Cluedo

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Cluedo
Cluedowaffen (ca. 1960)
Cluedowaffen (ca. 1960)
Daten zum Spiel
Autor Anthony Ernest Pratt,
Elva Pratt
Verlag Waddingtons (1948/49),
Parker Brothers (1949),
Schmidt Spiele (1959),
Miro Company,
Carlit,
alga,
Editrice Giochi,
Hasbro
Erscheinungsjahr 1948, 1949, 1982, 2005
Art Deduktionsspiel
Mitspieler 3 bis 6
Dauer 45–60 Minuten
Alter Ab 9 Jahren

Cluedo [ˈkluːdoʊ], meist jedoch eingedeutscht [klu'e:do] (Clue in den USA und Kanada) ist ein Brettspiel für drei bis sechs Teilnehmer, bei dem durch Kombinieren von Hinweisen ein Mordfall aufgeklärt werden muss.

Geschichte[Bearbeiten]

Anthony und Elva Pratt Anfang der 1940er Jahre

1943/1944 erdachten der britische Anwaltsgehilfe Anthony Ernest Pratt (* 10. August 1903; † 9. April 1994)[1] und seine Frau Elva († zwischen 1980 und 1994) ein Spiel, welches sie „Murder!“ nannten. 1944 wurde ein Patent für das Spielkonzept und den Spielplan eingereicht, welches dann 1947 erteilt wurde.[2] 1945/46 erwarb Waddingtons die Rechte an dem Spiel, welches aufgrund von Materialengpässen erst 1948/49 als „Cluedo“ erschien. Das Spiel wurde an Parker Brothers für den nordamerikanischen Markt lizenziert, die das Spiel 1949 als „Clue, The Sherlock Holmes Game“[3] veröffentlichten.[4] Seitdem wurden jährlich weltweit etwa 3 Millionen Spiele hergestellt.

1959 brachte dann Schmidt Spiele das Spiel auf den deutschsprachigen Markt unter dem Titel „Wer ist Meisterdetektiv?“[5][6], doch erst die spätere Parkerversion konnte sich am Markt durchsetzen.

Parker Brothers und Waddingtons wurden 1991 bzw. 1994 vom US-amerikanischen Spielehersteller Hasbro übernommen, der das Spiel bis heute produziert.

Die Spielidee stammt möglicherweise vom Kartenspiel The King of Hearts Has Five Sons.[7]

Name[Bearbeiten]

Das Wort Cluedo ist ein Kofferwort aus dem englischen Begriff Clue, was so viel wie Schlüssel oder Hinweis für den Handlungsfortschritt bedeutet, und Ludo. Tatsächlich muss man durch Kombinationsgabe, geschickte Fragetechnik und ein wenig Zufall (schließlich ist auch ein Würfel dabei) den Täter, die Tatwaffe und den Tatort herausfinden.

Spielverlauf[Bearbeiten]

Auf dem Spielplan ist der Grundriss eines Hauses mit neun Räumen und dem Flur dargestellt. In diesem Haus ist Dr. Schwarz (auch Graf Eutin) ermordet worden und alle Mitspieler übernehmen im Verlaufe des Spiels die Rolle eines Detektivs. Am Anfang wird von jedem Kartenstapel der Verdächtigen, Mordwerkzeuge und Mordzimmer jeweils eine Karte verdeckt gezogen. Diese gilt es im Laufe des Spiels zu ermitteln. Alle übrigen Karten werden an die Mitspieler verteilt. Diese können nun durch geschickte kombinierte Verdächtigungen, die sie immer den anderen Mitspielern vortragen, erfahren, welche Karte diese besitzen. Dadurch muss jeder auf den korrekten Mörder, die Tatwaffe und den Tatort Rückschlüsse ziehen. Wer zuerst diese drei Fragen richtig beantworten kann, hat gewonnen. Wer allerdings eine falsche Anklage erhebt, scheidet aus. Es existieren mit sechs Verdächtigen, sechs Tatwaffen und neun Räumen insgesamt 324 verschiedene Lösungskombinationen.

Neuerungen in der Auflage von 2008[Bearbeiten]

  • Verdächtige: Die Verdächtigen sind im Grunde gleich geblieben, haben aber teilweise andere Namen und veränderte Hintergrundgeschichten. Außerdem kommt der Winkelzug hinzu (siehe unten).
  • Tatorte: Teilweise gibt es andere Tatorte (siehe unten)
  • Tatwaffen: Statt vorher 6 Tatwaffen, gibt es nun 9 (siehe unten)
  • Komplottkarten: Sie müssen oder dürfen in bestimmten Situationen gezogen werden und geben dem Spieler beispielsweise die Möglichkeit einen weiteren Verdacht zu äußern, nochmals zu würfeln oder ähnliches.
  • Uhrkarten: Der Spieler, der die 8. Uhrkarte aus den Komplottkarten zieht, ist das nächste Opfer des Mörders und scheidet aus dem Spiel aus.
  • Winkelzüge: Jeder der Spielcharaktere hat eine zusätzliche Eigenschaft, die einmal pro Spiel ausgespielt werden darf.

