Club of Vienna

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Der Club of Vienna (CoV) ist eine internationale Vereinigung mit 24 Mitgliedern[1], die sich mit den „Ursachen des Wachstums“ beschäftigt. Aus der Arbeit des CoV sollen verlässliche, weitblickende Expertisen und schließlich Vorschläge für die Lösung gesellschaftlicher Probleme hervorgehen. Nachdem der Club of Rome die Grenzen des Wachstums untersucht hat, war dem Gründungspräsident des CoV Rupert Riedl an der Untersuchung der Ursachen des Wachstums gelegen. Der CoV ist parteiunabhängig.

Aufgaben und Ziele[Bearbeiten]

Die Aufmerksamkeit des Club of Vienna gilt vor allem den geistigen, kulturellen, ökologischen, ökonomischen und politischen Kräften, mit denen sich das gesellschaftliche Leben sozial- und naturverträglich gestalten lässt und die sich in der Spannung zwischen lokalen, regionalen und globalen Interessen bewähren müssen; der Globalisierung und den mit ihr verbunden Veränderungen aller Lebensfelder sowie den möglichen Szenarien für die Stadt Wien.

Der Club of Vienna gewinnt die themensetzenden Impulse aus der gesellschaftlichen Praxis, aus konflikthaltigen öffentlichen Angelegenheiten, die im Kern stets einander gleichen: Es sind Verteilungskonflikte und Wertefragen. Verteilt werden Nutzen und Lasten, Ressourcen, Lebensraum, Lebensqualität. Was wollen wir (nicht) haben? Wie wollen wir (nicht) leben? Nach welchen Kriterien beurteilen wir unsere Handlungen?

Vorrang in der Arbeit des CoV haben also Fragen, die für die Sicherung der Lebensgrundlagen, für das Zusammenleben der Menschen, für die Erhaltung des Friedens und einer langfristig stabilen Wirtschaft bedeutsam sind.

Interdisziplinarität und die Erkenntnisse der Evolutionstheorie sind die Denkprinzipien, mit denen Wege für einen Paradigmenwechsel in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft erforscht und eingeleitet werden. Der CoV will die Sachzwänge und Eigendynamik der Ökonomie und des Geldwesens mit den Erfordernissen einer nachhaltigen sozialen und ökologischen Verhaltensweise ins Gleichgewicht bringen. Das Gesamtwohl des Menschen, der Stabilität der Gesellschaft und der Umwelt muss Vorrang gegenüber rein ökonomischen Zielen erlangen .

Veranstaltungen und Projekte[Bearbeiten]

Der Club of Vienna versucht, ein breites Spektrum an Themen abzudecken. Die Themen werden zuerst intern diskutiert und in Projektgruppen bearbeitet.

Arbeitsformen[Bearbeiten]

  • Ehrenamtliche Mitarbeit aller Mitglieder ohne Honorare
  • Strukturierung und Untersuchung interdisziplinärer wissenschaftlicher Themen gesellschaftlicher Relevanz
  • Bearbeitung von Kernfragen in Projektform, mit dislozierten Teams und unter Einbindung bester externer Experten
  • Bearbeitung eines jährlichen Kernthemas
  • Jährliches Start-Symposion als Initialveranstaltung
  • Umfangreiche Befragungen zu zentralen Themen, Auswertung der Ergebnisse und Diskussion möglicher Konsequenzen
  • Kooperation mit Meinungsforschungsinstituten
  • Kooperation mit Universitäten und internationalen Fachinstituten

Aktuelle Themen[Bearbeiten]

  • Wege in den Postkapitalismus: Empfehlungen für Verantwortungsträger
  • Bürgernahe Entscheidungsfindung in der Demokratie
  • Beschleunigungsphänomene; nichtmaterielle Wohlstandsindikatoren
  • Sklaven und Herren in der Informationsgesellschaft
  • Nachhaltigkeit als Investitionsprinzip
  • Schrumpfung als neue Herausforderung für die neue Wachstumsgesellschaft

Präsidium, Geschäftsführung, Mitglieder[Bearbeiten]

Präsidium und Geschäftsführung[Bearbeiten]

  • Hermann Knoflacher: Bauingenieur, Planer, Univ.-Prof. und Leiter des Instituts für Verkehrsplanung und Verkehrswesen an der Technischen Universität Wien
  • Manfred Sliwka (1930–2009)[2][3]: Promovierter Betriebswirtschafter, Lehrbeauftragter an der Universität Trier, Unternehmensberater und Leiter von Schulungskursen in Unternehmenskulturen, -philosophien und Wertesystemen, Herausgeber, Buchautor
  • Agnieszka Rosik-Kölbl: Promovierte Germanistin, Dolmetscherin, Literaturübersetzerin, Sprach- und Wirtschaftswissenschaftlerin, Journalistin

Gründungspräsident[Bearbeiten]

Rupert Riedl (†): ehemals Prof. für Zoologie an der Universität Wien, Begründer des Konrad Lorenz Institut für Evolutions- und Kognitionsforschung, Altenberg

Mitglieder[Bearbeiten]

  • Hans P. Aubauer: Physiker, Leitung Umweltphysik am Institut für Materialphysik, Univ.-Prof. an der Universität Wien
  • Mathias Binswanger: Volkswirt-Umweltökonom, Prof. für Volkswirtschaftslehre, Fachhochschule Solothurn-Nordwestschweiz, Olten
  • Rudolf Edlinger: Politiker, früherer Wiener Stadtrat für Wohnbau und Stadterneuerung sowie für Finanzen und Wirtschaftspolitik, Bundesminister für Finanzen a. D., Abgeordneter zum Nationalrat a. D., Vizepräsident des Pensionistenverbandes Österreichs
  • Ernst Gehmacher: Sozialwissenschafter, eh. GF des IFES, sozialwissenschaftlicher Berater, Leiter des Büros Organisation angewandter Sozialforschung (BOAS)
  • Helmut Helsper: Jurist, Finanzexperte, Beamter im deutschen Finanzministerium
  • Hermann Knoflacher
  • Peter Kotauczek: Unternehmer, IT-Experte, Gründer der BEKO Holding, Prof. für Telekommunikation und Computerkunst
  • Dennis Meadows: Management, Umwelt- und Wirtschaftswissenschaftler, Direktor des Instituts für politische und sozialwissenschaftliche Forschung, Universität New Hampshire, USA
  • Maria Nicolini: Univ.-Prof. an der Universität Klagenfurt, Fakultät für inter- und transdisziplinäre Forschung. Arbeitsgebiete: Soziale Ökologie, Nachhaltigkeitsforschung, partizipative Planungs- und Entscheidungsprozesse, Sprache in der Wissenschaft
  • Werner J. Patzelt: Politikwissenschaftler, Prof. am Institut für Politikwissenschaft, TU Dresden
  • Manfred Sliwka
  • Gregor Schwarz: Allgemeinmediziner mit Schwerpunkt Arbeitsmedizin und Systemmedizin (Akupunktur, Relaxationstechniken, Oneirologie)
  • Gerlind Weber: Raumplanerin, Univ.-Prof. und Leiterin des Instituts für Raumplanung und Ländliche Neuordnung der Universität für Bodenkultur Wien, Präsidentin des Ökosozialen Forum Wiens

Außerordentliche Mitglieder:

Literatur[Bearbeiten]

  • Kapitalismus gezähmt? Weltreligionen und Kapitalismus (Hgg H. Knoflacher, K. Woltron, A. Rosik-Kölbl), 2006. Verlag echo media, Wien
  • Wege in den Postkapitalismus (Hgg K. Woltron, H. Knoflacher, A. Rosik-Kölbl), 2004. Verlag edition selene, Wien
  • Die Ursachen des Wachstums. Unsere Chancen zur Umkehr (Hgg R. Riedl, M. Delpos), 1996. Verlag Kremayr und Scheriau: Wien

Wiener Rupert-Riedl-Preis[Bearbeiten]

Der Club of Vienna vergibt jährlich den Wiener Rupert-Riedl-Preis für interdisziplinäre Diplomarbeiten und Dissertationen zur nachhaltigen Entwicklung unter gebührender Berücksichtigung der Grundlagen evolutionärer Prozesse.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Club of Vienna, abgerufen 23. Mai 2009
  2. Dr. oec. Manfred Sliwka, ein erfolgreiches Kind der Mosel
  3. Vita Dr. oec. Manfred Sliwka (PDF-Datei)

Weblinks[Bearbeiten]