Colleen Coover

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Colleen Coover an ihrem Stand auf dem Stumptown Comics Festival 2007 in Portland

Colleen Coover (* 14. Juli[1] 1969 in Iowa[2]) ist eine amerikanische Comiczeichnerin und Illustratorin.

Nach einem abgebrochenen Studium und einer Anstellung als Tellerwäscherin[3] hatte Coover ihr Debüt als Comiczeichnerin in der von Slave Labor Graphics im Jahr 1994 verlegten Anthologie Attitude Lad (herausgegeben von Paul Tobin und Phil Hestr).[4][5] Zu dieser später auch als Beruf verfolgten Arbeit kam sie über ihren Lebenspartner Paul Tobin,[6] der ihr selbst zufolge (noch vor Jaime und Gilbert Hernandez, Milton Caniff, Stan Sakai, Seth, Wally Wood, Rumiko Takahashi und Hilda Terry) den größten Einfluss auf ihre Arbeit hatte,[5] oft Skripts für ihre Werke schreibt[6][7] und mit dem sie zusammen in Portland (Oregon) lebt und arbeitet.[8] Am 25. August 2007 heirateten sie.[9]

Coovers wohl bekannteste Arbeit als Comiczeichnerin ist die Reihe Small Favors (in der deutschsprachigen Ausgabe auch manchmal mit dem Untertitel „Kleine Gefälligkeiten“), die bisher in zwei Sammelbänden vorliegt. Darin werden in kurzen Episoden auf humorvolle Weise die meist erotisch-pornografischen Abenteuer der Hauptfiguren Annie und Nibbil erzählt, die als magisches Wesen und „kosmische Hüterin des schlechten Gewissens“ von Annie auf diese wegen ihrer Masturbations-Obsession aufpassen soll, aber schon früh in den Geschichten mit ihr eine offene Beziehung eingeht. Coover wollte mit dieser Reihe vor allem lesbische Pornografie schaffen, die nicht aus einer männlich-heterosexuellen Perspektive, sondern auch und gerade für Frauen selbst ansprechend und unterhaltsam[3] und neben der expliziten Darstellung von Sexualität auch vorwiegend mädchenhaft, niedlich und fröhlich sein sollte.[7][10]

Daneben veröffentlichte Coovers bisher noch die die vierteilige Serie Banana Sunday, die auch als Sammelband veröffentlicht wurde, und zeichnete einige Kurzgeschichten für die von Marvel Comics verlegte Spinoff-Serie X-Men: First Class.[11]

Neben ihrer Arbeit als Comiczeichnerin fertigte sie Illustrationen für diverse Magazine (darunter On Our Backs, Girlfriends, Curve, Kitchen Sink, Nickelodeon Magazine) und Verlage (u. a. Buckle Down Publishing, Alyson Books und Cleis Press) an.[8] Ihre Comics erschienen auch in der Zeitschrift Out und dem Jahrbuch Mein heimliches Auge[5], sowie in den Anthologien What's Right? (Arsenal Pulp Press, 2003), True Porn (Alternative Comics, 2003)[8] und Sexy Chix (Dark Horse Comics, 2006).[12][13]

Coover gehört dem Portlander Künstlerkollektiv Periscope Studios an.[14][15] Sie ist außerdem aktives Mitglied und seit August 2004 im Beratungsgremium (Advisory Board) von Prism Comics, einer Non-Profit-Organisation, die sich für LGBT-Interessen in der Comic-Industrie einsetzt.[16][17]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Deutsch
Englisch
Französisch
  • Banana Sunday (übersetzt von Gabriel Colsim). Éditions Albin Michel, 2007. ISBN 2-226-17775-2.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://colleencoover.livejournal.com/115501.html
  2. Logan Kaufman: "Colleen Coover: Monkeys and Cubbies!" auf advunderground.com, März 2006.
  3. a b Siehe das Interview im Nachwort zu Uli Meyer (Hg. und Übs.): Small Favors. girly sex comic, Band 1. Tübingen 2003.
  4. Eintrag für Attitude Lad auf atomicavenue.com.
  5. a b c Profil von Colleen Cover (Version vom 8. Dezember 2008 im Internet Archive) auf gayleague.com.
  6. a b Thomas Nickel: Interview with Colleen Coover auf g-wie-gorilla.de, 2006.
  7. a b Marcia Allass: "Monkey Business", Interview mit Colleen Coover auf sequentialtart.com, Dezember 2003.
  8. a b c Profil von Colleen Coover auf prismcomics.org.
  9. http://colleencoover.livejournal.com/126025.html .
  10. Kurzautobiographie von Paul Tobin auf shocktraumastudios.com.
  11. Kritiken der Ausgabe Nr. 3 (Version vom 8. März 2010 im Internet Archive) und des Specials (Version vom 4. Februar 2010 im Internet Archive) auf theaxis.com.
  12. Covermotiv mit ihrem Photo (3. Zeile, 2. Spalte) auf der Homepage von Dark Horse Comics (Abgerufen am 13. August 2013)
  13. Review auf StarBulletin (Abgerufen am 13. August 2013)
  14. Douglas Wolk: "Portland’s Periscope Is Up (Version vom 15. Juni 2009 im Internet Archive)", in: Publishers Weekly, 7. August 2007.
  15. Joseph Gallivan: "Sun shines on art late into the night", in: The Portland Tribune, 5. Juni 2007.
  16. Shawn Patty: "[1] (Version vom 18. Dezember 2007 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt", auf: silverbulletcomicbooks.com, 16. August 2004. (Archivversion)
  17. Ankündigung auf prismcomics.com, 13. August 2004