Codonopsis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Codonopsis
Codonopsis lanceolata

Codonopsis lanceolata

Systematik
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Glockenblumengewächse (Campanulaceae)
Unterfamilie: Campanuloideae
Gattung: Codonopsis
Wissenschaftlicher Name
Codonopsis
Wall.

Die Gattung Codonopsis, manchmal Tigerglocken genannt, gehört zur Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae). Die 42 bis 67 Arten sind in Zentral-, Süd- sowie Ostasien verbreitet mit Schwerpunkt im Himalaya und südwestlichen China.

Beschreibung[Bearbeiten]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Illustration von Codonopsis lanceolata

Codonopsis-Arten sind überwiegend kriechend, niederliegend oder kletternd, selten aufrecht wachsende, ausdauernde krautige Pflanzen oder selten Sträucher. Sie besitzen Knollen als Überdauerungsorgene. Die gegenständig oder wirtelig angeordneten Laubblätter sind mit oder ohne Blattstiel.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die fünfzähligen Blüten sind glockenförmig, trichterförmig oder röhrig, sie sind groß und oft hängend. Manche Arten haben einen stechend-ranzigen Geruch, ähnlich dem von Katzenurin. Die fünf blauen, purpurnen, grünen, gelben oder weißen Kronblätter sind verwachsen, wobei die Kronröhre länger ist als die Kronzähne. Es ist nur ein Kreis mit fünf freien Staubblättern vorhanden. Der Pollen hat meist sieben bis neun (fünf bis zehn) Furchen („colpat“). Der Fruchtknoten ist dreifächrig und der Griffel spaltet sich in drei Narbenäste auf.

Die dreifächrige Kapselfrucht ist anfangs fleischig, später wird sie trocken und hart.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16, Polyploide sind jedoch nicht auszuschließen.

Ökologie[Bearbeiten]

Die Codonopsis-Arten sind Gebirgspflanzen. Die Bestäubung erfolgt durch Bienen (Melittophilie), möglicherweise durch Schmetterlinge (Lepidopterophilie), teilweise durch Fliegen (Myiophilie) oder Wespen (Sphecophilie).

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Codonopsis convolvulacea subsp. grey-wilsonii

Die Gattung Codonopsis gehört zu den Glockenblumengewächsen im engeren Sinne (Campanuloideae) und wird dort in eine Verwandtschaftsgruppe mit Campanumoea, Canarina, Cyananthus, Leptocodon und Platycodon gestellt.[1] Die Gattungen Campanumoea und Leptocodon ähneln Codonopsis sehr stark, weswegen diese mitunter in Codonopsis eingegliedert werden.

Die Codonopsis-Arten sind in Zentral-, Süd- sowie Ostasien verbreitet. Der Schwerpunkt der Artenvielfalt liegt im Himalaya und südwestlichen China. In China kommen 40 Arten vor, 24 davon nur dort.[2]

Die Gattung Codonopsis umfasst 42[2] bis 67 Arten:[3]

Nicht mehr zur Gattung Codonopsis gerechnet werden die drei Arten der Gattung Cyclocodon Griff. ex Hook. f. & Thomson und die einzige Art der monotypischen Gattung Echinocodon D.Y.Hong:

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • J. Anthony: A key to the genus Codonopsis Wall. with an account of two undescribed species. In: Notes of the Royal Botanical Garden, Edinburgh, Volume 73, 1926, S. 173-191.
  • T. F. Chipp: A revision of the genus Codonopsis Wall., In: Journ. Linn. Soc. Bot., Volume 38, 1908, S. 374-391.
  • T. G. Lammers: Campanulaceae In: The families and genera of vascular plants. Springer-Verlag, Berlin & Heidelberg 2007.
  • K. E. Morris, T.G. Lammers: Circumscription of Codonopsis and the allied genera Campanumoea and Leptocodon (Campanulaceae: Campanuloideae). I. Palynological data. In: Bot. Bull. Acad. Sin., Volume 36, 1997, S. 277-284. online

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. W. M. M. Eddie, T. V. Shulkina, J. F. Gaskin, R. C. Haberle, R. K. Jansen: Phylogeny of Campanulaceae s. str. from ITS sequences of nuclear ribosomal DNA. In: Annals of the Missouri Botanical Garden, Volume 90, 2003, S. 554–575
  2. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w Deyuan Hong, Thomas G. Lammers, Laura L. Klein: Codonopsis Wallich in Roxburgh, S. 513 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of China Editorial Committee: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 19: Cucurbitaceae through Valerianaceae, with Annonaceae and Berberidaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2011, ISBN 978-1-935641-04-9.
  3. a b c d e Rafaël Govaerts (Hrsg.): Codonopsis - Datenblatt bei World Checklist of Selected Plant Families des Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 10. März 2015

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Codonopsis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Georeferenzierung Karte mit allen verlinkten Seiten: OSM oder Bing