Verdächtige (Alte Version)[Bearbeiten]

Diese sechs Personen sind die Verdächtigen, die im Spiel vorkommen (in Klammern jeweils der Originalname):

  • Oberst Günther von Gatow (gelb) (Colonel Mustard)
  • Professor (Peter) Bloom (violett) (Professor Plum)
  • (Herr) Direktor Grün oder Reverend Jakob Grün (grün) (Reverend Green)
  • Baronin (Patrizia) von Porz (blau) (Mrs. Peacock)
  • Fräulein Ming oder Fräulein Gloria Roth (rot) (Miss Scarlett)
  • Frau (Elvira) Weiß (weiß) (Mrs. White)

Verdächtige (Neuauflage von 2008)[Bearbeiten]

Name Leitsatz Winkelzug (Einmal pro Spiel)
Dennis Gatow „Habe ich schon erwähnt, wie viele Tore ich geschossen habe?“ Sie dürfen zweimal ziehen. Würfeln Sie, ziehen Sie und würfeln Sie noch einmal
Felix Bloom „Ich bin der König der Schickeria.“ Sie dürfen im selben Zug 2 Mal einen Verdacht aussprechen.
Tom Grün „Ich übernehme das für Sie. Was krieg ich als Gegenleistung?“ Sie dürfen einen Verdacht mit einem Raum aussprechen, in dem Sie nicht stehen. Der Gast des Verdachts wird in den genannten Raum gestellt.
Klara Potz „Ich nehme die Dinge lieber selbst in die Hand.“ Sie dürfen sich eine Karte des Spielers ansehen, dem Sie gerade eine Ihrer Karten gezeigt haben.
Gloria Roth „Wie bitte? Sie wissen nicht, wer ich bin?“ Sie dürfen sich eine Karte ansehen, die gerade ein anderer Spieler jemand anderem gezeigt hat.
Diana Weiss „Ich habe es so satt, immer übersehen zu werden.“ Sie dürfen in einen beliebigen Raum ziehen, der keinen Geheimgang hat.
Die sechs Miniaturwaffen
Tatwaffen (Alte Version)
Tatwaffen (Neuauflage von 2008)
  • Pistole
  • Kerzenleuchter
  • Seil
  • Messer
  • Baseballschläger
Fortsetzung
  • Axt
  • Hantel
  • Trophäe
  • Gift

Tatorte (Alte Version)[Bearbeiten]

Küche (Kitchen) Musikzimmer (Ballroom) Wintergarten (Conservatory)
Speisezimmer (Dining Room) Keller Billardzimmer (Billiard Room)
Bibliothek (Library)
Salon (Lounge) (Eingangs-) Halle (Hall) Arbeitszimmer (Study)

Haus Neubrunn bzw. Schloss Eutin (orig. Tudor Hall): Der Keller ist kein Tatort, hier liegt das Mordkuvert.

Tatorte (Neuauflage von 2008)[Bearbeiten]

Küche (1) Terrasse Wellnessraum (2)
Speisezimmer Schwimmbad Heimkino
Wohnzimmer
Gästehaus (2) (Eingangs-) Halle Observatorium (1)

Das Schwimmbad ist kein Tatort, hier liegen die Tatwaffen, die restlichen Verdachtskarten und nur hier darf Anklage erhoben werden. Die mit Zahlen gekennzeichneten Räume sind per Geheimgang miteinander verbunden

Variationen[Bearbeiten]

Cluedo Video[Bearbeiten]

Ende der 1980er Jahre brachte die Firma Parker Brothers das Cluedo-Spiel in einer neuen Version heraus. Während des Spiels schauten sich die Spieler auf einer beigelegten Kassette die Handlung auf einem Videogerät an, um wichtige Tatsachen zu erfahren, machten sich Notizen über die Verdächtigen, die Räume und Tatwerkzeuge. Natürlich benötigte man dazu Fernsehgerät und Videorecorder. Diese Variation setzte sich jedoch nicht sehr lange durch, da die durchaus motivierenden Sequenzen des Bandes mit der Zeit durch die Wiederholung an Spielreiz verloren.

