Club des Cordeliers

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Der Club des Cordeliers, formal Société des droits de l'homme et du citoyen („Gesellschaft der Menschenrechte und der Bürger“), war ein radikaler Klub zur Zeit der französischen Revolution. Zu seinen führenden Köpfen zählten Jean-Paul Marat, Georges Danton, Camille Desmoulins, Jacques-René Hébert und Pierre-Gaspard Chaumette.

Gründung[Bearbeiten]

Die Ursprünge liegen in der aktiven Rolle des Distrikts der Cordeliers bei der Erstürmung der Bastille am 14.Juli 1789 und den revolutionären Ereignissen der folgenden Monate. Die vor allem dem Kleinbürgertum und dem Handwerk angehörenden Einwohner galten als besonders radikal, führende Gestalten der Revolution wie Desmoulins und Danton hatten sich hier niedergelassen. Der Klub wurde am 27. April 1790 gegründet und später analog zu den Jakobinern nach seinem Versammlungsort, dem aufgelösten Franziskanerkloster  benannt – wegen ihres um den Bauch gebundenen Strickes werden Franziskaner im Französischen als Cordeliers, „Strickträger“ bezeichnet – , traf sich ab 1791 aber im Saal der Gesellschaft "Musée de Prais" in der Rue Dauphine.

Geschichte[Bearbeiten]

Ziel des Klubs war es, die Revolution voranzutreiben, dabei Regierung und gesetzgebende Versammlung zu beobachten und gegebenenfalls unter Druck zu setzen; im Schriftverkehr benutzte er ein geöffnetes Auge als Emblem. Das Motto „Liberté, Égalité, Fraternité“ stammt möglicherweise von Antoine-François Momoro, einem prominenten Cordeliers, zumindest wurde es durch diesen Klub weit verbreitet und populär. Die Cordeliers nahmen aktiv an der Bewegung gegen die Monarchie am 20. Juni und am 10. August 1792 teil. Die Septembermassaker 1792 waren auch auf die Radikalisierung der Cordeliers zurückzuführen.

1793 zeichnete sich eine Teilung ab: in eine gemäßigte Faktion, die "Nachsichtigen" bzw. Indulgenten (auch Dantonisten), darunter Georges Danton, Fabre d'Églantine, Louis Legendre und Camille Desmoulins, die teilweise zudem dem Jakobinerklub angehörten, und den zunehmend den Klub dominierenden radikalen und kirchenfeindlichen Enragés (auch Hébertisten) mit Jacques-René Hébert, François-Nicolas Vincent, Charles Philippe Ronsin und Antoine-François Momoro. Während die Dantonisten den revolutionären Terror eindämmen und einen Frieden im Ersten Koalitionskrieg herbeiführen wollten, neigten die Hébertisten zu einer Verschärfung der revolutionären Maßnahmen, um der zunehmenden sozialen Krise Herr zu werden. Unter anderem nahm unter ihrem Druck der Konvent das loi des suspects (Gesetz über die Verdächtigen) und das loi du maximum général (allgemeines Höchstpreisgesetz) an. Die ultralinke Gruppe stützte sich dabei insbesondere auf die mittellosen Sansculotten.

Die Hébertisten wurden von denjenigen Revolutionären bekämpft, die den Terror beenden wollten, insbesondere von Danton und von Desmoulins in seinem 1793 und 1794 herausgegebenen Journal Le Vieux Cordelier. Der Klub verstieß Danton und Desmoulins und attackierte Robespierre für seine „Moderation“, in seiner Sitzung vom 14.Ventôse (4.März) 1794 rief er zum Aufstand gegen die Herrschaft des Wohlfahrtsausschusses auf, allerdings ohne Maßnahmen zu ergreifen. Der französische Historiker Albert Soboul vermutet, dass lediglich eine Massendemonstration geplant worden war. Vermittlungsversuche von Saint-Just und Collot verliefen ergebnislos. Am 23.Ventôse (13.März) wurden die wichtigsten Cordeliers verhaftet, vor Gericht gestellt und abgeurteilt, sie wurden am 4.Germinal (24. März) 1794 guillotiniert. Wenige Tage später wurde auch die Faktion der Dantonisten zerschlagen, die Verhaftung und Verurteilung der prominentesten Mitglieder wurde unter dem Vorwand der Korruption und verräterischer Verhandlung mit dem feindlichen Ausland vorgenommen, ihre Hinrichtung erfolgte am 16.Germinal (5.April). Der Klub der Cordeliers, seiner wichtigsten Mitglieder beraubt, spielte im weiteren Verlauf der Revolution keine Rolle mehr, nominell bestand er noch bis zum April 1795 fort.

Bekannte Mitglieder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Rachel Hammersley: French revolutionaries and English republicans. The Cordeliers Club 1790–1794. Boydell & Brewer, Woodbridge 20911, ISBN 978-1-8438-3646-9.
  • Albert Mathiez (Hrsg.): Le „Club des Cordeliers“ pendant la crise de Varennes et la massacre du champs de Mars. Champion, Paris 1910.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Club des Cordeliers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien