Cochem

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Cochem
Cochem
Deutschlandkarte, Position der Stadt Cochem hervorgehoben
50.1469444444447.166666666666783Koordinaten: 50° 9′ N, 7° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Cochem-Zell
Verbandsgemeinde: Cochem
Höhe: 83 m ü. NHN
Fläche: 21,2 km²
Einwohner: 5213 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 246 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56812
Vorwahl: 02671
Kfz-Kennzeichen: COC, ZEL
Gemeindeschlüssel: 07 1 35 020
Stadtgliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
56812 Cochem
Webpräsenz: www.cochem.de
Stadtbürgermeister: Wolfgang Lambertz
Lage der Stadt Cochem im Landkreis Cochem-Zell
Kalenborn (bei Kaisersesch) Eppenberg (Eifel) Laubach (Eifel) Leienkaul Müllenbach (bei Mayen) Hauroth Urmersbach Masburg Düngenheim Kaisersesch Landkern Illerich Eulgem Hambuch Gamlen Zettingen Kaifenheim Brachtendorf Ulmen (Eifel) Alflen Auderath Filz (Eifel) Wollmerath Schmitt Büchel (Eifel) Wagenhausen (Eifel) Gillenbeuren Gevenich Weiler (bei Ulmen) Lutzerath Bad Bertrich Urschmitt Kliding Beuren (Eifel) Moselkern Müden (Mosel) Treis-Karden Lütz Lieg Roes Möntenich Forst (Eifel) Dünfus Brohl Binningen (Eifel) Wirfus Brieden Kail Pommern (Mosel) Briedel Altlay Peterswald-Löffelscheid Haserich Sosberg Forst (Hunsrück) Altstrimmig Reidenhausen Mittelstrimmig Blankenrath Panzweiler Walhausen Schauren (bei Blankenrath) Tellig Hesweiler Liesenich Moritzheim Grenderich Zell (Mosel) Neef Bullay Sankt Aldegund Alf (Mosel) Pünderich Greimersburg Klotten Faid Dohr Bremm Bruttig-Fankel Senheim Nehren (Mosel) Ediger-Eller Mesenich Valwig Ernst (Mosel) Beilstein (Mosel) Ellenz-Poltersdorf Briedern Cochem Landkreis Vulkaneifel Landkreis Bernkastel-Wittlich Landkreis Mayen-Koblenz Rhein-Hunsrück-KreisKarte
Über dieses Bild

Cochem ist die Kreisstadt und der größte Ort des rheinland-pfälzischen Landkreises Cochem-Zell. Mit knapp über 5000 Einwohnern ist Cochem nach Kusel die zweitkleinste Kreisstadt Deutschlands. Seit dem 7. Juni 2009 gehört sie der Verbandsgemeinde Cochem an.

Cochem ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Cochem mit Reichsburg 1919

Das Stadtzentrum und der flussaufwärts liegende Stadtteil Sehl befinden sich am linken Moselufer, der Stadtteil Cond am rechten Moselufer. Der Stadtteil Brauheck mit dem Gewerbegebiet, der Fliegerkaserne und einem Neubaugebiet liegt auf der Eifelhöhe an der Bundesstraße 259, etwa zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. In Cochem münden der Kraklebach, der Ebernacher Bach, der Sehlerbach, der Falzbach, der Märtscheltbach und der Endertbach in die Mosel.

Geschichte[Bearbeiten]

Cochemer Moselpromenade um 1880
Einweihung der Skagerrak-Brücke am 23. Januar 1927

