Columbo

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Produktionsdaten
Deutscher Titel: Columbo
Originaltitel: Columbo
Produktionsland: USA
Produktionsjahr(e): 1968–1978,
1989–2003 (TV-Filme)
Produzent: Richard Levinson, William Link
Dauer: etwa 70–100 Minuten
Episodenzahl: 69 in 8 Staffeln
Originalsprache: Englisch
Genre: Krimi, TV-Film, Komödie
Erstausstrahlung: 20. Februar 1968
auf NBC
Besetzung

Columbo ist eine amerikanische Krimiserie von Richard Levinson und William Link.

In den USA wurde sie regelmäßig von 1971 bis 1978 und wieder ab 1989 ausgestrahlt und wurde in den 1970er Jahren zu einer Ikone des amerikanischen Fernsehens. Hauptdarsteller ist Peter Falk als Lieutenant Columbo, der in der Mordkommission des Los Angeles Police Department arbeitet (in der deutschen Fassung wird er zunächst als Inspector bezeichnet, später dann als Lieutenant und ab 2000 wieder als Inspector). Autor vieler Folgen ist Steven Bochco.

Die deutschen Synchronstimmen von Peter Falk in dieser Rolle waren Uwe Friedrichsen, Klaus Schwarzkopf, Hans Sievers, Horst Sachtleben und Claus Biederstaedt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte der Serie

Die Figur Columbo tauchte zuerst – dargestellt von Bert Freed – im Jahre 1960 in der Serie The Chevy Mystery Show in der Folge Enough Rope auf. Basierend auf dieser Folge entstand 1962 das Bühnenstück Prescription: Murder, in dem Thomas Mitchell Columbo spielte.

Hieraus entstand der Fernsehfilm Prescription: Murder, in dem Peter Falk erstmals Columbo darstellte und der 1968 auf NBC ausgestrahlt wurde. Columbo steht hierbei einem mordenden Arzt, gespielt von Gene Barry, gegenüber. Die Popularität der Figur veranlasste NBC, daraus eine regelmäßige Serie zu machen, die im Herbst 1971 Premiere hatte. Columbo war ein sofortiger Hit in den US-amerikanischen Einschaltquoten (Nielsen Ratings), und Peter Falk gewann im ersten Jahr der Serie einen Emmy Award für seine Rolle. Die Serie lief insgesamt sieben Jahre (Staffeln) lang. Nach dem Ende im Jahre 1978 wurden erst wieder seit 1989 ab und zu einzelne Fernsehfilme für ABC produziert. Mittlerweile gibt es 69 Columbofolgen, von denen die neueste (Die letzte Party) am 30. Januar 2003 in den USA und am 14. September 2004 in Deutschland ausgestrahlt wurde.

[Bearbeiten] Beschreibung der Serie

Columbo ist ein ungepflegt und manchmal begriffsstutzig wirkender Polizeibeamter. Tatsächlich ist er hochintelligent und löst seine Fälle durch sehr genaue Beobachtung von Details und kleinen Widersprüchen. Zu Columbos Charakteristik gehört, dass er sich oft beim Verlassen eines Raumes an der Tür noch einmal umdreht und dem Verdächtigen eine entscheidende Frage stellt, typischerweise eingeleitet mit „Da wäre noch eine Kleinigkeit …“ oder auch: „Ich hätte da noch eine Frage …“, oft mit charakteristisch erhobenem Zeigefinger.

Zu den wiederkehrenden Elementen der Serie gehören Inspector Columbos zerknautschter Regenmantel, sein verbeultes Auto – ein altes Peugeot 403 Cabrio – und sein Hund „Hund“. Sehr häufig redet Columbo auch über seine Ehefrau, die der Zuschauer jedoch nicht ein einziges Mal zu Gesicht bekommt. Ein angebliches Foto von Mrs. Columbo (Kate Mulgrew) wird umgehend als falsch deklariert („Wir haben überhaupt kein Foto von dir...“).

Im Gegensatz zu klassischen Krimis, bei denen die Identität des Mörders erst am Ende des Buches oder des Films verraten wird, sieht bei Columbo der Zuschauer Mord und Mörder bis auf wenige Ausnahmen zu Beginn der Folge (sogenannte „Inverted Story“). Oftmals verfolgt der Zuschauer auch die Vorgeschichte des Mordes, die Motiventstehung beim Mörder und dessen Vorbereitungen der Tat. Anschließend verfolgt er, wie Columbo mit seiner ihm eigenen Hartnäckigkeit den Mörder, der stets der oberen Gesellschaftsschicht angehört, immer mehr in die Enge treibt, während dieser meist verzweifelt versucht, seine Spuren zu verwischen und gerade hierbei oft einen entscheidenden Fehler begeht.