Computerspiel (1999)[Bearbeiten]

Diese CD-Version für Windows-PCs erschien 1999 bei Hasbro und bietet zwei Spielvarianten. Die Variante „klassisch“ ist eine originalgetreue Umsetzung des Brettspiels, bei der Variante „ohne Würfel“ wird nicht gewürfelt, sondern jedem Spieler stehen pro Zug 9 Punkte zur Verfügung, die er für Aktionen verbrauchen kann. Ein Schritt kostet dabei einen Punkt, eine Verdächtigung oder die Anklage drei Punkte. Wahlweise bewegt man sich in einer 3D-Ansicht des Hauses oder auf dem zweidimensionalen Spielbrett. Ausgesprochene Verdächtigungen werden durch kurze Videosequenzen animiert. Der Computer kann beliebig viele menschliche Mitspieler ersetzen (und auch gegen sich selbst spielen). Außerdem kann das Spiel im Netzwerk gespielt werden.

Cluedo DVD[Bearbeiten]

Wie beim Cluedo-Video (siehe oben) wird ein Medium, in diesem Falle eine DVD, verwendet, um das Spiel mit Videos zu erweitern. Der Unterschied besteht nur darin, dass in dieser Variationen kein Mord geklärt wird, sondern ein Diebstahl. Bei den DVD-Fällen (ein Hauptfall plus zehn Spezialfälle) gibt es insgesamt zehn Figuren, von denen nur fünf Figuren (drei bis fünf Spieler) gleichzeitig bespielt werden. Diese sind festgelegt und werden vor Beginn des Spiels in einer genauen Spielanleitung angegeben. Neben den alten Figuren

  • Oberst von Gatow (gelb)
  • Professor Bloom (violett)
  • Reverend Grün (grün)
  • Baronin von Porz (blau)
  • Fräulein Gloria (rot)
  • Frau Weiß (weiß)

gibt es vier neue Figuren:

  • Sir Albert (ocker)
  • Konrad (orange)
  • Frau Wiesental (türkis)
  • Madame Monique (violett)

Dazu kommen noch der Kommissar und ein Butler, die dabei helfen, den Fall zu lösen. Der Butler gibt bei den Spezialfällen Tipps über seine eigenen Beobachtungen in den verschieden Zimmern. Der Kommissar gibt Anweisungen und leistet Hilfestellungen.

Der Würfel entfällt komplett, da nur von Raum zu Raum gegangen werden kann. Mit der Zeit werden immer mehr Hilfestellungen auf der DVD freigeschaltet und sie können in jeder Runde genutzt werden, anstatt einen Verdacht zu äußern. Zum Beispiel Sonderaktionen im Geheimgang oder Suchbilder in einzelnen Räumen.[8]

Das Spiel wurde 2005 von Parker und Hasbro herausgebracht.

Super Cluedo[Bearbeiten]

Hierbei handelt es sich um eine erweiterte Version des klassischen Cluedo-Spiels. Es gibt mehr Tatorte (darunter einen Garten und Stallungen), Tatwaffen und Verdächtige, wodurch eine größere Menge an Kombinationen möglich ist. Die Anzahl der Mitspieler ist auf bis zu zehn erhöht worden. Auch neu sind lupenförmige Spezialfelder, die im Flur verteilt sind. Wer über ein solches Feld zieht, darf eine Handkarte eines Gegners einsehen. Ansonsten stimmen die Regeln jedoch mit denen des Originals überein.

Cluedo – Das Kartenspiel[Bearbeiten]

Der Spieleautor Philip Orbanes brachte im Verlag Winning Moves 2002 eine Kartenversion des Spieles heraus, die ein Jahr später auch auf Deutsch erschien. Es gibt Detektivkarten, Verdachtskarten, Fahndungskarten, Heiße-Spur-Karten und Geheimtipp-Karten. Die Spieler können Verdächtigungen bezüglich des Täters, des Fluchtfahrzeugs und der Stadt aussprechen, die die Mitspieler je nach den Karten auf ihrer Hand beantworten können.[9]

Cluedo – The Simpsons[Bearbeiten]

Die Spielfiguren und Miniaturwaffen der Simpsons-Ausgabe

Ebenfalls 2006 erschien bei Parker (Hasbro) eine Cluedo-Variante mit Charakteren, Tatorten und Tatwaffen aus der Fernsehserie Die Simpsons. Das Spielprinzip ist zum Originalspiel identisch, ist aber bereits ab zwei Personen spielbar. Die Charaktere der Serie schlüpfen in die Rollen des Originalspiels, so spielen mit: Krusty der Clown als Oberst von Gatow, Bart Simpson als Professor Bloom, Homer Simpson als Reverend Grün, Marge Simpson als Baronin von Porz, Lisa Simpson als Fräulein Gloria sowie Waylon Smithers als Frau Weiß. Mögliche Tatwaffen sind ein giftiger Donut, ein Boxarm, eine Halskette, eine Schleuder, ein Brennstab und ein Saxophon. Die Tatorte entstammen ebenfalls der Serie und sind Barney’s Bowl-A-Rama, die Krustylu Filmstudios, das Atomkraftwerk, das Simpson-Haus, der Frying Dutchman, der Kwik-E-Mart, das Burns-Anwesen, das Springfield Altersheim und das Android’s Dungeon.

