Cockpit

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Dieser Artikel befasst sich mit der Pilotenkanzel eines Luftfahrzeuges. Weitere Bedeutungen sind unter Cockpit (Begriffsklärung) aufgeführt.
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Cockpit einer Boeing 707 aus den 1960er Jahren mit Pilot, Kopilot und Flugingenieur

Das Cockpit (auch Pilotenkanzel oder Flight Deck) ist ein Teil eines Luftfahrzeuges und der Arbeitsplatz eines oder mehrerer Piloten und gegebenenfalls eines Flugingenieurs. Sein Gegenstück auf großen Luftschiffen ist die Kommandobrücke. Vom Cockpit aus wird die gesamte Steuerung vorgenommen. Ferner werden hier sämtliche fliegerischen und technischen Prozesse veranlasst und kontrolliert.

Etymologie[Bearbeiten]

Cock (englisch für Hahn) und pit (englisch für Grube) bedeuten eigentlich Hahnengrube, womit die Arena für Hahnenkämpfe gemeint war. Im gleichen Sinn wurde die Arena für Hundekämpfe als „dog pit“ bezeichnet, woher z. B. die Rassebezeichnung Pit Bull Terrier stammt.

Auf größeren Kriegsschiffen des 18. Jahrhunderts befand sich das Lazarett in der Regel auf dem Orlopdeck ganz vorne im Bug, direkt bei der 2. Kammer des Schiffarztes. In Anlehnung an Hahnenkämpfe, die bekanntlich sehr blutig sein können, bürgerte sich dafür auf englischen Schiffen die scherzhafte Bezeichnung Cockpit ein.

Eine Erklärung für die Verwendung des Ausdrucks Cockpit im heute gebräuchlichen Sinn ist, dass im Ersten Weltkrieg, jenes tatsächlich ein Loch im Rumpf der (damals offenen) Flugzeuge war, in das sich der „Kampfhahn“, also der Kampfpilot, setzte.

Lage und Aufteilung[Bearbeiten]

Blick von außen auf das Cockpit einer Boeing 747-400 der Lufthansa
Modernes Cockpit eines Airbus A319 mit zwei Piloten

Das Cockpit befindet sich fast immer an der Frontseite des Flugzeuges hinter der Flugzeugnase und meistens direkt hinter der Radarantenne oder bei Frachtflugzeugen mit Bugladeklappe über der Flugzeugnase. Der Kapitän und eventuell sein Kopilot sitzen in Flugrichtung. In Starrflügelflugzeugen sitzt der Kapitän in der Regel links vom Kopiloten, in Hubschraubern auf der rechten Seite. In den meisten mehrsitzigen Kampfflugzeugen sitzen der Pilot und der Waffensystemoffizier wegen Platzmangels hintereinander und verständigen sich über eine Sprechanlage.

Der Flugingenieur, sofern vorgesehen, sitzt bei großen Verkehrsmaschinen meist hinter dem Kopiloten mit Blick auf seine Instrumente auf der Steuerbordseite. Auf seinem drehbaren Stuhl sitzt er meist quer zur Flugrichtung, außer bei Start und Landung. Der Navigator (den es bis in die 1970er-Jahre im Cockpit noch gab, ebenso wie noch früher einen Funker) saß dementsprechend noch ein Stück weiter hinten (um einen Durchgang frei zu lassen), meist hinter dem Kapitän, quer zur Flugrichtung mit Blick auf seine Instrumente an der Backbordseite.

Größere Fluggeräte haben ein abgetrenntes Cockpit, so dass Störungen bei der Arbeit vermieden werden. Das erste Flugzeug mit einer abgeschotteten Kabine war das 1913 gebaute Flugzeug The Grand von Igor Iwanowitsch Sikorski.

Ausstattung[Bearbeiten]

Im Cockpit eines modernen Verkehrsflugzeuges sind mehrere Hundert Bedien- und Kontrollelemente für den Betrieb, die Steuerung, die Kontrolle, die Navigation, die Kommunikation und den Betriebsablauf vorhanden. Das Cockpit der Boeing 747-300 beinhaltet beispielsweise 971 Bedienelemente und Anzeigen.[1] Mit dem Fortschreiten der Computertechnik ist die Anzahl immer kleiner geworden, sie liegt heute bei Großraumflugzeugen etwa bei 300. Es lassen sich heute mehr Informationen abrufen, jedoch werden nicht mehr alle gleichzeitig angezeigt. Viele Funktionen werden jetzt über die Menüstruktur der Flight Management Systeme bedient.

Steuerung[Bearbeiten]

Interaktives Bild: Cockpit einer Cessna 172

Die wichtigsten Bedienelemente sind das Steuerhorn oder der Steuerknüppel, heute auch Sidesticks, für Höhen- und Querruder, Pedale für Seitenruder und Radbremsen, Gas- oder Schubhebel und Hebel zur Bedienung der Auftriebshilfen, der Störklappen und des Fahrwerks, sowie Handräder für die Bugradsteuerung beim Rollen am Boden. In älteren Modellen werden mechanische Elemente durch Seilzüge gesteuert, heute findet bei großen Flugzeugen Fly-by-Wire Anwendung.

Funk und Navigation[Bearbeiten]

Weiterhin finden sich im Cockpit die Bedieneinheiten der Funkgeräte, des Flight Management Systems, des Autopiloten und eventuell automatischer Schubregelanlagen, der Sicherungsautomaten, der Feuerlöschanlagen, der Sprechanlage, usw.

Instrumente[Bearbeiten]

Cockpit eines Segelflugzeugs vom Typ DG-500
Instrumente im Cockpit einer
DHC-6 Twin Otter

Wichtige Instrumente sind der Fahrtmesser, der künstliche Horizont, der Höhenmesser, das Variometer, der Kurskreisel, der Kompass, der Drehzahlmesser, der Wendezeiger, der Radiokompass, der VOR-Anzeiger, die Tankmengenanzeige, die Öldruck- und Öltemperaturanzeige, die Ladedruckanzeige etc.

Sonstige Ausstattung[Bearbeiten]

Auch befinden sich im Cockpit Unterlagen wie Handbücher, Kartenmaterial, Funkfrequenzlisten und andere wichtige schriftliche Aufstellungen. Die bei Verkehrsflugzeugen zahlreichen Bordcomputer befinden sich in der Regel unter oder hinter dem Cockpit.

Die Anzeigen sind hauptsächlich frontal vor dem Körper unterhalb der Sichtachse der Piloten angeordnet, während sich die meisten Schalter und Kontrolllampen über dem Kopf oder quer zur Flugrichtung befinden.

Für Nachtflüge müssen sämtliche Anzeigen beleuchtet sein, zusätzlich ist mindestens eine funktionsbereite Taschenlampe mitzuführen. Moderne Cockpits sind mit Computertechnik ausgestattet; so findet man hier eine Vielzahl an großen und kleinen Monitoren vor. Die eigentlichen Computer der Avionik befinden sich in modernen Verkehrsflugzeugen meist in einem Raum unter und/oder hinter dem Cockpit. Der neueste Stand der Technik sind Elektronische Fluginformationssysteme (EFIS), auch „Glascockpits“ genannt.

Piloten tragen in der Regel Kopfhörer oder Headsets, die zur Minderung des Umgebungslärms und zur Entlastung des Gehörs der Piloten oft als geräuschreduzierende Kopfhörer ausgestaltet sind. Zum Schutz vor Luftpiraten sind die Türen zur Kabine bei Passagierflugzeugen heute verriegelt und gepanzert. In Kampfflugzeugen sind die Sitze der Piloten als Schleudersitz ausgestaltet. Bei der Auslösung wird die Glaskuppel weggesprengt. Notausstiege gibt es meist nur in größeren Flugzeugen.

Fenster[Bearbeiten]

Die Fenster des Cockpits sind entspiegelt. Sie verfügen häufig über Scheibenwischer an den Frontscheiben und können dort teilweise mit einer wasserabweisenden Flüssigkeit, dem „Rain Repellent“ benetzt werden. Ferner gibt es Sonnenblenden zur Front und zur Seite. Die Seitenfenster können bei vielen Mustern geöffnet werden. Manche Flugzeugtypen und sehr viele Hubschrauber haben auch Fenster für Sicht nach unten seitlich und frontal.

Einige Militärflugzeugtypen hatten früher Fenster im Boden, damit der Bordschütze von unten angreifende feindliche Jäger (siehe auch Schräge Musik) sehen und mit Bordwaffen bekämpfen kann. Oft waren diese Fenster unterhalb des Cockpits eingebaut.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cockpit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Cockpit – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Boeing 747. In: airguideonline.com (PDF-Datei; 74 kB, englisch)