Collateral

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Film Collateral, für Kreditsicherheiten siehe Kreditsicherung.
Filmdaten
Deutscher Titel Collateral
Originaltitel Collateral
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch, Spanisch
Erscheinungsjahr 2004
Länge 120 Minuten
Altersfreigabe FSK 16[1]
JMK 14
Stab
Regie Michael Mann
Drehbuch Stuart Beattie
Produktion Michael Mann,
Julie Richardson
Musik James Newton Howard
Kamera Dion Beebe,
Paul Cameron
Schnitt Jim Miller,
Paul Rubell
Besetzung

Collateral ist ein US-amerikanischer Thriller von Regisseur Michael Mann aus dem Jahr 2004. Die Hauptrollen verkörpern Tom Cruise und Jamie Foxx. Die Geschichte dreht sich um einen Taxifahrer, der einen Auftragskiller als Fahrgast bekommt.

Handlung[Bearbeiten]

Die Hauptfiguren des Films sind Max, ein Taxifahrer in Los Angeles und Vincent, ein routinierter Auftragsmörder. Vincent arbeitet für ein Drogenkartell, dessen Bosse sich am folgenden Tag vor der Grand Jury eines Gerichts zu verantworten haben. Er soll die vier Haupt- und Kronzeugen und die Staatsanwältin in der Nacht vor dem Prozess beseitigen.

Zu Beginn des Films steigt Annie Farrel am Flughafen zu Max ins Taxi und lässt sich von ihm in die Innenstadt fahren. Während der Fahrt kommen die beiden ins Gespräch und entwickeln Sympathie füreinander. Max findet heraus, dass sie eine Staatsanwältin ist. Beim Abschied gibt Annie Max ihre Visitenkarte.

Kurz darauf steigt Vincent zu Max ins Taxi. Vincent bietet einen größeren Geldbetrag, um sein Taxi und ihn für die Nacht anzumieten. Max willigt zögernd ein, ohne zu ahnen, dass er damit in die Mordserie von Vincent verwickelt werden wird. Bereits am ersten Fahrtziel der Route fällt die Leiche des ersten zu beseitigenden Zeugen aus dem Fenster direkt auf das Dach des Taxis, so dass Vincent seine Machenschaften nicht mehr weiter vor Max geheim halten kann. Max will nichts mit den Morden zu tun haben und bietet Vincent sein Taxi an. Dieser aber zwingt Max, weiter für ihn zu fahren und so wird die „Reise“ gemeinsam fortgesetzt. Während der Fahrten zwischen den Morden kommt es zwischen den beiden unterschiedlichen Männern zu Gesprächen über ihre Vergangenheit, ihre Träume, über Moral und den Sinn ihres Lebens. Beide kommen zu der Erkenntnis, dass sie sich mit einer Lebenslüge selbst betrügen.

Max sucht unablässig nach Möglichkeiten, aus der Situation zu fliehen und die Auftragsmorde zu verhindern, wird aber von Vincent stets daran gehindert. Die Polizei und das FBI vermuten inzwischen Max als Drahtzieher hinter den von Vincent begangenen Morden, da das Taxi bei allen Taten die einzige Spur war. Lediglich der Polizist Fanning glaubt an einen anderen Täter, wird aber bei einer Schießerei in einem Nachtclub von Vincent erschossen, als dieser Max in Sicherheit bringen will.

Schließlich erträgt Max die Situation nicht mehr und verursacht absichtlich einen Autounfall, bei dem beide nur leichte Verletzungen davontragen. Um seinen Auftrag zu beenden, flieht Vincent vor einer herannahenden Polizeistreife. Max findet anhand der von Vincent zurückgelassenen Unterlagen heraus, dass das letzte Opfer die Staatsanwältin Annie sein soll. Max setzt nun alles daran, den Mord zu verhindern. Er ruft Annie von einem Handy aus an und berichtet ihr von dem Profikiller und dem Geschehenen. Sie glaubt ihm zunächst nicht. Von einem Parkdeck aus sieht Max, wie Vincent in dem Gebäude der Staatsanwaltschaft in Annies Büro nach ihr sucht, die sich aber zufällig gerade zwei Stockwerke darüber in der Bibliothek aufhält. Er dringt selbst in das Gebäude ein und kann Annie zunächst retten, indem er Vincent, der Annie mittlerweile in der Bibliothek aufgespürt hat, durch einen Schuss in die Schulter verletzt. Max flieht schließlich mit Annie in eine U-Bahn, weiterhin verfolgt von Vincent. Dort kommt es zum abschließenden Showdown, bei dem Vincent während eines Feuergefechts mit Max getroffen wird und kurze Zeit später stirbt. Annie und Max bleiben unverletzt.

