Colm O’Gorman

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Colm O’Gorman (* 1966 im County Wexford) ist ein irischer Politiker.

Leben[Bearbeiten]

O’Gorman wurde 1966 im County Wexford geboren, wo er seine Kindheit verbrachte. Sein Vater war der Landwirt Seán O’Gorman. Er zog mit seiner Familie vom Lande in die Stadt Wexford. O’Gormans Vater war Mitglied der irischen Partei Fianna Fáil und trat bei den Wahlen 1969 und 1973 an.

Als Jugendlicher wurde O’Gorman im Alter zwischen 15 und 18 Jahren von dem römisch-katholischen Geistlichen Seán Fortune sexuell missbraucht. Die Missbrauchsfälle lagen zwischen den Jahren 1981 bis 1983.[1] Nach seiner Schulzeit begann er sich politisch zu betätigen. Er wurde Mitglied in der Partei Progressive Democrats und engagierte sich in der Organisation Amnesty International in Irland, in deren Vorstand er später als Direktor aufstieg.[2][3]

Ende der 1990er begann O’Gorman, seinen sexuellen Missbrauch durch einen Geistlichen der römisch-katholischen Kirche bekannt zu machen und erstattete bei der irischen Polizei eine Strafanzeige gegen den Geistlichen Seán Fortune. Im Laufe der folgenden Jahre wurden weitere Missbrauchsfälle des Geistlichen bekannt.

1998 verklagte O’Gorman den Bischof des Bistums Ferns sowie den apostolischen Nuntius in Dublin. O’Gorman gründete 1999 in London die Organisation One in Four, die sich um Opfer von Missbrauchsfällen kümmert.[4] 2002 wurde eine irische Schwesterorganisation in Dublin gegründet.

2003 gewann O’Gorman gegen das Bistum vor Gericht und erhielt eine Wiedergutmachungssumme von 300.000 Euro zugesprochen.[5] Seinen Gerichtsprozess dokumentierte O’Gorman für den Fernsehsender BBC mit dem Film Suing the Pope. 2005 sorgte er als Politiker für die Aufarbeitung von sexuellen Missbrauchsfällen durch die irische Regierung mit dem sogenannten Ferns Report. Im Jahre 2006 drehte O’Gorman für die BBC die Dokumentationsserie Sex Crimes and the Vatican.[6][7]

O’Gorman gab im April 2006 bekannt, im County Wexford bei den Wahlen 2007 anzutreten. Am 3. Mai 2007 wurde er nach dem Tod der Senatorin Kate Walsh in den irischen Senat berufen. Bei den Wahlen 2007 unterlag er als Kandidat der Progressive Democrats und wurde auch nicht in den neuen Senat berufen.

2002 zog O’Gorman nach Gorey im County Wexford. Später zog er nach Ballymoney, ein kleines Dorf im nördlichen County Wexford,[8] wo er mit seinem Lebensgefährten Paul Fyffe lebt.[9] Gemeinschaftlich erziehen sie zwei Kinder, für die sie das Sorgerecht (legal guardianship) haben.[10]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • TV3/Daily Star "Best of Irish" Preis, 2002
  • Person des Jahres, 2003 von der Zeitung Sunday Independent/Irish Nationwide
  • James Larkin Justice Award von der irischen, sozialdemokratischen Partei Irish Labour Party

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Radio Telefís Éireann (RTÉ): 1 in 4 founder settles High Court action
  2. Amnesty International:Colm O'Gorman
  3. The Independent: Amnesty in fresh demand for 'torture' flight inspections
  4. One In Four
  5. The Independent:PERSON OF THE MONTH Colm O'Gorman, who fought a long battle against clerical sex abuse
  6. BBC:Sex crimes and the Vatican
  7. Sueddeutsche:Kinder der Kirche
  8. Ballymoney auf northwexford.com
  9. Enniscorthy Guardian:O'Gorman to stand for PDs
  10. New Ross Standard: Election candidate hits out at line of questioning on Late Late Show O'Gorman 'duped' into discussing private life