Colin Edwards

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Edwards 2008 auf der Tech-3 Yamaha mit Speziallackierung
Colin Edwards 2009 auf Tech-3-Yamaha

Colin Edwards, Spitzname „Texas Tornado“, (* 27. Februar 1974 in Houston, Texas) ist ein US-amerikanischer Motorradrennfahrer und zweifacher Superbike-Weltmeister.

Karriere[Bearbeiten]

Schon immer träumte der Texas Tornado davon, in den Grand-Prix-Sport zu wechseln. Trotz zweier Superbike-WM-Titel in den Jahren 2000 und 2002 gab ihm Honda aber diese Chance nie. Nach seinem zweiten Superbike-Titel 2002 klappte es dann aber doch.

Edwards wurde zwischen 1999 und 2002 zweimal Weltmeister und zweimal Vize-Weltmeister in der Superbike-WM. Mit dem Australier Troy Bayliss, der ebenfalls 2003 in die MotoGP-Klasse wechselte, lieferte er sich dort zwei Jahre lang harte Duelle. Beide waren zu der Zeit mit Abstand das Maß aller Dinge in der Superbike-WM.

Besonders die WM 2002 hatte es in sich. Troy Bayliss sah nach der Hälfte der Saison schon wie der sichere Sieger aus. Doch Edwards gab sich nicht geschlagen. Mit einer beeindruckenden Siegesserie holte der Texaner sich den Titel im letzten Rennen zurück.

Colin Edwards hatte für die Saison 2003 Angebote von Kawasaki, Yamaha und Ducati, wechselte aber letztendlich zu Aprilia. Eine große, wie sich später herausstellte zu große Herausforderung. Schon 2002 konnten die Italiener mit Régis Laconi keinen Blumentopf in der MotoGP-Klasse gewinnen. An der Seite seines Teamkollegen Noriyuki Haga wollte der schnelle Amerikaner das Blatt zu Gunsten der RS3 wenden. Doch die Ernüchterung trat beim Texaner schneller ein, als er dachte. Beim Auftakt-Grand Prix im japanischen Suzuka ließ Edwards zwar mit einem sechsten Platz aufhorchen, doch dies sollte sein bestes Saisonergebnis bleiben. Mehr war mit der mit Technik überfrachteten Aprilia einfach nicht drin. In den weiteren Rennen musste er sich mit Rängen zwischen zehn und 15 begnügen.

In der folgenden Saison 2004 fuhr Colin Edwards dann auf einer Honda RC211V im Gresini-Team an der Seite von Vize-Weltmeister Sete Gibernau, verzeichnete seine beiden ersten Podestplätze und wurde am Ende WM-Fünfter.

Für 2005 und 2006 unterzeichnete er dann einen Zwei-Jahres-Vertrag im Yamaha-Werksteam als Teamkollege von Valentino Rossi. Er war der einzige Fahrer des gesamten Starterfeldes, der in allen 17 Grand Prix der Saison 2005 in die Punkte kam. Dabei fuhr er jedes mal mindestens auf Platz zehn und stand drei mal auf dem Siegerpodest, konnte aber bisher in der MotoGP nicht gewinnen. Mit seinem Teamkollegen Valentino Rossi, der Fahrer-Weltmeister wurde, gewann er die Konstrukteurs-WM 2005 für Yamaha, den Teamtitel für das Team Gauloises-Yamaha.

Nach mittelmäßigen Leistungen im Jahr 2007 ging er 2008 im Tech-3-Team von Yamaha an den Start. Sein erster Teamkollege dort war der damals amtierende Superbike-Weltmeister James Toseland. Im Jahr 2009 konnte er ihn deutlich distanzieren und fuhr in der Saison 2010 zusammen mit Ben Spies weiterhin im Tech-3-Team von Yamaha. Auch in der Saison 2011 blieb Edwards dem Team treu und erhielt mit Cal Crutchlow einen weiteren MotoGP-Rookie als Teamkollegen. Im GP von Malaysia war Edwards unverschuldet in den tragischen Unfall verwickelt, bei dem Marco Simoncelli zu Tode kam. Edwards zog sich dabei eine schwere Schulterverletzung zu und konnte beim letzten Lauf in Valencia nicht starten. In der Saison 2012 fuhr Edwards für das Forward Racing Team eine BMW-getriebene (getunter Motor einer S 1000 RR) Suter-Maschine. Auch die Saison 2013 bestritt er bei NGM Mobile Forward Racing, sein Teamkollege war Claudio Corti. Die beiden pilotierten jeweils eine FTR-Kawasaki. Die Saison 2014 wird seine dritte in den Diensten von NGM Mobile Forward Racing sein. Aleix Espargaró ist dort sein Teamkollege. Am 11. April 2014 gab Colin Edwards bekannt, dass er sich am Ende der Saison aus der MotoGP zurückzieht.

Statistik[Bearbeiten]

In der Motorrad-WM[Bearbeiten]

(Stand: Saisonende 2013)

Saison Klasse Team Motorrad Rennen Siege Zweiter Dritter Poles Schn. Rennrunden Punkte Position
2003 MotoGP Alice Aprilia Racing Aprilia RS³ 16 62 13.
2004 MotoGP Telefonica Movistar Honda MotoGP Honda RC211V 16 2 2 157 5.
2005 MotoGP Gauloises Yamaha Team Yamaha YZR-M1 17 1 2 1 179 4.
2006 MotoGP Camel Yamaha Team Yamaha YZR-M1 17 1 124 7.
2007 MotoGP Fiat Yamaha Team Yamaha YZR-M1 18 1 1 2 124 9.
2008 MotoGP Yamaha Tech 3 Team Yamaha YZR-M1 18 2 1 144 7.
2009 MotoGP Yamaha Tech 3 Team Yamaha YZR-M1 17 1 161 5.
2010 MotoGP Yamaha Tech 3 Team Yamaha YZR-M1 18 103 11.
2011 MotoGP Yamaha Tech 3 Team Yamaha YZR-M1 15 1 109 9.
2012 MotoGP NGM Mobile Forward Racing Suter MMX1 16 27 20.
2013 MotoGP NGM Mobile Forward Racing FTR-Kawasaki 18 41 14.
2014 MotoGP NGM Mobile Forward Racing FTR-Yamaha YZR-M1 0 0
Gesamt 186 5 7 3 3 1231

In der Superbike-WM[Bearbeiten]

Saison Team Motorrad Rennen Siege Zweiter Dritter Poles Schn. Rennrunden Punkte Position
1995 Yamaha World Superbike Team Yamaha 20 1 1 1 141 11.
1996 Yamaha World Superbike Team Yamaha 20 2 5 2 248 5.
1997 Yamaha World Superbike Team Yamaha 8 1 1 79 12.
1998 Castrol Honda Team Honda RC45 24 3 2 1 279,5 5.
1999 Castrol Honda Team Honda RC45 26 5 2 3 2 3 361 2.
2000 Castrol Honda Team Honda VTR 1000 SP-W 26 8 3 1 6 6 400 Weltmeister
2001 Castrol Honda Team Honda VTR 1000 SP-W 25 4 3 5 4 333 2.
2002 Castrol Honda Team Honda VTR 1000 SP-W 26 11 10 4 5 8 552 Weltmeister
Gesamt 175 31 24 20 15 23 2393,5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Colin Edwards – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien