Colin Mawby

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Colin Mawby und Michael Scholl nach der deutschen Erstaufführung seines Fun Gloria und Christus vincit durch die Biederitzer Kantorei (2007)
Colin Mawby und Gabriel Dessauer vor St. Bonifatius Wiesbaden (2011)

Colin Mawby (* 9. Mai 1936 in Portsmouth) ist ein englischer Organist, Chorleiter und Komponist. Er leitete ab 1961 die Kirchenmusik an Westminster Cathedral und war ab 1981 Leiter der Chöre von Radio Telefís Éireann. 2006 wurde er zum Ritter des päpstlichen Gregoriusorden ernannt. Er gilt als einer der berühmtesten zeitgenössischen englischen Komponisten sakraler Musik.

Leben[Bearbeiten]

Colin John Beverley Mawby erhielt seine früheste musikalische Ausbildung an der Chorschule der Westminster Cathedral. Er assistierte dort seit seinem 13. Lebensjahr George Malcolm an der Orgel. Die Jungen sangen pro Woche in 14 bis 15 Gottesdiensten und erhielten zehn Stunden Proben, unter anderem in Gregorianischem Gesang.[1] Mawby studierte am Royal College of Music bei Gordon Jacob. Während dieser Zeit arbeitete er mit Adrian Boult und Malcolm Sargent.[2]

Er wurde an Westminster Cathedral zunächst Assistent und war dann von 1961 bis 1976 Master of the Music.[3] Während dieser Zeit leitete er die ersten Aufführungen des Ensembles für Frühe Musik Pro Cantione Antiqua. Er arbeitete auch zusammen mit den London Mozart Players, dem Wren Orchestra, dem belgischen Rundfunkchor und den BBC Singers. Er trat in St Paul's Cathedral vor der Königin von England auf, in Westminster Cathedral für Präsident John F. Kennedy, und im Petersdom für Papst Johannes Paul II..[4]

1981 wurde er in Dublin Leiter des Rundfunkchores von Radio Telefís Éireann, später auch künstlerischer Leiter des National Chamber Choir. 1985 gründete er den RTÉ Philharmonic Choir und einen Kinderchor.[2]

Mawby lebt heute in der Grafschaft Dublin in Irland und in London.

Ehrungen[Bearbeiten]

2006 wurde ihm für seine Verdienste um die Kirchenmusik der päpstliche Gregoriusorden verliehen.[5][6] 2012 trug er sich in das Goldene Buch der Stadt Magdeburg ein.[7] Im Jahre 2013 trug sich Colin Mawby in das Goldene Buch der Stadt Rheda-Wiedenbrück ein.

Werke[Bearbeiten]

Mawby komponierte zahlreiche Werke für die Liturgie der katholischen Kirche in England, Messen, Motetten und Antiphonen, darunter auch Psalmvertonungen (wie Psalm 23, 121, 150), und Liedsätze. Sein Requiem of Hope (Requiem der Hoffnung) für Sopran, gemischten Chor und Orgel, komponiert von 1995 bis 2002, basiert auf Texten von Henry Vaughan, John Henry Newman und anonymen Texten.[4] Ein Te Deum für Sopran, gemischten Chor, Orgel und Blechbläser wurde 2006 in Cambridge anlässlich seines 70. Geburtstags uraufgeführt.[2] Seine Vertonung von Psalm 113, Laudate Pueri Dominum, erklang erstmals 2011 in der Westminster Cathedral Hall.[3] Für den Chor von St. Bonifatius in Wiesbaden, der 2012 sein 150-jähriges Bestehen feiert, komponierte er die Missa solemnis Bonifatius-Messe für Sopran, gemischten Chor, Kinderchor, Oboe und Orgel, die am 3. Oktober 2012 uraufgeführt wurde, geleitet von Gabriel Dessauer.[8] Die „klangprächtige und effektvolle sowie musikalisch-eindringliche“ Messe wurde am 3. November 2012 im Frankfurter Dom aufgeführt, diesmal mit Domorganist Andreas Boltz an der Orgel.[9]

Weltliche Werke umfassen zwei Kinderopern, The Torc of Gold (1996) und The Quest (2000), beide auf Libretti von Maeve Ingoldsby, im Auftrag des National Chamber Choir, und in Dublin unter seiner Leitung uraufgeführt.[4] Er schrieb unter anderem auch fünf Liederzyklen und eine Weihnachtskantate für Kinder.

Mawby bemerkte zu seinem Schaffen für Chöre: Ich kann keine Chormusik schreiben, wenn ich nicht mit Chören arbeite. ... Ich muss für bestimmte Menschen schreiben. (I cannot write choral music unless I work with choirs. Now that’s a subjective judgement: I know that lots of people can do these things; I can't. I have to write for particular people.)[1]

Auswahl[Bearbeiten]

Die nachfolgend genannten Kompositionen wurden durch die Biederitzer Kantorei aufgeführt:

  • Homage to Martin Luther: komponiert für die Biederitzer Kantorei, Uraufführung (2012)[7]
  • Et Verbum Caro Factum Est: komponiert für die Biederitzer Kantorei, Uraufführung (2011)
  • Missa solemnis: komponiert für die Biederitzer Kantorei, Uraufführung (2010)
  • A Song of Hope: deutsche Erstaufführung (2009)
  • Te Deum: deutsche Erstaufführung (2009)
  • A Fun Gloria: deutsche Erstaufführung (2007)
  • Christus vincit: deutsche Erstaufführung (2007)
  • Quoniam Angelis Suis

Die nachfolgend genannten Kompositionen wurden durch die Kinder- und Jugendchöre St. Aegidius aufgeführt:

  • Sicut Cervus: komponiert für die Jugendchöre St.Aegidius, Uraufführung (2013)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Colin Mawby – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b An Interview with Colin Mawby (englisch) The Contemporary Music Centre Ireland. 2006. Abgerufen am 21. November 2011.
  2. a b c Colin Mawby (englisch) Music for Church Choirs. 2011. Abgerufen am 19. November 2011.
  3. a b Choir performs world premiere of work by Colin Mawby / World premiere of Colin Mawby’s new work, Laudate Pueri Dominum, was held last month at Westminster Cathedral Hall (englisch) Catholic Herald. 20 April 2011. Abgerufen am 19. November 2011.
  4. a b c Colin Mawby (englisch, PDF; 182 kB) The Contemporary Music Centre Ireland. 2009. Abgerufen am 21. November 2011.
  5. Papal Honour for Mawby (englisch) The Contemporary Music Centre Ireland. 20. April 2006. Abgerufen am 21. Januar 2012.
  6. Colin Mawby (englisch) Oregon Catholic Press. 2012. Abgerufen am 21. Januar 2012.
  7. a b Sir Colin Mawby trug sich in das Goldene Buch der Landeshauptstadt Magdeburg ein (deutsch) Landeshauptstadt Magdeburg. 2012. Abgerufen am 15. September 2012.
  8. Doris Kösterke: Eigenes Geschenk / Uraufführung Colin Mawbys Bonifatiusmesse. Wiesbadener Tagblatt. 5. Oktober 2012. Abgerufen am 5. Oktober 2012.
  9. Erfolgreiche Uraufführung in Wiesbaden / Bonifatius-Messe von Sir Colin Mawby zum 150-jährigen Chorjubiläum (German) Referat Kirchenmusik Limburg. 5. Oktober 2012. Abgerufen am 8. November 2012.