Claus Noé

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Claus Noé (* 8. April 1938 in Mannheim; † 2. März 2008 in Berlin) war ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler (Ökonom). 1998/1999 war Noé für wenige Monate Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen.

Leben[Bearbeiten]

Claus Noé wurde im April 1938 in Mannheim geboren, wo er 1958 auch sein Abitur machte. Er studierte von 1959 bis 1963 Ökonomie, Staats- und Völkerrecht, Geschichte, Germanistik und Politische Wissenschaften in Mannheim und Heidelberg, wo er 1967 zum Dr. phil. promoviert wurde. 1967 berief ihn Helmut Schmidt als Pressesprecher für Wirtschafts- und Finanzpolitik in die Fraktionspressestelle der SPD-Bundestagsfraktion in der Bonner Parteizentrale der SPD. 1969 trat er unter Karl Schiller in das Bundeswirtschaftsministerium ein, wo er bis 1987 als Unterabteilungsleiter (Ministerialdirigent) für Strukturpolitik, Verkehrs- und Agrarpolitik zuständig war. Von 1987 bis 1994 war er Staatsrat (Staatssekretär) für Wirtschaft im Hamburger Senat und danach als ökonomischer Berater und wirtschaftspolitischer Kolumnist u.a. bei der Wochenzeitung Die Zeit tätig. Bald nach dem rot-grünen Wahlsieg am 27. Oktober 1998 wurde er vom Oskar Lafontaine als beamteter Staatssekretär ins Bundesfinanzministerium berufen, musste diesen Posten aber nach dem Rücktritt Lafontaines am 11. März 1999 schon bald wieder räumen. Noé war zuletzt u.a. als freier Berater der Bundestagsfraktion der Partei Die Linke tätig. Er starb im März 2008 kurz vor seinem 70. Geburtstag nach langer, schwerer Krankheit in einem Berliner Krankenhaus.

Leistungen[Bearbeiten]

Claus Noé war neben seinem Staatssekretärskollegen Heiner Flassbeck Befürworter einer nachfrageorientierten Finanz- und Steuerpolitik. In seiner Zeit als Staatssekretär wollte er eine wirtschafts- und finanzpolitische Wende hin zu einer antizyklischen Ausgabenpolitik erreichen. Zusammen mit Heiner Flassbeck beriet er Lafontaine bei dessen Versuch, zusammen mit dem damaligen französischen Finanzminister Dominique Strauss-Kahn eine keynesianische Finanz- und Währungspolitik auf europäischer Ebene zu etablieren.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Gebändigter Klassenkampf - Tarifautonomie in Deutschland (Duncker u. Humblot, Berlin, 1970)
  • Mark für Markt, Mark für Macht - Die Republik hat sich übernommen, Vorwort Helmut Schmidt (Bouvier, Bonn, 1991)
  • Neuer Keynesianismus von Ulrich Busch u.a. (Berliner Debatte, Berlin, 2006)
  • Politik auf Sparflamme - Die Verantwortung des Staates für die deutsche Wirtschaftskrise (Hugendubel, Kreuzlingen, 2003)
  • Die große deutsche Illusion. Zehn Jahre Einheitspolitik - zehn Jahre ökonomische Täuschung (in: Lettre International Heft 50, Herbst 2000)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]