Columbit

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Columbit aus Madagaskar

Columbit (Columbeisen, Niobit) ist kein eigenständiges Mineral, sondern eine Sammelbezeichnung für einen nicht näher bestimmten Mischkristall aus der Reihe Columbit-(Fe), Columbit-(Mg) und Columbit-(Mn). Die Mischkristalle kristallisieren wie die Endminerale dieser Reihe im orthorhombischen Kristallsystem. Diese zeigen folgende Farbe und Chemismus:

  • Columbit-(Fe) (ehemals Ferrocolumbit): bräunlich-grau-weiß; Fe2+Nb2O6[1][2]
  • Columbit-(Mg) (ehemals Magnocolumbit bzw. Magnesiocolumbit): bräunlich-schwarz; MgNb2O6[3][2]
  • Columbit-(Mn) (ehemals Manganocolumbit): bräunlich-schwarz bis schwarz; Mn2+Nb2O6[4][2]

Die Columbit-Reihe bildet außerdem eine Mineralserie mit dem Mineral Tantalit und ist bei der International Mineralogical Association (IMA) als Gruppenname eingetragen [5]. Die Mischkristalle (und Erze) dieser Serie sind unter der Bezeichnung Coltan bekannt.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Der Erstfund erfolgte in der Mitte des 17. Jahrhunderts in Kolumbien, woraus sich der Name ableitet. Erst 1844 konnte der deutsche Chemiker Heinrich Rose nachweisen, dass Columbit zwei Elemente enthält, nämlich Niob und Tantal.

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Columbite finden sich meist in Granit-Gesteinen (Pegmatiten), unter anderem

Verwendung[Bearbeiten]

Columbit ist ein wichtiges Erz zur Gewinnung von Niob (Namensgeber, da Niob bis in die 1950er-Jahre Columbium genannt wurde) und Tantal und wird Stahl-Legierungen zur Erhöhung der Festigkeit zugesetzt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mineralienatlas:Columbit-(Fe) (Wiki)
  2. a b c IMA/CNMNC List of Mineral Names - Columbite (englisch, PDF 1,8 MB; S. 62-63)
  3. Mineralienatlas:Columbit-(Mg)
  4. Mineralienatlas:Columbit-(Mn)
  5. IMA/CNMNC-Mineralliste (März 2007; S. 59) (PDF, 892 KB; engl.)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Columbite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien