Colmar
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| Colmar | ||
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| Staat | Frankreich | |
| Region | Elsass | |
| Département | Haut-Rhin (Präfektur) | |
| Arrondissement | Colmar | |
| Kanton | Chef-lieu der Kantone Colmar-Sud und Colmar-Nord | |
| Geographische Lage | 48° 5′ N, 7° 21′ OKoordinaten: 48° 5′ N, 7° 21′ O | |
| Höhe | 197 m (175 m–214 m) |
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| Fläche | 66,57 km² | |
| Einwohner – mit Hauptwohnsitz – Bevölkerungsdichte |
(1999) 65.136 Einwohner 978 Einw./km² |
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| Postleitzahl | 68000 | |
| INSEE-Code | 68066 | |
| Website | http://www.ville-colmar.fr/ | |
Colmar (1871 bis 1918 sowie in der Zeit des Nationalsozialismus auch Kolmar) ist nach Straßburg (frz. Strasbourg) und Mülhausen (frz. Mulhouse) die drittgrößte Stadt im Elsass (französisch Alsace). Der Ort liegt in einer relativ flachen Landschaft am Fluss Lauch, der hier in die Ill mündet, etwa 20 km westlich des Rheins und ungefähr in der geographischen Mitte zwischen Basel (60 km entfernt) und Straßburg (65 km entfernt). Die Stadt ist Sitz der Präfektur des Departements Haut-Rhin und außerdem Sitz des höchsten elsässischen Gerichts (Cour d'appel de Colmar, 1871 bis 1918 Oberlandesgericht Colmar). Die Präfektur verwaltet auch das Arrondissement Colmar, das aus sechs Kantonen besteht. Colmar-Stadt ist Hauptort (frz.: chef-lieu) der Kantone Colmar-Nord und Colmar-Sud. Mit 65.136 Einwohnern (1999) ist Colmar nach Mülhausen die zweitgrößte Stadt im Département Haut-Rhin.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Colmar wurde als Königsgut unter dem Namen Columbarium (Taubenhaus) im Jahr 823 erstmals urkundlich erwähnt. Anfang des 13. Jahrhunderts wurde die Befestigung errichtet. Im Jahr 1226 ist Colmar zur Freien Reichsstadt geworden. Der Rat der Stadt übergibt 1360 die Macht an die Berufskorporationen. Im 14. Jahrhundert trat Colmar dem Zehnstädtebund bei. Im 14. und 15. Jahrhundert bestand in Colmar, wie auch in anderen Städten am Oberrhein, eine bekannte Meistersinger-Schule. Josel von Rosheim führte 1548 einen Prozess für die Juden der Stadt Colmar vor dem Reichskammergericht wegen des seiner Ansicht nach unzulässigen Marktverbotes der Stadt für die Juden.
Truppen des französischen Königs Ludwigs XIV. besetzen Colmar im Jahr 1673. Mit dem Frieden von Nimwegen 1679 wird Colmar Frankreich zugeschlagen und Sitz der Allgewaltigen Ratsversammlung der Provinz Elsass. Colmar bekam 1791 den Sitz der Verwaltung des Departements Haut-Rhin. Im 19. Jahrhundert besitzt Colmar eine leistungsfähige Textilindustrie.
Nach Ende des deutsch-französischen Krieges (1870/71) wird Colmar Teil des neugebildeten Reichslandes Elsass-Lothringen (Deutsches Reich) und Hauptstadt des Bezirks Oberelsass sowie Sitz eines eigenen Oberlandesgerichtes. 1902 eröffnete in der Stadt ein Straßenbahnbetrieb, der 1960 stillgelegt wurde.
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wird Colmar 1918 zusammen mit dem übrigen Elsass wieder Teil von Frankreich. Am 22. August 1926 kommt es in Colmar zu Zusammenstößen zwischen elsässischen Autonomisten und französischen Nationalisten (Blutiger Sonntag). Im Zweiten Weltkrieg wird Colmar 1940 nach der Niederlage Frankreichs als Teil des Reichsgaus Baden-Elsass de facto dem Großdeutschen Reich angeschlossen. Ab 1942 werden auch die Bürger von Colmar in die Wehrmacht eingezogen. Am 2. Februar 1945 wird die Stadt nach erbitterten Kämpfen in der „Kesselschlacht von Kolmar“ (Poche de Colmar) – die letzte Schlacht des Zweiten Weltkriegs auf französischem Territorium – durch die Westalliierten befreit und gehört nun wieder zu Frankreich.
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[Bearbeiten] Denkmäler und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Bauwerke
In Colmar befinden sich zahlreiche bedeutende Bürgerhäuser aus dem Mittelalter und der Renaissance, die der Altstadt über die Jahrhunderte ihren mittelalterlichen Charakter erhalten haben. Prachtvollste Beispiele sind das 1480 errichtete und im 16. Jahrhundert erweiterte Koifhus, das 1537 für einen reichen Hutmacher erbaute Pfisterhaus (frz. Maison Pfister) sowie das Kopfhaus (frz. Maison des Têtes), dessen Fassade mit mehr als 100 "Köpfen" verziert ist. Weitere bemerkenswerte Gebäude aus dieser Zeit sind die ehemalige Wache (Ancien Corps de garde) und das Haus der Ritter des Johanniterordens (Maison des Chevaliers de St Jean), die beide in einem von der italienischen Renaissance angeregten Stil gestaltet worden sind. Die ehemalige Zunftstube der Ackerleute (Poêle des Laboureurs) von 1626 trägt bereits erste Züge von Barockarchitektur.
Bedeutende Bauwerke des Klassizismus sind das Gerichtsgebäude (Tribunal) in der Grand Rue (nicht zu verwechseln mit dem repräsentativen wilhelminischen Oberlandsgericht [Cour d'Appel] in der Avenue Poincaré) und das ehemalige Spital (Ancien Hôpital).
Die Hauptkirche der Stadt ist das gotische Martins-Münster mit seinem 71. Meter hohen Turm.
In der im 13. Jahrhundert entstandenen Dominikanerkirche befindet sich das Gemälde „Madonna im Rosenhag“ von Martin Schongauer aus dem Jahr 1473 sowie im Chor die größte erhaltene Sammlung von mittelalterlichen Bleiglasfenstern der Stadt (14. Jahrhundert).
Die ebenfalls großzügig dimensionierte ehemalige Franziskanerkirche, die heutige protestantische Kirche Saint-Matthieu, weist innen einen für den Oberrhein seltenen Lettner, eine bemalte Holzflachdecke, eine Silbermann-Orgel sowie Fenster von Peter Hemmel von Andlau auf.
Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das am Fluss Lauch liegende Viertel „Klein-Venedig“ (frz. Petite Venise), das sehr schöne Häuser und Brücken beherbergt. Das Viertel grenzt an das ehemalige Gerberviertel (Quartier des Tanneurs), das ein ebenso einheitliches, wenn auch schlichteres, altertümliches Bild wie die Innenstadt aufweist. In der Nähe der Petite Venise liegt ebenfalls das „Fischerufer“ (Quai de la Poissonnerie), das zu den meistfotografiertesten Motiven der Stadt zählt.
[Bearbeiten] Museen
- Im Musée d'Unterlinden befindet sich der Anfang des 16. Jahrhunderts entstandene Isenheimer Altar von Matthias Grünewald. Von Martin Schongauer, Lucas Cranach dem Älteren und Hans Holbein dem Älteren sind hier ebenfalls Werke ausgestellt. Daneben werden mittelalterliche Kunst, Kunsthandwerk, archäologische Funde aus der Umgebung sowie Werke der ägyptischen und griechischen Antike ausgestellt. Der sehr reiche Fundus an moderner und zeitgenössischer Kunst wird aufgrund von Platzmangel nur unregelmäßig zur Schau gestellt, eine Erweiterung des Museums auf das angrenzende, ehemalige Schwimmbad ist für 2012 geplant. Dieses Museum ist das meistbesuchte Museum Frankreichs außerhalb von Paris.
- Im Geburtshaus des Bildhauers Frédéric-Auguste Bartholdi befindet sich ein ihm gewidmetes Museum.
- Seit 1859 besitzt die Stadt auch ein Museum für Natur- und Völkerkunde (Musée d'histoire naturelle et d'ethnographie)
- Seit 1993 beherbergt Colmar ebenfalls ein reichhaltiges Spielzeugmuseum (Musée du jouet)
Die Kolmarer Liederhandschrift enthält von verschiedenen Künstlern des Minnesangs etwa 900 Liedertexte und 105 Melodien. Sie entstand um 1480 in Mainz; eines der wenigen Exemplare wurde von der Meistersingerschule von Kolmar beschafft, verschwand aber in den Wirren eines Bürgerkriegs. Im 19. Jahrhundert tauchte sie in einem Basler Antiquariat auf und wurde von einem Münchener Museum erworben.
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Schongau in Bayern (Deutschland) seit 1962
Lucca in der Toskana (Italien) seit 1962
Sint-Niklaas in Flandern (Belgien) seit 1962
Diese Städte haben gleichzeitig auch untereinander Partnerschaften geschlossen.
Weitere Partnerschaften bestehen mit
Abingdon im Vale of White Horse District, Oxfordshire, (Großbritannien) seit 1978. Diese Partnerschaft ersetzte eine ursprünglich mit Hyde (Greater Manchester) geschlossene Partnerschaft.
Eisenstadt im Burgenland (Österreich) seit 1984
Princeton in New Jersey, (USA) seit 1987. Anlass für diese Partnerschaft war die Restaurierung der Freiheitsstatue in New York City.
Győr in Ungarn seit 1993
Städtefreundschaft
Mitgliedschaft
- Colmar ist Mitglied der Interessengemeinschaft Communauté d'agglomération de Colmar.
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Colmarer Dominikanerchronist (1221 – um 1305)
- Martin Schongauer, spätgotischer Maler, wurde ca. 1450 in Colmar geboren und verstarb 1491 im nahe gelegenen Breisach.
- Jörg Wickram (um 1505–1562), Schriftsteller
- Gottlieb Konrad Pfeffel (1736–1809), deutscher Schriftsteller, Militärwissenschaftler und Pädagoge
- Jean François Reubell (Rewbell) (1747–1807), französischer Revolutionär, von 1795 bis 1799 Mitglied des Direktoriums
- Jean Rapp (1771–1821), französischer Generalleutnant und Graf
- Armand Joseph Bruat (1796–1855), französischer Admiral
- Georges-Charles de Heeckeren d'Anthès (1812-1895), französischer Politiker, tötete Puschkin im Duell.
- Auguste Nefftzer (1820–1876), französischer Journalist
- Frédéric-Auguste Bartholdi (1834–1904) war ein französischer Bildhauer. Sein bekanntestes Werk ist die New Yorker Freiheitsstatue.
- Rudolf Schwander (1868-1950), deutscher Politiker
- Jean-Jacques Waltz (1873–1951), Zeichner und Heimatforscher, bekannt als Hansi, wurde durch idyllische Darstellungen des Elsass und scharfe anti-deutsche Karikaturen berühmt.
- Sophie Wolf (1880–1938), Opernsängerin
- Paul Coelestin Ettighoffer (1896-1975), deutscher Schriftsteller
- Kurt Ihlenfeld (1901-1972),deutscher Schriftsteller
- Hansjörg Schmitthenner (1908-1993), deutscher Dramaturg
- Michel Hausser (* 1927) , Jazzvibraphonist
- Guy Roux (*1938), bekannter Trainer im französischen Fußball
- Pierre Moerlen (1952-2005), Schlagzeuger und Komponist
- Thomas Bloch (* 1962), Musiker
- Marc Keller (* 1968), Fußballspieler
- Amaury Bischoff (* 1987), Fußballspieler