Cluedo – Harry Potter Edition[Bearbeiten]

Eine Cluedo-Variante mit Charakteren aus dem Harry Potter Universum. Der Spielort ist die Zauberschule Hogwarts. Erweitert wurden die Spielregel durch das Einführen von Hauspunkten, die jeder Spieler zu Spielbeginn besitzt, die er aber beim Erscheinen des Dunklen Mals nach dem Zufallsprinzip verlieren kann, wobei Schutzkarten während des Spiels erworben werden können. Bei Verlust aller Hauspunkte scheidet der Spieler aus. Zusätzlich wurde der Spielplan durch bewegliche Elemente (4 Drehscheiben unter dem Plan) erweitert, die es ermöglichen, Türen zu öffnen und zu schließen und Geheimgänge zwischen den einzelnen Zimmer zu öffnen. Als Spielfiguren sind vorhanden: Harry Potter, Ron Weasley, Hermine Granger, Ginny Weasley, Luna Lovegood und Neville Longbottom. Die Räume sind bezeichnet als Dumbledores Büro, Bibliothek, Eulerei, Verteidigung gegen die dunklen Künste, Zaubertränke, die große Halle, der Raum der Wünsche und der Krankenflügel. Die Verdächtigen sind hier Draco Malfoy, Lucius Malfoy, Bellatrix Lestrange, Peter Pettigrew, Crabbe und Goyle.[10]

Cluedo – Sherlock Edition[Bearbeiten]

Im September 2012 erschien in Großbritannien eine Variation von Cluedo mit Schauplätzen und Charakteren der erfolgreichen, seit 2010 produzierten britischen TV-Reihe Sherlock. Diese Edition stellt mit ihrem Bezug zu Sherlock Holmes somit einen Rückbezug zum Ursprung des Spiels her.

Cluedo Geheimagent[Bearbeiten]

Diese Version des Detektivspielklassikers macht den einzelnen Spieler zum Geheimagenten in einer Weltmetropole. Hier müssen wie im klassischen Spiel Beweise gesammelt und Täter überführt werden, jedoch gibt es einen SMS-Spielmechanismus, durch den jeder Spieler Sonderaufträge per SMS erhält. Als Besonderheit ist der Cluedo Geheimagenten-Version noch eine Schwarzlichtlampe beigelegt, mit der die Entschlüsselung von Hinweisen erfolgen kann.[11]

Filmische Umsetzung[Bearbeiten]

Basierend auf der Grundidee des Spieles entstand 1985 die Kriminalkomödie Clue (dt. Alle Mörder sind schon da) die sowohl mit den original Charakternamen als auch 3 möglichen Lösungen einzelner Morde aufwartet. Zunächst wenig erfolgreich gilt Clue mittlerweile als Kultfilm in den USA, Kanada und Großbritannien.

Adaptionen[Bearbeiten]

  • 1992 produzierte der Sender Sat.1 zwölf Folgen einer gleichnamigen Gameshow (Titelmusik: Martin Böttcher, Regie: Wolfgang F. Henschel), moderiert von Gundis Zámbó. Hinweise wurden dabei über Einspielfilme gegeben; die Zuschauer im Studio mussten den Mörder finden. Die Show wurde auch im Jahr 1993 in der Radiosendung Kalkofes Mattscheibe parodiert.
  • Im Herbst 2006 nahmen nach Herstellerangaben über 250.000 Spieler an der Onlineversions des Spiels Cluedo Online – Die große Mörderjagd teil. Es dauerte ungefähr einen Monat, hatte den Titel „Ein fast perfekter Mord“ und es wurde der Mörder von Dr. Schwarz gesucht. Hauptpreis war eine Familienreise nach San Francisco mit Besuch der Gefängnisinsel Alcatraz.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cluedo – Sammlung von Bildern

Quellen[Bearbeiten]

  1. Photographs of Anthony Pratt's Grave bei theartofmurder.com (englisch)
  2. Patent GB586817: Improvements in board games. Veröffentlicht am 1. April 1947, Erfinder: Anthony Ernest Pratt.
  3. Spielen in ... USA (Teil I) bei reich-der-spiele.com
  4. Who Invented Clue? bei mysterygamecentral.com (englisch)
  5. Roland G. Hülsmann: Wer ist Meisterdetektiv bei rgh-soft.de
  6. Cluedo bei der Europäischen Spielesammler Gilde
  7. Deduction Games bei thegamesjournal.com (englisch)
  8. rmashop.de
  9. Cluedo – Das Kartenspiel in der Spieledatenbank Luding
  10. hasbro.com
  11. luding.org