Coleman Barracks

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Coleman Army Airfield
Coleman Airfield, Lampertheim, Germany Helicopters.jpg
Kenndaten
ICAO-Code ETOR
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 10 km nördlich von Mannheim
Basisdaten
Eröffnung 1935
Start- und Landebahn
05/23 916 m × 23 m Asphalt



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Die Coleman Barracks ist eine US-amerikanische Kaserne mit Militärflugplatz (Coleman Army Airfield) im Norden Mannheims, in der Nähe des Stadtteils Sandhofen auf der Gemarkung Scharhof. Die Coleman Barracks und Coleman Airfield, die zur US-Garnison Mannheim gehört, sollte nicht mit der früheren Coleman Kaserne der US-Armee verwechselt werden, die sich in Gelnhausen befand.

Geschichte[Bearbeiten]

Fliegerhorst Sandhofen[Bearbeiten]

Nördlich von Sandhofen entstand 1935 der Fliegerhorst Sandhofen der deutschen Wehrmacht. 1945 besetzten die Amerikaner den Fliegerhorst Sandhofen und nannten ihn vorläufig Y-79. Man baute eine gewaltige Zeltstadt auf und richtete etliche Gebäude wieder her. In vier Tagen wurde das Flugfeld wieder flugtauglich gemacht und die erste fliegende Einheit, die 358th Tactical Fighter Group mit North American P-51 Mustang und Lockheed P-38 Lightning, wurde dorthin verlegt. Die Zeltstadt wurde immer größer und entwickelte sich zu einem Durchgangslager für Material und Personal für ganz Deutschland.

Coleman Barracks und Airfield[Bearbeiten]

Y-79 verfügte über eine exzellente und nicht durch den Krieg zerstörte Infrastruktur, direkte Schienenanbindung, den Rhein als Wasserstrasse, Flugplatz und Autobahnanbindung nach Frankfurt und Heidelberg. 1951 wurden Vorkriegsgebäude wieder hergerichtet, der Haupteingang umgebaut und direkt neben der Autobahn wurden 40 neue Unterkünfte gebaut. Die US-Armee hatte beschlossen Y-79 zu einem großen Stützpunkt für Panzer- und Transporteinheiten auszubauen.

Das Flugfeld wurde abgegrenzt und am 11. Mai 1951 wurden aus Y-79 die heutige Coleman Barracks und das Flugfeld Coleman Army Airfield (Coleman AAF).

Lieutenant Colonel Wilson D. Coleman, nach dem die Kaserne benannt wurde, hatte am 30. Juli 1944 in Saint-Denis, Frankreich, besondere Tapferkeit vor dem Feind bewiesen in dem er, bevor er fiel, alleine eine komplette deutsche Panzerkolonne mit seiner Panzerfaust aufhielt. Dafür bekam er posthum das "Distinguished Service Cross" verliehen und wurde am 25. Januar 1949 auf den Nationalfriedhof von Arlington, Virginia, umgebettet.[1] Mit der Namensgebung wurde Lieutenant Colonel Wilson D. Coleman posthum ein Denkmal gesetzt.

Am 23. Februar 1952 zogen dann Einheiten der 8. US-Infanteriedivision mit hunderten von Panzern und einer Stärke von 3.500 Mann in die Kaserne ein. Die 8. US-Infanteriedivision wurde am 17. Januar 1992 bei einer feierlichen Zeremonie in Bad Kreuznach deaktiviert und die in Mannheim stationierten Einheiten wurden in die USA versetzt. In der Folgezeit wurden die Coleman Barracks zur größten und einzigen Hubschrauberwerft der United States Army außerhalb der USA. 1982 wurde eine riesige Werfthalle errichtet. Die betreute Einheit ist das 502nd Aviation Regiment. Zu Beginn der 1980er Jahre hatte Coleman mehr Flugbewegungen als irgendein anderes Flugfeld der US Armee in Europa. In den späten 1980er wurde es dann ruhiger, die Infanterie verließ Coleman und Transporteinheiten der 37th Transportation zogen ein. 1996 und 1998 bis Anfang 2002 war keine fliegende Einheit und keine Flugsicherung vorhanden. Seit dem 23. Februar 2002 ist Coleman wieder aktiv. Die Hangars wurden renoviert und das Vorfeld wurde stark vergrößert. Ein neuer Tower, der größte und modernste der US Armee in Europa, wurde gebaut. Coleman Radar, welcher die Anflug und Abflugkontrolle für Coleman und die benachbarten Zivilflugplätze Mannheim, Speyer und Worms durchführt, zog ein. Am 11. Juli 2013 wurde die bis dahin bestehende Kontrollzone des Militärflugplatzes aufgehoben.[2]

Einheiten und Einrichtungen[Bearbeiten]

Die Senderkette American Forces Network (AFN) wurde zur Rundfunkversorgung der US-Soldaten in Europa gegründet. Die Europazentrale von AFN-Europe ist in der Coleman Barracks. 2004 wurde sie von Heidelberg und Frankfurt am Main nach Mannheim zusammengelegt.

Zu den Coleman-Barracks gehören noch zwei, nur durch eine öffentliche Straße abgetrennte Areale. Zum einen handelt es sich um ein zentrales Treibstofflager mit mehreren Benzin-, Kerosin- und Diesel-Großtanks, die so genannte 'Tank-Farm', und zum anderen um das BEQ-Unteroffizierswohnareal.

Zur Sicherung des Flugbetriebs unterhalten die amerikanischen Streitkräfte auf dem Gelände eine Feuerwehrstation, deren Fahrzeuge mitunter auch bei Bränden im zivilen Bereich ausrücken.

Militärgefängnis

Auf einem abgeteilten und besonders gesicherten Geländeabschnitt befindet sich das einzige Militärgefängnis (Confinement Facility) der amerikanischen Streitkräfte in Europa. Im BND-Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages wird der Vorwurf untersucht, ob in diesem Gefängnis Gefangene menschenunwürdig behandelt wurden.[3]

In der Hubschrauberwerft arbeiten amerikanische und deutsche Mechaniker und Ingenieure gemeinsam.

Diskussion um die Zukunft des City-Airports Mannheim[Bearbeiten]

Auf politischer und ökonomischer Ebene der Metropolregion Rhein-Neckar wird seit geraumer Zeit eine Diskussion über die Zukunft des City-Airports Mannheim geführt. Als mögliche Alternative wird dabei immer wieder neben dem Flugplatz Speyer auch das derzeit nicht für die Zivilluftfahrt freigebene Rollfeld in den Coleman Barracks genannt.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wilson Dudley Coleman Lieutenant Colonel, United States Army
  2. Deutsche Flugsicherung: Ausgewählte Berichtigungen zur Luftfahrtkarte ICAO In: Luftfahrthandbuch AIP GEN 0-19. 11. Juli 2013
  3. Süddeutsche Zeitung 24. Januar 2009
  4. Flugplatz Speyer darf ausgebaut werden