Colin Stetson

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Colin Stetson (Moers Festival 2010)

Colin Stetson (* 1977 in Ann Arbor, Michigan) ist ein US-amerikanischer Jazz-Musiker (Altsaxophon, Bariton- und Basssaxophon, Klarinette, Flöte, Waldhorn).

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Colin Stetson studierte ab 1997 an der University of Michigan bei Roscoe Mitchell, Donald Sinta und Christopher Creviston; anschließend bei Steve Adams und Henry Threadgill. In dieser Zeit gründete er die Formation Transmission (aus dem später das Transmission Trio mit Andrew Kitchen und Eric Perney entstand). 1998 spielte er mit der Detroiter Jazzrock-Band Larval (Larval 2, Knitting Factory). Er zog danach in die San Francisco Bay Area.

Stetson arbeitete außerdem mit der Band People's Bizarre mit Fred Frith, Peter Kowald, Ned Rothenberg und Kenny Wollesen, ferner war er als Basssaxophonist Mitglied der Tourneeband von Arcade Fire. 2002 wirkte er bei den Tom Waits-Alben Alice und Blood Money mit; mit Waits trat er auch in David Lettermans Late Show auf. 2002 legte Stetson eine limitierte Live-CD-Single vor, 2003 gefolgt von einem vollständigem Album, Slow Descent. 2008 erschien das Soloalbum New History Warfare, Vol. 1, gefolgt von New History Warfare, Vol. 2: Judges (2011), bei dem Laurie Anderson mitwirkte, und New History Warfare, Vol. 3: To See More Light (2013, mit Justin Vernon von Bon Iver). Stetson ist außerdem bei Aufnahmen von Anthony Braxton und Bon Iver zu hören. 2011 trat er im Duo mit Mats Gustafsson auf dem Vancouver Jazz Festival auf (Stones, Rune Grammofon, 2013[1]). Im Soundtrack des Oscar-prämierten Films 12 Years a Slave wurde Stetsons Lied Awake on Foreign Shores verwendet.[2]

Stetson arbeitet ohne Overdubs. Mit seiner an John Surman und Eric Dolphy gemahnenden Zirkularatmungstechnik spielt er, ohne abzusetzen, scheinbar endlose Arpeggio-Bögen, wobei er gleichzeitig in das Instrument singt oder schreit. So entstehen durch Differenztöne mehrstimmige Gebilde, die Stetson in ausgetüftelter Aufnahmetechnik mikrofoniert, um Atem, Klappengeräusche und Raumresonanzen mit aufzuzeichnen und der Aufnahme mehr Räumlichkeit zu verleihen.

Stetson lebt seit 2007 in Montréal und ist seit 2011 kanadischer Staatsbürger.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. John Eyles: Besprechung des Albums Mats Gustafsson: Stones (2013) bei All About Jazz
  2. IMDb-Eintrag über Colin Stetson.