Hintergrund[Bearbeiten]

  • Collateral heißt ins Deutsche übersetzt „seitlich“, „mittelbar begleitend“ oder auch „parallel laufend“.[2] In diesem Kontext bezieht sich der Titel aber auf collateral damage (Kollateralschaden) im Sinne der verschiedenen Leichen, die im Laufe des Abends zusätzlich zu Vincents geplanten Opfern anfallen. In der ursprünglichen Version des Drehbuchs sagt Vincent zu Max, nachdem er die Taschenräuber erschossen hat: „Another collateral“.[3]
  • Der Film wurde mit einer Kombination von Digitalkameras und herkömmlichen Panavision-Kameras mit 35-mm-Filmmaterial gedreht. Als Digitalvideotechnik kam das Thomson VIPER FilmStream Kamerasystem zum Einsatz. Dasselbe Kamerasystem kam bei Manns nächstem Film, Miami Vice, zum Einsatz. Dieses Verfahren sorgt für eine lebensweltlich vertraut wirkende Aufzeichnung, was etwa durch das Bildrauschen erzeugt wird.
  • Die Dreharbeiten begannen am 13. Oktober 2003 und fanden ausschließlich in Los Angeles statt.
  • Kinostart in den Vereinigten Staaten war am 6. August 2004 und am 23. September 2004 in den deutschen Kinos.
  • Der Film spielte bei einem Budget von 65 Millionen US-Dollar 100 Millionen US-Dollar in den USA und weltweit 208 Millionen US-Dollar ein.
  • Der Film ist eine Co-Produktion von Paramount Pictures, DreamWorks SKG und Parkes/MacDonald Productions im Verleih der United International Pictures.
  • Die Handlung des Filmes spielt sich in einer einzigen Nacht ab. Laut Regisseur soll sich die Handlung im Jahr 2004 in der Nacht vom 24. Januar auf den 25. Januar, von 18:30 Uhr bis 5:40 Uhr abspielen.
  • Michael Manns Film Heat aus dem Jahr 1995 beginnt dort, wo Collateral endet – an derselben Haltestelle der Metro Los Angeles – und endet am Flughafen Los Angeles, an der Collateral beginnt. Auf einem Audiokommentar der Kauf-DVD von Heat bezeichnete Mann dies als zufällig („quite coincidentally“).
  • In der deutschen Synchronisation sagt Felix den Satz „Entschuldigung macht den Osterhasen auch nicht wieder lebendig“, im englischen Originalton ist es allerdings eine Referenz auf Humpty Dumpty („Sorry does not put Humpty Dumpty back together again“).
  • Jason Statham hat in der Anfangssequenz einen kurzen Gastauftritt: Er übergibt Vincent einen Koffer, indem er diesen mit einem ähnlich aussehenden vertauscht. Dies ist eine Anspielung auf Stathams Rolle im Film The Transporter, in dem er einen Fahrer spielt, der Koffer oder Pakete von dubiosen Auftraggebern transportiert.

Auszeichnungen und Nominierungen[Bearbeiten]

Der Film war 2005 zweimal für den Oscar nominiert (Jamie Foxx als Bester Nebendarsteller und Bester Schnitt), ging jedoch beide Male leer aus: Jamie Foxx musste sich Morgan Freeman in Million Dollar Baby geschlagen geben, und den Oscar für den Besten Schnitt gewann Aviator. Der Film wurde insgesamt für 49 diverse Filmpreise nominiert, zehnmal gewann er einen Preis.[4]

2005 ASCAP Film and Television Music Awards

2005 Academy Awards (Oscars)

2005 Academy of Science Fiction, Fantasy & Horror Films (Saturn Awards)

2005 American Society of Cinematographers

  • Nominiert: Beste Kamera – Dion Beebe, Paul Cameron

2005 Art Directors Guild

  • Nominiert: Bester Film – David Wasco, Daniel T. Dorrance, Aran Mann, Gerald Sullivan, Christopher Tandon

