Closteroviridae

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Closteroviridae
Systematik
Reich: Viren
Ordnung: nicht klassifiziert
Familie: Closteroviridae
Taxonomische Merkmale
Genom: (+)ssRNA linear
Baltimore: Gruppe 4
Symmetrie: helikal
Hülle: keine
Links

Die Closteroviridae sind eine Familie von RNA-Viren, die Pflanzen infizieren.[1][2]

Aufbau[Bearbeiten]

Virion[Bearbeiten]

Die Virionen der Closteroviridae besitzen ein helikal-filamentöses Kapsid (gewunden fadenförmig) mit einer variablen Länge von etwa 650 nm bis über 2200 nm und einem Durchmesser von zehn bis dreizehn Nanometer. Das virale Genom ist einzelsträngig mit positiver Polarität bei einer Länge von etwa 13 bis 19 Kilobasen, mit unterschiedlicher Segmentierung des Genoms. Das Genom ist in einem Kapsid verpackt, das aus dem major capsid protein aufgebaut ist und beidseitig vom minor capsid protein gedeckelt wird.

Genom[Bearbeiten]

Die Genome der Closteroviridae gehören zu den größten RNA-Genomen von Pflanzenviren. Es enthält linear angeordnete Duplikate kodierender Sequenzen wie auch zum Teil nicht-virale Abschnitte (z.B. für Proteasen und das HSP70), die durch RNA-Rekombination flexibel integriert werden können. Einige Spezies bilden subvirale, kleine Partikel, die nur Teile des Genoms oder subgenomische virale RNA enthalten. Das Genom des Beet yellows virus (BET) codiert für die Proteine ORF1a (enthält die RNA-Polymerase), ORF1ab (enthält ebenfalls die RNA-Polymerase), p6, MP/Hsp70h, p64, CPm, Cp, p20 und p21.

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattungen der Familie unterscheiden sich in der Segmentierung des Genoms und in der Art der Übertragung. Die Genome der Ampeloviren sind einteilig segmentiert aufgebaut und werden durch Schmierläuse und andere Schildläuse übertragen, während das Genom der Closteroviren einteilig ist und durch Blattläuse weitergegeben wird und das Genom der Criniviren zwei- oder dreiteilig ist und durch die weiße Fliege übertragen wird.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • G. P. Martelli et al: Family Closteroviridae. In: A. M. Q. King, M. J. Adams, E. B. Carstens, E. J. Lefkowitz (eds.): Virus Taxonomy. Ninth Report of the International Committee on Taxonomy of Viruses. Amsterdam 2012 S. 987ff ISBN 978-0-12-384684-6
  • D. M. Knipe, Peter M. Howley, D. E. Griffin, (Hrsg.): Fields Virology. 5. Auflage, Lippincott Williams & Wilkins, Philadelphia 2007, ISBN 978-0-7817-6060-7.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. R. Flores, P. Moreno, B. Falk, G. P. Martelli, W. O. Dawson: e-Book on Closteroviridae. In: Frontiers in microbiology. Band 4, 2013, S. 411, ISSN 1664-302X. doi:10.3389/fmicb.2013.00411. PMID 24409172. PMC 3873501 (freier Volltext).
  2. G. P. Martelli, A. A. Agranovsky, M. Bar-Joseph, D. Boscia, T. Candresse, R. H. Coutts, V. V. Dolja, B. W. Falk, D. Gonsalves, W. Jelkmann, A. V. Karasev, A. Minafra, S. Namba, H. J. Vetten, G. C. Wisler, N. Yoshikawa: The family Closteroviridae revised. In: Archives of virology. Band 147, Nummer 10, Oktober 2002, S. 2039–2044, ISSN 0304-8608. doi:10.1007/s007050200048. PMID 12376765.
  3. L. Rubio, J. Guerri, P. Moreno: Genetic variability and evolutionary dynamics of viruses of the family Closteroviridae. In: Frontiers in microbiology. Band 4, 2013, S. 151, ISSN 1664-302X. doi:10.3389/fmicb.2013.00151. PMID 23805130. PMC 3693128 (freier Volltext).