Cochem war schon zu Zeiten der Kelten und Römer besiedelt. Im Jahre 886 wird es erstmals als Villa cuchema in einer Urkunde erwähnt. Weitere Namen: Cuhckeme, Chuckeme 893, Cochemo 1051, Chuchumo 1056, Kuchema 1130, Cuchemo 1136, Cocheme 1144, dann Cuchme, bis ins 18. Jahrhundert Cochheim / Cocheim. Cochem war Reichsgut, wurde 1294 unter König Adolf von Nassau an das Erzbistum Trier verpfändet und blieb bis zur französischen Besetzung 1794 kurtrierisches Territorium. 1332 erhielt Cochem die Stadtrechte, bald darauf wurden die heute noch vorhandenen Stadtbefestigungen erbaut. Zwischen 1423 bis 1425 wütete eine Pestepidemie in der Stadt. 1623 veranlasste Kurfürst Lothar von Metternich die Gründung eines Kapuziner-Konvents. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt belagert, aber nicht erobert. 1689 brannten Truppen Ludwigs XIV. zunächst die Winneburg nieder und eroberten danach Stadt und Burg Cochem. Der Wiederaufbau verlief schleppend. 1794 besetzten französische Revolutionstruppen Cochem, 1815 wurde der Ort auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Jacob Frederic Louis Ravené kaufte 1866 die Ruine der ehemaligen Reichsburg und begann mit dem Wiederaufbau. Erst nach der Errichtung der Moselbrücke in Cochem im Jahre 1927 wurden die beiden Fischerorte Cond und Sehl im Zuge einer Verwaltungsreform 1932 eingemeindet. Am 23. Januar 1927 wurde die erste Moselbrücke, die Skagerrak-Brücke, eingeweiht. Im Zweiten Weltkrieg wurden große Teile der Cochemer Altstadt zerstört. Seit 1946 ist die Stadt Teil des damals neu gegründeten Landes Rheinland-Pfalz.

Im Jahr 2011 wurden bei Umbauten der Deutschen Bahn drei 500 kg schwere Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Von diesen drei wurde eine Bombe entschärft, eine einbetoniert. Die Entschärfung der dritten Bombe wird voraussichtlich im Jahr 2014 angegangen.

Wappenbeschreibung und -begründung: Wappenbuch des Kreises Cochem-Zell (von A. Friderichs), Darmstadt 2001, S. 26/7.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat Cochem besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[3]

Wahl SPD CDU GRÜNE CBG FWG Gesamt
2014 6 9 2 3 2 22 Sitze
2009 6 9 2 3 2 22 Sitze
2004 6 10 1 3 2 22 Sitze
1999 6 11 1 2 2 22 Sitze
1994 7 10 3 2 22 Sitze
1989 6 10 2 3 21 Sitze
1984 7 9 5 21 Sitze
1979 7 11 3 21 Sitze
1974 5 10 6 21 Sitze
  • CBG = Cochemer Bürger-Gemeinschaft e.V.
  • FWG = Freie Wählergruppe Cochem-Brauheck e.V.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Politische Entwicklung[Bearbeiten]

Nachdem die Räte beider Kommunen am 23. Oktober 2008 einem „freiwilligen Zusammenschluss“ zugestimmt hatten, wurde am 7. Juni 2009 die bis dahin verbandsfreie Stadt Cochem in die Verbandsgemeinde Cochem-Land als verbandsangehörige Gemeinde eingegliedert. Hierzu erließ die Landesregierung am 18. Februar 2009 ein entsprechendes Gesetz, in dem u.a. die Übertragung von Vermögensteilen von der Stadt an die Verbandsgemeinde geregelt sind.[4] Die Verbandsgemeinde erhielt gleichzeitig den Namen Verbandsgemeinde Cochem.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Panorama von Cochem mit der Reichsburg Cochem auf der rechten Seite

Bauwerke[Bearbeiten]

Pfarrkirche St. Martin
  • Rathaus und der alte Marktplatz mit Martinsbrunnen
  • Enderttor, ein altes Stadttor
  • Balduinstor, ehemals ein Teil der Stadtmauer von der noch weitere Teile erhalten sind
  • Pinnerkreuz (Aussichtspunkt über Cochem und die Reichsburg)
  • Sesselbahn zum Pinnerkreuz
  • Pfarrkirche St. Martin
  • Historische Fachwerkhäuser in der Altstadt
  • Moselpromenade
  • Historische Senfmühle
  • Pegelhaus für den Wasserpegel der Mosel
  • Bundesbankbunker Cochem

Reichsburg Cochem[Bearbeiten]

Reichsburg Cochem (2012)
Hauptartikel: Reichsburg Cochem

Die Reichsburg Cochem wurde im Jahre 1130 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 1151 wurde sie von König Konrad III. besetzt und zur Reichsburg erklärt. Im Jahr 1688 wurde die Burg im Zuge des Pfälzischen Erbfolgekrieges von Truppen des französischen Königs Ludwig XIV. besetzt und 1689 zerstört. Lange Zeit blieb die Burganlage Ruine, ehe sie im Jahre 1868 von dem Berliner Kaufmann Louis Fréderic Jacques Ravené für 300 Goldmark gekauft und im neugotischen Stil wieder aufgebaut wurde. Seit 1978 ist sie im Besitz der Stadt Cochem und steht heute unter der Verwaltung der Reichsburg GmbH.

