Cobalt(II)-chlorid

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CoCl2 ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Nicht zu verwechseln mit COCl2, Phosgen.
Kristallstruktur
Kristallstruktur Cobalt(II)-chlorid
__ Co2+     __ Cl
Allgemeines
Name Cobalt(II)-chlorid
Andere Namen

Cobaltdichlorid

Verhältnisformel CoCl2
CAS-Nummer 7646-79-9 (wasserfrei)
7791-13-1 (Hexahydrat)
Kurzbeschreibung

blauer kristalliner Feststoff (wasserfrei), als Hexahydrat rot-violetter Feststoff [1]

Eigenschaften
Molare Masse 129,84 g·mol−1 (wasserfrei)
Aggregatzustand

fest

Dichte

3,356 g·cm−3 [1]

Schmelzpunkt

735 °C [1]

Siedepunkt

1049 °C [1]

Löslichkeit
  • leicht löslich in Wasser (529 g·l−1 bei 20 °C)[1]
  • löslich in Methanol, Ethanol, Aceton, Pyridin und Diethylether[2]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
08 – Gesundheitsgefährdend 07 – Achtung 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 350i​‐​341​‐​360F​‐​302​‐​334​‐​317Vorlage:H-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze​‐​410
P: 201​‐​281​‐​273​‐​308+313​‐​304+340 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
Giftig Umweltgefährlich
Giftig Umwelt-
gefährlich
(T) (N)
R- und S-Sätze R: 49​‐​60​‐​22​‐​42/43​‐​68​‐​50/53Vorlage:R-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze
S: 53​‐​45​‐​60​‐​61
MAK

nicht festgelegt, da krebserregend[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Cobalt(II)-chlorid ist eine chemische Verbindung von Cobalt und Chlor. Es ist ein im wasserfreien Zustand blaues, als Hexahydrat rosafarbenes Salz.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Cobalt(II)-chlorid lässt sich aus den Elementen oder durch Erhitzen des Hexahydrates in Gegenwart von Thionylchlorid oder Phosgen oder im Chlorwasserstoffstrom gewinnen.[2]

\mathrm{CoCl_2 \cdot 6 H_2O + 6 \ SOCl_2 \longrightarrow CoCl_2 + 12 \ HCl + 6 \ SO_2}

Letzteres kann wiederum durch Reaktion von Cobalt(II)-hydroxid oder Cobalt(II)-carbonat mit Salzsäure gewonnen werden.

\mathrm{CoCO_3 + 2 \ HCl \longrightarrow CoCl_2 + H_2O + CO_2}

Ebenfalls möglich ist die Darstellung aus Cobalt(II)-acetat-Tetrahydrat und Acetylchlorid.[2]

\mathrm{Co(CH_3CO_2)_2 \cdot 4 H_2O + 6 \ CH_3COCl \longrightarrow} \mathrm{CoCl_2 + 2 \ (CH_3CO)_2O + 4 \ CH_3CO_2H + 4 \ HCl}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Wasserfreies Cobalt(II)-chlorid ist sehr hygroskopisch und nimmt leicht Wasser auf. Dabei ändert es sehr charakteristisch seine Farbe von blau nach rosa. Der entgegengesetzte Farbwechsel von rosa auf blau ist ebenfalls möglich, indem man das Hexahydrat auf Temperaturen oberhalb 35 °C erhitzt.[5]

\mathrm{CoCl_2 + 6\ H_2O \longrightarrow CoCl_2 \cdot 6\ H_2O}

Es sublimiert in Chlorwasserstoff-Atmosphäre bei 500 °C zu lockeren Kristallflittern. Seine Kristallstruktur ist hexagonal und entspricht dem von Cadmium(II)-chlorid mit der Raumgruppe R3m (a = 354,4 pm, c = 1743 pm).[2]

Verwendung[Bearbeiten]

Wegen des typischen Farbwechsels diente es als Feuchtigkeits-Indikator in Trockenmitteln wie etwa Kieselgel. Mit Hilfe von Cobalt(II)-chlorid lässt sich Wasser auch in anderen Lösungen nachweisen.

Auch wird es als so genannte Geheimtinte benutzt, da es als Hexahydrat in wässriger Lösung auf dem Papier kaum sichtbar ist, wenn es aber erhitzt wird (z. B. über einer Kerze), tritt tiefblaue Schrift hervor.

Des Weiteren kann es als Zusatz zum Elektrolyten (Schwefelsäure) von Bleiakkumulatoren genutzt werden, um die Batterielebensdauer und Leistung zu erhöhen.

Sicherheitshinweise[Bearbeiten]

Cobalt(II)-chlorid gilt als krebserzeugend sowie fruchtschädigend und ist möglicherweise erbgutverändernd. Der Stoff wurde am 28. Oktober 2008 in die Kanditatenliste der besonders besorgniserregenden Stoffe aufgenommen. Der Eintrag wurde am 20. Juni 2011 um die fortpflanzungsgefährdenden Eigenschaften ergänzt.[6]

Cobalt(II)-chlorid fördert die Produktion von Erythrozyten. Es besteht daher Sorge, dass Cobalt(II)-chlorid im Sport als Dopingsubstanz missbraucht wird. [7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Eintrag zu Cobalt(II)-chlorid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 9.10.2007 (JavaScript erforderlich)
  2. a b c d  Georg Brauer: Handbuch der präparativen anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band III, Enke, Stuttgart 1981, ISBN 3-432-87823-0, S. 1660.
  3. a b Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 7646-79-9 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich)
  4. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. Holleman-Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie, 102. Auflage, Berlin 2007 S. 1685. ISBN 978-3-11-017770-1.
  6. Helpdesk der Bundesbehörden, Abgerufen am 1. Februar 2012
  7. Wolfgang Jelkmann: The disparate roles of cobalt in erythropoiesis, and doping relevance. In: Open Journal of Hematology. 2012, 3-6 (Abstract).