Clus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Clus (Begriffsklärung) aufgeführt.

51.88611111111110.008055555556Koordinaten: 51° 53′ 10″ N, 10° 0′ 29″ O

Clus
Einwohner: 119 (Mai 2010)
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 37581
Vorwahl: 05382

Clus ist ein Stadtteil des niedersächsischen Bad Gandersheim.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurde Clus in die Stadt Bad Gandersheim eingegliedert.[1]

Kloster Clus[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Das ehemalige Kloster Clus, ein Tochterkloster des Stifts Gandersheim, wurde 1124 von der Gandersheimer Äbtissin Agnes, der Nichte Kaiser Heinrichs IV., gegründet und war Teil der cluniazensischen Reformbewegung.

Abt Johann Dederoth übernahm 1433 auch die Abtswürde in Bursfelde und wurde der Initiator der Bursfelder Kongregation. Damit steht das niedersächsische Kloster Clus am Anfang der großen mitteleuropäischen Klosterreform und Einigungsbewegung des monastischen Lebens.

Im Zug der Reformation wurde das Kloster 1596 aufgehoben. Die ehemalige Bibliothek ist heute Bestandteil der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel.

Klosterkirche[Bearbeiten]

Die ehemalige Klosterkirche Clus wurde 1127—1159 als dreischiffige Basilika erbaut und weist teilweise Ähnlichkeit mit der Stiftskirche zu Gandersheim auf. Im 1485 gotisch erweiterten Chor befindet sich ein Hochaltar, der 1487 aus Lübeck hierher gebracht worden war.

KZ-Außenlager Brunshausen[Bearbeiten]

Während des Zweiten Weltkriegs befand sich im ehemaligen Kloster Brunshausen im nahegelegenen Brunshausen, einem Ortsteil von Bad Gandersheim, ein Außenlager des KZ Buchenwald. Die Häftlinge wurden zur Produktion von Flugzeugteilen in den heutigen Schott-Werken eingesetzt. Wenige Tage vor der Befreiung durch die United States Army wurden 40 Häftlinge in ein Waldstück bei Clus getrieben und dort durch die SS ermordet. Marguerite Duras schrieb hierüber das Buch Der Schmerz, aus dem später ein Theaterstück entstand. Dieses wird im Andenken an die Opfer regelmäßig im Rahmen der Gandersheimer Domfestspiele auf dem Gelände des ehemaligen Außenlagers aufgeführt. In Clus erinnern ein Holzkreuz und ein Gedenkpfad an die Gräueltat.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 269.

Weblinks[Bearbeiten]