2005 BAFTA Film Awards Gewonnen: Beste Kamera – Dion Beebe, Paul Cameron

  • Nominiert: Bester Nebendarsteller – Jamie Foxx
  • Nominiert: David Lean Award für Regie – Michael Mann
  • Nominiert: Bester Schnitt – Jim Miller, Paul Rubell
  • Nominiert: Bestes Originaldrehbuch – Stuart Beattie
  • Nominiert: Bester Ton – Elliott Koretz, Lee Orloff, Michael Minkler, Myron Nettinga

2005 Black Reel Award

  • Gewonnen: Bester Nebendarsteller – Jamie Foxx
  • Nominiert: Beste Nebendarstellerin – Jada Pinkett Smith

2005 Broadcast Film Critics Association Awards

  • Nominiert: Bester Film
  • Nominiert: Bester Nebendarsteller – Jamie Foxx

2005 Golden Globe Awards

  • Nominiert: Bester Nebendarsteller – Jamie Foxx

2005 MTV Movie Award

  • Nominiert: Bester Bösewicht – Tom Cruise

Kritiken[Bearbeiten]

„Spannender, dicht inszenierter und intensiv gespielter Thriller, der die Konfrontation zweier ungleicher Männer, die miteinander in Zwangsabhängigkeit verbunden sind, mit Fragen nach dem Sinn des Daseins und der Möglichkeit eines intensiveren Lebens jenseits normaler Angestelltenexistenz verknüpft. Virtuos spielt der Film mit dem Licht und kreiert präzise, zugleich lyrische Bilder, die vieles nur andeuten und doch oft mehr zeigen, als man sieht.“

Lexikon des Internationalen Films[5]

„Auch wenn sich die ein oder andere Länge eingeschlichen hat, bleibt das Ganze vor allem dank des diabolischen Auftretens von Tom Cruise als Profikiller bis zum Schluss ungemein spannend.“

Prisma Online[6]

„Kaum glaubt man zu ahnen, wie es weitergeht, verblüfft Regisseur Michael Mann mit einer cleveren Plotwendung. Im Fünf-Minuten-Takt treibt er auf diese Weise die Spannung nach oben. Für Leute mit hohen Blutdruckwerten könnte das Gesundheitsrisiken bergen, für alle anderen ist es Kinogenuss in seiner reinsten Form. Fazit: Faszinierendes Katz-und-Maus-Spiel, das seine Spannung mit immer neuen Wendungen steigert.“

Cinema[7]

Soundtrack[Bearbeiten]

Obwohl James Newton Howard für den Soundtrack des Films verantwortlich war, werden des Weiteren Stücke anderer Filmkomponisten (unter anderem Elliot Goldenthal, Gustavo Santaolalla, Antonio Pinto und Vangelis) eingespielt. Der Soundtrack besteht allerdings nicht nur aus Instrumentalstücken. Auch Songs von Audioslave, Calexico, Miles Davis und Paul Oakenfold ergänzen die musikalische Untermalung des Films.[8]

  1. Tom Rothrock – „Briefcase“
  2. Cody ChesnuTT – „The Seed (2.0)“ (ft. The Roots) (extended radio edit)
  3. Groove Armada – „Hands of Time“
  4. Calexico – „Guero Canelo“
  5. Tom Rothrock – „Rollin' Crumblin'“
  6. James Newton Howard – „Max Steals Briefcase“
  7. Green Car Motel – „Destino De Abril“
  8. Audioslave – „Shadow on the Sun“
  9. James Newton Howard – „Island Limos“
  10. Miles Davis – „Spanish Key“
  11. Klazz Brothers & Cuba Percussion – „Air“
  12. Paul Oakenfold – „Ready Steady Go (Korean Style)“
  13. Antonio Pinto – „Car Crash“
  14. James Newton Howard – „Vincent Hops Train“
  15. James Newton Howard – „Finale“
  16. Antonio Pinto – „Requiem“

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabekarte der FSK (PDF; 73 kB), abgerufen am 11. Februar 2011
  2. Bedeutungen von „Collateral“ auf dict.leo.org
  3. Drehbuch von Collateral auf IMDB
  4. Liste aller Nominierungen und gewonnenen Filmpreise [1].
  5. Collateral im Lexikon des Internationalen Films
  6. „Collateral“ bei Prisma Online
  7. Cinema.de
  8. Den vollständigen O.S.T. findet man hier