Clemente Micara

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Wappen von Clemente Kardinal Micara

Clemente Kardinal Micara (* 24. Dezember 1879 in Frascati, Provinz Rom, Italien; † 11. März 1965 in Rom) war ein vatikanischer Diplomat und Kurienkardinal der römisch-katholischen Kirche.

Leben[Bearbeiten]

Als Seminarist am Almo Collegio Capranica studierte Clemente Micara an verschiedenen Universitäten Roms Katholische Theologie und Philosophie und empfing am 20. September 1902 das Sakrament der Priesterweihe. Nach weiteren Studien trat er 1904 in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein. Bis 1909 arbeitete er im Vatikanischen Staatssekretariat, von 1909 bis 1915 war er Sekretär der Apostolischen Nuntiatur in Argentinien. Nach einem kurzen Einsatz in Belgien wurde er 1916 Mitarbeiter der Apostolischen Nuntiatur in Österreich. 1919 und 1920 wirkte er als Päpstlicher Gesandter in der Tschechoslowakei.

Am 8. August 1920 empfing er nach der Ernennung zum Titularerzbischof von Apamea in Syria durch Pietro Kardinal Gasparri die Bischofsweihe und wurde Apostolischer Nuntius für die Tschechoslowakei. Ab 1923 versah er die gleiche Aufgabe in Belgien und war gleichzeitig Internuntius für das Großherzogtum Luxemburg. Während der deutschen Besatzung in den Jahren 1940 bis 1944 flüchtete Clemente Micara nach Rom, ehe er 1944 seine Arbeit in Brüssel wieder aufnehmen konnte.

Am 18. Februar 1946 nahm ihn Papst Pius XII. als Kardinalpriester mit der Titelkirche Santa Maria sopra Minerva in das Kardinalskollegium auf und erhob ihn noch im selben Jahr zum Kardinalbischof von Velletri. 1950 ernannte er ihn zum Präfekten der Religiosenkongregation und zum Pro-Präfekten der Ritenkongregation. Von diesen Ämtern trat er 1953 zurück.

Clemente Micara vertrat in den folgenden Jahren als Päpstlicher Legat den Papst weltweit bei zahlreichen Feierlichkeiten. In dieser Eigenschaft war Micara den deutschen Katholiken bereits im August 1948 bekannt geworden, als er den Papst bei den Feierlichkeiten zum Kölner Domfest vertrat, mit dem sowohl der 700. Jahrestag des Beginns des Dombaus als auch die Wiedereröffnung der Kathedrale nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges gefeiert wurde. 1951 wurde er Kardinalvikar von Rom. Er nahm an der ersten Session des Zweiten Vatikanischen Konzils in den Jahren 1962 bis 1964 teil.

Er starb am 11. März 1965 in Rom und wurde in der Basilika Santa Maria sopra Minerva beigesetzt.

Ehrungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Eugène Kardinal Tisserant Kardinalsubdekan
1951–1965
Giuseppe Kardinal Pizzardo
Enrico Kardinal Gasparri Kardinalbischof von Velletri
1946–1965
Fernando Kardinal Cento
Francesco Kardinal Marchetti Selvaggiani Kardinalvikar
1951–1965
Luigi Kardinal Traglia
Luigi Kardinal Lavitrano Präfekt der Religiosenkongregation
1950–1953
Valerio Kardinal Valeri
Eugène Kardinal Tisserant Kämmerer des Heiligen Kardinalskollegiums
1960–1961
Giuseppe Kardinal Pizzardo