Burgruine Winneburg[Bearbeiten]

Winneburg, von der Wilhelmshöhe aus gesehen

Die Winneburg wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet. Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie im Jahre 1304 als Eigentum eines Wirich von Wunnenberg. In den darauffolgenden Jahrhunderten wurde die Burganlage stetig erweitert, blieb aber im Besitz der Herren von Wunnenberg (später Winneburg). Nachdem dieses Geschlecht 1637 ausgestorben war, gelangte die Burg in der Mitte des 17. Jahrhunderts in den Besitz der Familie von Metternich. Im Jahre 1689 wurde die Burg im Verlauf des Pfälzischen Erbfolgekriegs von französischen Truppen belagert, eingenommen und gesprengt. Die Winneburg wurde fortan nicht wieder aufgebaut und blieb Ruine. Im Jahre 1832 kaufte Fürst von Metternich die Burgruine. Ein Wiederaufbau erfolge aber nicht. Seit 1932 gehört sie der Stadt Cochem.

Pestkapelle St. Rochus, genannt Peterskapelle[Bearbeiten]

Pestkapelle St. Rochus

1422 befreite Erzbischof Otto v. Ziegenhain Cochem anlässlich der Pest für zehn Jahre von Grundsteuern und Schatzungen. Aus dieser Zeit scheint die erste Bebauung zu stammen, welche auf dem Stich von Braun und Hogenberg als S. Pettersberg bezeichnet ist. Neben einer kleinen rechteckigen Kapelle stand eine Herberge. Aus dieser Zeit stammt wohl noch der über dem Westportal angebrachte, aus rotem Sandstein gefertigte Schlussstein. Trotz der starken Verwitterung ist ein Hochrelief einer auf Wolken sitzenden Mutter Gottes mit dem Kinde, gerahmt von einem Zweipass zu erkennen. Im Jahr 1666 kehrte die Pest noch einmal nach Cochem zurück. Dies war wohl der Anlass für Philipp Emmerich von Winneburg und Dietrich Adolf von Metternich, auf Beilstein und Winneburg der Pfarrgemeinde 1680 einen Neubau zu stiften. Mit diesem Neubau trat auch der Pestheilige St. Rochus als Namensgeber in den Vordergrund. Der Holzaltar von 1682 zeigt das Wappen der Auftraggeber. Eine Notiz auf der Rückseite benennt Michael Luter, für eine Neufassung im Jahr 1820. Das zentrale Altarbild ist eine Verherrlichung Mariens, die über den Vertretern der geistlichen (Papst, Äbte, Ordensleute, Priester) und weltlichen (Kaiser, Könige, Bischöfe) Stände schwebt. Über ihr ist die heilige Dreifaltigkeit mit Vater, Sohn und heiligem Geist zu sehen, neben ihr der Tod mit dem Stundenglas und Engel mit Spruchbändern mit Lobpreisungen und Zitaten aus Psalmen. Eine Kartusche über dem zentralen Altar zeigt den heiligen Antonius mit dem Kinde. An oberster Stelle des Altars steht im offenen Giebel der heilige Petrus mit Schlüssel und Buch. Ursprünglich gehörten Bildwerke der heiligen Maria Magdalena, des heiligen Rochus, des heiligen Sebastians, des heiligen Bischofs Nikolaus und eine weitere Statue des heiligen Petrus zur Ausstattung der Kapelle. Der Hund des heiligen Rochus fand sich auch als Halbrelief im Deckenmittelpunkt mit einem Laib Brot im Maul abgebildet. Zur Ausstattung der Kapelle gehörte auch ein mittlerweile gestohlener hölzerner Armleuchter, d. h. ein Wandleuchter in Form eines mit kurzem Ärmel bedeckten Armes.