Von diesem Schema abweichend sind die Folgen Bluthochzeit (hier gibt es keinen Mord – Columbos Eingreifen verhindert die Tat), Der alte Mann und der Tod (hier erfährt der Zuschauer erst gegen Ende die Identität des Mörders) und Wer zuletzt lacht… (hier ist der Mord zunächst nur vorgetäuscht, um die Auflage eines Magazins zu steigern). Die Folge Tödliches Comeback ist die einzige, wo Columbo die Täterin nicht verhaftet, weil er weiß, dass sie sterbenskrank ist. In der Folge Der Tote in der Heizdecke, lässt Columbo die Mittäterin laufen, um im Gegenzug ein umfassendes Geständnis der Haupttäterin (Mutter der Mittäterin, gespielt durch Faye Dunaway) zu bekommen.

Generell tritt Columbos Hartnäckigkeit kombiniert mit einem weiteren ausgeprägten Talent der Kriminalistenfigur auf: Gleich zu Beginn jeder Ermittlung kommt Columbo mit dem Mörder in Kontakt und „verbeißt“ sich unverzüglich in den Richtigen. Der Mörder macht in vielen Folgen den Fehler, im Zuge des Erstkontaktes vor Columbo einen einprägsamen Auftritt zu hinterlassen oder Columbo sogar anzusprechen, bevor dieser überhaupt mit polizeilichen Fragen auf ihn zukommt. Das allein könnte schon ausreichen, die sofortige Aufmerksamkeit des Inspectors zu erklären.

Die Interaktionen Columbos mit dem Mörder gestalten sich typischerweise so: Columbo erscheint diesem zunächst als nicht ernst zu nehmender Gegner. Das ändert sich auch dann noch nicht wesentlich, als Columbo zum Abschluss des Erstkontakts eine Frage stellt bzw. eine Bemerkung fallen lässt, die den Mörder auf einen seiner Fehler aufmerksam macht. Freundliche Zwiegespräche im weiteren Verlauf befriedigen die Neugier des Täters, was den polizeilichen Ermittlungsstand anbelangt, für den er sich stark interessiert, natürlich ohne das auffällig zeigen zu dürfen.

Die nächste Phase zeigt Columbo, wie er dem Täter zunehmend lästig wird. Seine Fragen – vorgeblich etwa „Routine“ oder „nur für den Bericht“ – sind aber dahin kalkuliert, dem Täter klar zu machen, dass sein Mordplan lückenhaft war. In dieser Phase ist sich der Mörder nicht mehr sicher, ob Columbos Fragen tatsächlich lediglich Routine sind – oder ob er es nicht doch mit einem äußerst intelligenten Ermittler zu tun hat (denn die Mörder der Serie halten sich selbst für überdurchschnittlich intelligent und geizen entsprechend nicht mit Arroganz – was Columbos Verdacht natürlich nur erhärtet).

In der letzten Phase weiß der Mörder, dass Columbo sehr wohl ernst zu nehmen ist. Auch Columbo weiß, dass der Mörder weiß, usw. Columbo bleibt zwar fortan lästig, aber die Fronten sind klar. Er steht ab hier nur noch vor der Aufgabe, die entsprechenden Beweise zusammenzubekommen. Zu diesem Zweck bleibt ihm meist nichts anderes übrig, als dem Täter eine Falle zu stellen. Bezeichnend für Columbo ist, dass die Mörder, nachdem sie überführt wurden, Columbo oftmals loben oder ihm Komplimente für seinen Spürsinn machen.

Mit seiner rein auf Logik basierenden Art, Fälle zu lösen, steht Inspector Columbo britischen Literaturdetektiven wie Sherlock Holmes weit näher als den hardboiled detectives der klassischen amerikanischen Krimiliteratur, etwa Philip Marlowe.

Auch trägt Columbo fast nie (zumindest sichtbar) eine Dienstwaffe. In der Folge „Todessymphonie“ erwähnt er beiläufig, dass er nie eine Dienstwaffe trüge. In „Tödliches Comeback“ erklärt Columbo einem Kollegen, dass er auf einem Schießstand kein Ziel träfe. Nur in der Folge „Bluthochzeit“, als Columbo eine Entführung aufklärte, zieht er bei der Erstürmung des Hauses eine Smith & Wesson, steckte sie aber schnell wieder in seine Manteltasche.

