diatriba de mutuo, Leiden 1640
  • De lingua hellenistica et origine ac dialectis Graecae linguae commentarius, Leiden 1643
  • Funus linguae hellenisticae, Leiden 1643
  • Observationes ad jus atticum et romanum, Leiden 1645
  • De annis climactericis et antiqua astrologia, Leiden 1648
  • De re militari Romanorum, Leiden 1657

Lateinische Textausgaben[Bearbeiten]

Griechische Textausgaben[Bearbeiten]

  • Simplicius, Kommentar zu Epiktet, Leiden 1640
  • Achilleus Tatios, Leiden 1640

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]