Sehler Dom St. Antonius Abbas[Bearbeiten]

Sehler Dom „St. Antonius Abbas“

Im Jahr 1493 erhielt die Pfarrgemeinde Cochem die Erlaubnis, in Sehl eine neue Kapelle am Moselufer zu bauen. Schon vorher gab es eine Kapelle in Sehl, deren Standort aber nicht bekannt ist. Die Finanzierung der neuen Kapelle wurde durch Ablassprivilegien Papst Alexanders VI. und des Trierer Erzbischofs Johann II. von Baden (1456–1503) ermöglicht. Von dieser Kapelle steht noch der Chor, ergänzt mit dem Westportal von 1915. Die Kapelle wurde zur Ehre Gottes dem heiligen Abt und Einsiedler Antonius, dem heiligen Bischof Wolfgang (sie sind als Schlusssteine zusammen mit dem Wappen des Erzbischofs Johann II. dargestellt), der Muttergottes, dem heiligen Bischof Ruprecht und der heiligen Jungfrau Cunen geweiht. Jeden Dienstag und Donnerstag sollte in der Kapelle durch den Cochemer Pastor eine Messe gelesen werden, wofür dieser jährlich 6 Gulden und 24 Weißpfennig Cochemer Währung bekommen sollte. Dafür wurde das Heu auf den Sehler Weiden verpfändet, die an die Kapelle grenzten. Die Sehler waren Halbbürger von Cochem ohne eigenes Gemeinderecht, und so widersprach der Cochemer Stadtrat zunächst der Anbringung einer Glocke am Sehler Dom. Später wurde eine Glocke angebracht, die im Jahr 1441 gegossen wurde. Sie trägt die Bezeichnung „AVE MARIA GRACIA PLENA DOMINUS TECUM MCCCCXXXXI“. Heute befindet sich dort eine Maria unter dem Kreuz vom Anfang des 16. Jahrhunderts, ein Geschenk von Dechant Eckert an St. Martin.

Kapelle Zu den drei Kreuzen[Bearbeiten]

Kapelle „Zu den drei Kreuzen“

An exponierter Stelle zwischen Cochem und Sehl in der Flur Im Haag an felsiger Stelle gelegen, bietet sich von der Kapelle Zu den drei Kreuzen ein beeindruckender Blick ins Moseltal. Der Bau einer ersten Kapelle an dieser Stelle gründet wohl wie die heute davorstehende Kreuzigungsgruppe auf einer Stiftung aus dem Jahr 1652 zur Zeit des Trierer Kurfürsten Karl Casper von der Leyen. Darauf weist die Jahreszahl am mittleren Basaltkreuz mit Christusfigur aus weichen Sandstein hin. Zwei St.-Antonius-Kreuze, heute ohne die ehemals dazugehörenden Bildnisse der Schächer, flankieren das mittlere Kreuz. Auf dem Linken findet man die Meisterbuchstaben P.A. Mitte des 19. Jahrhunderts war die erste Kapelle so baufällig geworden, dass man den damaligen Baumeister Joseph Dalmar sen. zu Rate zog. Der Zustand ließ aber eine Renovierung nicht mehr zu. Dalmar lieferte daher für einen Neubau Plan und Kostenvoranschlag. Die Finanzierung erfolgte durch Spenden der Cochemer Bevölkerung. Neben vielen kleinen gab es auch eine große Spende über zehn Taler. Um weitere Gelder zur Finanzierung des Neubaus zu erlösen, veranstaltete man eine Verlosung. Als Preis wurde ein Paar Pantoffeln ausgesetzt, die der Einnehmer Hauptmann Sabel gewann. Diese Verlosung erbrachte weitere zehn Taler und so konnte man schon im Jahr 1850 den Neubau vollenden. Dalmar plante diesen drei Meter weiter zurück in den Hang. Das dazu notwendige Gelände schenkte Familie Bauer. Auch gab es weitere Sachspenden, z. B. von Dachbrettern und Leyen. Der ursprünglich hier aufgestellte Gnadenstuhl aus dem 16. Jahrhundert steht heute im Alten Chor in St. Martin.

