Cobalt(II)-oxid

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Kristallstruktur
Kristallstruktur von Cobalt(II)-oxid
__ Co2+     __ O2−
Allgemeines
Name Cobalt(II)-oxid
Andere Namen
  • Cobaltmonoxid
  • Kobalt(II)-oxid
Verhältnisformel CoO
CAS-Nummer 1307-96-6
PubChem 14786
Kurzbeschreibung

olivgrüner Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 74,93 g·mol−1[1]
Aggregatzustand

fest

Dichte

6,45 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

1795 °C[1]

Löslichkeit

unlöslich in Wasser (3,13 mg·l−1)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [2]
07 – Achtung 09 – Umweltgefährlich

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​317​‐​410
P: 273​‐​280​‐​501 [3]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [2]
Gesundheitsschädlich Umweltgefährlich
Gesundheits-
schädlich
Umwelt-
gefährlich
(Xn) (N)
R- und S-Sätze R: 22​‐​43​‐​50/53
S: (2)​‐​24​‐​37​‐​60​‐​61
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Cobalt(II)-oxid ist eines von mehreren Oxiden des chemischen Elementes Cobalt. Es ist ein olivgrünes, in Wasser unlösliches Salz.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Cobalt(II)-oxid entsteht, wenn elementares Cobalt an der Luft oder Cobalt(II)-nitrat, Cobalt(II)-hydroxid oder Cobalt(II)-carbonat unter Luftabschluss erhitzt werden.

\mathrm{2\ Co + O_2 \ \xrightarrow {\Delta} \ \ 2\ CoO}
\mathrm{Co(OH)_2 \ \xrightarrow {\Delta} \ \ CoO + H_2O \uparrow}
\mathrm{CoCO_3 \ \xrightarrow {\Delta} \ \ CoO + CO_2 \uparrow}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Die Verbindung kristallisiert in der Natriumchlorid-Struktur, also im kubischen Kristallsystem in der Raumgruppe Fm\bar{3}m. Der Gitterparameter beträgt a = 424,9 pm, in der Elementarzelle befinden sich vier Formeleinheiten.[5] Meist kommt (ähnlich wie bei Eisen(II)-oxid FeO) ein leichter Cobalt-Unterschuss vor. Trocken ist Cobaltoxid beständig, feucht kann es leicht zu Cobaltoxidhydroxid CoO(OH) oxidiert werden. Unterhalb von 16 °C ist die Verbindung antiferromagnetisch.[6]

Wird es an der Luft auf 400–500 °C erhitzt, bildet sich Cobalt(II,III)-oxid.

Verwendung[Bearbeiten]

Cobalt(II)-oxid wird als Rohstoff für die Herstellung von Pigmenten in der Keramikindustrie (Thénards Blau) verwendet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Eintrag zu Cobalt(II)-oxid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 13.06.2007 (JavaScript erforderlich)
  2. a b Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 1307-96-6 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich).
  3. Datenblatt Cobalt(II) oxide bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 23. März 2011 (PDF).
  4. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. Jean D'Ans, Ellen Lax: Taschenbuch für Chemiker und Physiker. 3. Elemente, anorganische Verbindungen und Materialien, Minerale, Band 3. 4. Auflage, Springer, 1997, ISBN 978-3-540-60035-0, S. 386 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. P. S. Silinsky, M. S. Seehra: „Principal magnetic susceptibilities and uniaxial stress experiments in CoO“, in: Phys. Rev. B, 1981, 24, S. 419–423; doi:10.1103/PhysRevB.24.419

Literatur[Bearbeiten]

  • Holleman-Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie, 102. Auflage, de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1.
  • N. N. Greenwood, A. Earnshaw: Chemie der Elemente, 1. Auflage, VCH Verlagsgesellschaft, Weinheim 1988, ISBN 3-527-26169-9.