Cocidius

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Cocidius ist der Name einer spätantiken romano-britischen Gottheit. Die Etymologie seines Namens ist bisher ungeklärt.[1]

Fundorte und Interpretationen[Bearbeiten]

Cocidius wurde vor allem in Nordbritannien, nämlich in Cumberland und Northumberland von römischen Legionären verehrt, wo man in der Nähe des Hadrianswalls auch Darstellungen eines gehörnten Kriegsgottes fand, der Cocidius darstellen könnte.[1] Gleichgesetzt wurde Cocidius nach der Interpretatio Romana einmal in Housesteads (Vercovicium) dem römischen Silvanus[2] und fünfmal dem Mars[3][4]. In einigen Weiheschriften wurde Cocidius mit Teutates, Riocaletis und Vernostus[5] identifiziert. Zwei Täfelchen aus getriebenem Silber zeigen ihn als Krieger mit Schild und Speer.[6] Nach MacKillop soll Cocidius dem britischen Gott Segomo entsprechen, dies ist allerdings sehr umstritten.[7]

Das Zentrum des Cocidius-Kultes wird um Fanum Cocidi[i] (Bewcastle Roman Fort, Bewcastle in Cumberland) vermutet.[1][8]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  • Artikel Housesteads Roman Fort in der englischen Wikipedia
  • Artikel Bewcastle Roman Fort in der englischen Wikipedia

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 649.
  2. The Roman Inscriptions of Britain (RIB) 1578 DEO/SILVANO/COCIDIO/Q FLORIUS/MATERNUS/PRAEF COH/I TVNG/VSLM
  3. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 437.
  4. The Roman Inscriptions of Britain (RIB) 602, The Roman Inscriptions of Britain (RIB) 933, The Roman Inscriptions of Britain (RIB) 1017, The Roman Inscriptions of Britain (RIB) 2015, The Roman Inscriptions of Britain (RIB) 2024
  5. The Roman Inscriptions of Britain (RIB) 1207
  6. The Roman Inscriptions of Britain (RIB) 986, The Roman Inscriptions of Britain (RIB) 987
  7. James MacKillop: Dictionary of Celtic Mythology. Oxford University Press, 1998, S. 337.
  8. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 262.