Pfarrkirche St. Remaclus[Bearbeiten]

St. Remaclus im Stadtteil Cond nimmt unter den Kirchenneubauten der Nachkriegszeit eine besondere Stellung ein. Mit ihrer wuchtigen, doch zugleich schlichten und klaren Gestalt, errichtet aus ortstypischem Schieferbruchstein, sollte sie nach dem Konzept des Kirchenbaumeisters Emil Steffann (1899–1968) als Brückenkopf und Kontrapunkt zur Burg am jenseitigen Ufer wahrgenommen werden. Die schlichte wie qualitätsvolle Ausführung setzt sich im Inneren fort. St. Remaclus steht für eine im modernen Kirchenbau beispielgebende Konzeption. Sie verkörpert vor allem Offenheit: Für die liturgischen Vollzüge entsprechend dem Zweiten Vatikanischen Konzil, für die Versammlung der Gemeinde um den Altar. Der kreuzförmige Raum wird umfasst von weiß geschlämmtem Ziegelmauerwerk, durchbrochen von großen Rundfenstern. Mächtige Rundbögen öffnen jeweils die drei Kreuzarme mit den Bankreihen hin zum Zentralraum mit der Altarinsel vor der tiefen Apsis. Ein großer Radleuchter umfängt Gemeinde und Altar mit seinem Licht. Die Ausstattung ist reduziert auf wenige, sehr wertvolle restaurierte Altarbilder und Figuren (18. bzw. 19. Jahrhundert) aus der abgebrochenen alten Pfarrkirche und auf zurückhaltend gestaltete moderne Kunstwerke zeitgenössischer Künstler:

Die Krypta wird über einen Treppenturm erreicht und dient der Gemeinde als Taufkapelle und Werktagskirche. Sie birgt zudem das Tabernakel. Die Kirche ist zu den Gottesdienstzeiten geöffnet.

Bilder der Stadt[Bearbeiten]

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Cochemer Krampen
Naturdenkmal Lescherlinde

In Cochem endet der Cochemer Krampen, ein windungsreicher Abschnitt der Mosel, der etwa 24 Kilometer flussaufwärts in Bremm seinen Anfang nimmt und auf der Landkarte einem Krampen (einer Klammer) gleicht.

Oberhalb der Reichsburg befindet sich die Lescherlinde, die aufgrund ihres Alters von über 550 Jahren und ihres ortsbildprägenden Charakters – sie ist auch vom Cochemer Bahnhof noch eindeutig auf dem Berg erkennbar – den Status Naturdenkmal innehat.

Oberhalb des Stadtteils Cond liegt das Naturschutzgebiet Brauselay mit einer mediterranen Vegetation. Unweit von Cochem, moselabwärts der Ortschaft Klotten, befindet sich das auch für Wanderer besonders sehenswerte Naturschutzgebiet Dortebachtal.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Stadt Cochem ist geprägt von Weinbau und Tourismus, wenn auch deren wirtschaftliche Bedeutung in den letzten Jahrzehnten rückläufig ist. Schwerpunkte bilden hierbei die Reichsburg Cochem, das Freizeitzentrum Cochem im Stadtteil Cond, der nahegelegene Wild- und Freizeitpark Klotten und das Ferien- und Golfresort Ediger-Eller auf der Eifelhöhe. Eine Mehrheit der Bevölkerung ist heute in anderen Wirtschaftszweigen beschäftigt. Es gibt weniger als zehn Weinbaubetriebe im Vollerwerb.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Cochemer Bahnhof ist architekturhistorisch bedeutsam

