Claus von der Decken (Minister)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Minister Claus von der Decken mit Guelphen-Orden Gemälde

Claus von der Decken (* 5. Januar 1742; † 10. Juli 1826) war hannoverscher Staats- und Kabinettsminister.

Leben[Bearbeiten]

Claus von der Decken
Druck ca. 1798 also vor der Ernennung zum Minister

Seine Eltern waren der Drost und Landrat Klaus Benedikt von der Decken (1704–1775) und Sophie Julia (1715–1749), eine Tochter des Benedix Georg Bremer (1686–1754).

Nach seinem Studium in Kiel, Helmstedt und Göttingen und einer Karriere in Stade (1764 bis 1772 im Justizdienst), wurde von der Decken zunächst Kurator der Universität Göttingen[1] und ab 1802 Minister des Kurfürsten von Braunschweig-Lüneburg, Georg III., des späteren Königs von Hannover. Er leitete in der Landesregierung das Brem- und Verdensche, Hadelnsche, Lauenburgische und Bentheimsche Departement (1776 bis 1807 und 1813 bis 1823), das für die nicht inkorporierten aber in Personalunion mit Hannover regierten Reichsstände zuständig war.[2] Der in seine Amtszeit fallenden Politik der Restauration stand er angeblich kritisch gegenüber, trat aber für keine andere ein.

1779 heiratete er Wilhelmine Charlotte Juliane Sopie von Hanstein (1757–1798). Im September 1798 hatte Wilhelmine eine totgeborene Tochter, das zehnte Kind. Die Mutter starb kurz danach im Oktober.

Ihr Sohn Friedrich von der Decken, der hannoversche Regierungsrat wurde in die Mecklenburgische Abgeordnetenversammlung gewählt.

Ihre Enkel waren Julius von der Decken auf Gut Melkof und dessen Bruder Carl Claus von der Decken der Afrikaforscher.

1800 heiratete der spätere Minister in zweiter Ehe Juliane Philipine von Eickstedt-Peterswaldt[3] (1742–1824).[4]

Landwirtschaftlicher Besitz[Bearbeiten]

Grabmal des Ministers und seiner ersten Frau, Dorothea v. Hanstein auf dem Gartenfriedhof in Hannover

Der Minister erwarb 1810 das Gut Melkof bei Vellahn im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg.[5] Die Höfe der Nachbardörfer Langenheide (südlich von Melkof) und Jesow (nördlich von Melkof) kaufte der Minister gleichzeitig.

Dem Minister gehörten weitere Höfe in Kehdingen: Rittershausen, Feldhof, Drochtersen, Wischhof und bei Ratzeburg westlich vom heutigen Elbe-Lübeck-Kanal: Klein Berkenthin[6]

1852 erhielt der Afrikaforscher Carl Claus von der Decken als Erbe und Enkel des Ministers als 1817 versprochene Dotation das Gut Eickhof bei Liebenau im Landkreis Nienburg/Weser.[6] Die Erben des Afrikaforschers veräußerten das Gut Eickhof 1869 an die Familie von Kalm. 1900 wurde es dann an die Familie v. Eickhof gen. Reitzenstein verkauft.[7] Seit 2006 ist das Schloss Eickhof im Forst Eickhof ein Zen-Kloster.[8]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Claus von der Decken (Minister) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Hannoversches biographisches Lexikon: von den Anfängen bis in die Gegenwart, Dirk Böttcher 2002 S.92 bei Google Books
  2. Stefan Brüdermann: Claus von der Decken. In: Brage Bei der Wieden, Jan Lokers (Hrsg.): Lebensläufe zwischen Elbe und Weser: Ein biographisches Lexikon. Landschaftsverband der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden, Stade 2002, S. 80. (Schriftenreihe des Landschaftsverbandes der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden; Band 16.)
  3. Ernst Heinrich Kneschke, Deutsche Grafenhäuser der Gegenwart, Dritter Band 1854 S. 94 Die Grafen von Eickstedt-Peterswaldt
  4. Thassilo von der Decken: Anmerkungen zu den Stammtafeln der Familie von der Decken, 1998, 878 Seiten, S. 630-638
  5. Schloßarchiv Wildenfels: Besitzer von Gut Melkof
  6. a b Wilhelm von der Decken, Die Familie von der Decken in ihren verschiedenen Verhältnissen … , 1865, Abschnitt 2 ... Genealogie ... S. 74, 3. Abtheilung Besitzthümer S. 248 und 4. Abtheilung Urkunden S. 150 Urkunde zur Verleihung des Lehn-Guts Eickhof ...
  7. Schloßarchiv Wildenfels: Besitzer von Gut Eickhof
  8. Zen-Kloster Schloß Eickhof in Liebenau an der Weser online