Die Stadt liegt an der Eisenbahn-Moselstrecke, am Bahnhof halten im Nahverkehr Regionalbahn-, Regional-Express-Züge sowie einzelne Intercity-Zugpaare auf ihrer Fahrt von/nach Norddeich-Mole. Die Eisenbahnstrecke verläuft zwischen Cochem und Ediger-Eller durch den Kaiser-Wilhelm-Tunnel (von seiner Fertigstellung im Jahre 1877 bis 1985 mit einer Länge von 4,2 km der längste Tunnel Deutschlands). Darüber hinaus gibt es einige regionale Buslinien. Die Stadt gehört dem Verkehrsverbund Rhein-Mosel an.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Die Stadt ist Bundeswehrstandort (TUK Cochem-Brauheck) und Verwaltungs- und Schulzentrum. Cochem ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Cochem und der Kreisverwaltung Cochem-Zell. In Cochem gibt es ein Amtsgericht, die Arbeitsagentur/ARGE, eine Außenstelle des Wasser- und Schifffahrtsamtes Koblenz-Mosel, ein Gesundheitsamt, ein Kreiswasserwerk, eine Polizeiinspektion und die Wasserschutzpolizeiinspektion, ein Krankenhaus, zwei Altenresidenzen, ein Heim für geistig Behinderte (Kloster Ebernach), eine Rettungswache des DRK und der Wasserwacht und die gut ausgerüstete Freiwillige Feuerwehr.

Bildung[Bearbeiten]

Cochemer Platt (Mundart)
  • Grundschule Cochem
  • Realschule plus Cochem
  • Martin-von-Cochem-Gymnasium
  • Berufsbildende Schule Cochem-Zell
    • Berufsvorbereitungsjahr gewerblich-technischen sowie hauswirtschaftlichen Bereich
    • Berufsschule (30 Fachrichtungen)
    • Berufsfachschule I (BF I) (7 Fachrichtungen)
    • Berufsfachschule II (BF II)
    • Zweijährige Höhere Berufsfachschule
    • Berufsoberschule I (BOS I)
    • Duale Berufsoberschule (DBOS)
    • Berufsoberschule II (BOS II)
    • Fachschule (Altenpflege, Tourismus)
  • Kreisvolkshochschule (KVHS) Cochem/Zell

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weitere Bilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinz Cochems: Die Cochemser - Ein Stück europäischer Geschichte, München o. J. (1981): Multi Media Film und Verlags-GmbH, München, 206 S., mit Abb., Illustrationen u. Photos (mit Vorwort von Horst Hoffmann, Bürgermeister der Stadt Cochem)
  • Stadt Cochem (Hrsg.), Walter Gattow (Red.): Cochem Mosel–Geschichte und Gegenwart einer alten historischen Weinstadt, Cochem 1982 (mit Vorwort des Bürgermeisters Horst Hoffmann), 174 S., 115 Abb.
  • Elmar Rettinger (Hrsg.): Historisches Ortslexikon Rheinland-Pfalz. Teil: 1. Ehemaliger Landkreis Cochem. Steiner, Stuttgart 1985, ISBN 3-515-04173-7.
  • Ernst Heimes: Schattenmenschen. Erzählung. Frankfurt a.M.: Brandes und Apsel, 1996. ISBN 3-86099-449-2.
  • Ernst Heimes: Ich habe immer nur den Zaun gesehen. Suche nach dem KZ-Außenlager Cochem. 4. Auflage. Fölbach, Koblenz 1999, ISBN 3-923532-39-3.
  • Alfons Friderichs: Wappenbuch des Kreises Cochem-Zell. Zell/Mosel 2001, ISBN 978-3-00-008064-7
  • Ralf Brachtendorf: Konflikte, Devianz, Kriminalität: Justiznutzung und Strafpraxis in Kurtrier im 18. Jahrhundert am Beispiel des Amts Cochem. Tectum-Verlag, Marburg 2003, ISBN 3-8288-8511-X, S. 285.
  • Alfons Friderichs: Persönlichkeiten des Kreises Cochem-Zell. Trier 2004, ISBN 3-89890-084-3
  • Alfons Friderichs: Urkunden und Regesten der Städte, Gemeinden, Burgen, Klöster, Mühlen und Höfe im Kreis Cochem-Zell bis 1900. Trier 2010, ISBN 978-3-89890-125-3
  • Walter Rummel: Soziale Dynamik und herrschaftliche Problematik der kurtrierischen Hexenverfolgungen. Das Beispiel der Stadt Cochem (1593-1595), in: Geschichte und Gesellschaft 16 (1990) 26-55.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cochem – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Cochem – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  4. Landesgesetz zum freiwilligen Zusammenschluss der verbandsfreien Stadt Cochem und der Verbandsgemeinde Cochem-Land vom 18. Februar 2009