[Bearbeiten] Der „Columbo-Effekt“

In der modernen Kriminalistik gehört der „Columbo-Effekt“ oder dessen Ausnutzung zu den anerkannten Methoden des kriminalpolizeilichen Verhörs, aber auch jedes anderen Verhörs, etwa durch Richter, Staatsanwälte und Rechtsanwälte. Im Kern dieser Verhörmethode, für die es einer gewissen schauspielerischen Begabung bedarf, steht in der Tat eine mehr oder weniger weitgehende Imitation des Inspectors Columbo. Die ‚Verhörperson‘ stellt sich unwissend, unkonzentriert, umschmeichelt sogar die „Auskunftsperson“ und wiegt sie in Sicherheit. Dadurch wird diese in ihrer Eitelkeit gereizt und dazu provoziert, sich durch die nur vordergründig souveräne Aufklärung von Ungereimtheiten und Widersprüchen in der Aktenlage gegenüber dem vermeintlich dummen Ermittler selbst zu entlarven.

Die Methode gipfelt fast immer in dem für Columbo typischen Spruch: „Eine Frage hätte ich da noch.“ Psychologisch gesehen wiegt sich der Verdächtige in Gewissheit, nach Beantwortung der Frage in Ruhe gelassen zu werden und wird dann nicht selten verleitet, leichtfertig zu antworten und so entscheidende Fehler zu begehen; oft können es (in der Serie wie auch in der Realität) jedoch auch noch mehrere Fragen sein.

In einem neueren Buch (siehe Literatur) wird seine Ermittlungstaktik als erfolgreiche Verkaufsstrategie gepriesen.

[Bearbeiten] Gäste der Serie

Die Serie ist bekannt dafür, dass in ihr oft Prominente als Täter, Opfer oder in anderen Rollen auftreten, sowie gelegentlich Regie führen.

Unter anderem haben Steven Spielberg in der Folge 3 Tödliche Trennung und Jonathan Demme in der Folge 42 Mord à la Carte Regie geführt. 1974 führte John Cassavetes Regie in der Folge Schwanengesang (Columbo: Swan song). In dieser Folge hatte des Weiteren Johnny Cash eine Gastrolle. 1972 führte Cassavetes die Co-Regie und war Darsteller in Etude in Schwarz (Columbo: Etude in black).

Die Ehefrau von Peter Falk, Shera Danese, ist in sechs Folgen zu sehen. In Schach dem Mörder spielt Heidi Brühl die Rolle der Betreuerin des russischen Schachgenies Tomlin Dudek.

[Bearbeiten] Biographie von Columbo

Columbo wurde in New York City geboren und wuchs auch dort auf. In der Nähe von Chinatown beherbergte der Haushalt den Großvater, seine Eltern, fünf Brüder und eine Schwester. Seine Eltern hatten italienische Vorfahren.

Columbos Vorname wird in der Serie nie genannt, und es war auch nie ein Vorname vorgesehen. Immer wenn er unter Druck gerät, seinen Vornamen zu nennen, sagt er „Inspector“. Mit dem Erscheinen der DVD-Version der Folge Mord unter sechs Augen wurde der Name jedoch bekannt: In der Szene, als Columbo sich dem Mörder Hollister vorstellt, kann auf seinem Ausweis klar die Unterschrift „Frank Columbo“ gelesen werden.

Columbos Vater verdiente nie mehr als 5.000 US-Dollar im Jahr – und er brachte seinem Sohn das Poolspielen bei.

Während Columbo mit einem Mädchen namens Theresa in der High School verabredet war, traf er seine zukünftige Frau Kate, die mit diesem Namen jedoch in der Serie nie auftaucht (nur in dem Serien-Ableger Kate loves a Mystery). Nach dem Dienst bei der Armee während des Koreakrieges ging Columbo zur New Yorker Polizei und wurde dort dem 12. Polizeibezirk zugewiesen. Er lernte unter Sergeant Gilhooley, der ihm Dartspielen beibrachte. Im Jahre 1958 zog er nach Los Angeles.

Columbo beschäftigt sich während seiner Ermittlungen zwanghaft mit kleinen Details. Sie halten ihn nachts wach, und er erzählt sie seiner Frau. Zumindest behauptet er dies. Ob die Columbos Kinder haben, bleibt unklar: So kann in Folge 19 Any Old Port in a Storm seine Frau nicht zu einem Abendessen mitkommen, weil ihre Babysitterin keine Zeit hat. In Folge 17 Double Shock besucht Columbo mit einem Verdächtigen Las Vegas zum ersten Mal und erklärt diesem, dass er vor zwei Jahren mit seiner Frau über eine Reise nach Las Vegas sprach, sich diese aber auf die Seite der Kinder stellte und sie deshalb ins Disney-Land gingen. In Folge 23 Mind over Mayhem ist die Rede von zwei Kindern, in Folge 53 Rest in Peace, Mrs. Columbo heißt es jedoch, sie hätten keine. Sie haben allerdings einen Neffen, bei dessen Hochzeit die Braut entführt wird (Folge 63), und einen Bassethund, den sie „Hund“ nennen. Columbo trägt keine Waffe und verabscheut es, zum Polizeischießtraining zu gehen. Er fährt ein Peugeot 403 Cabriolet. Er neigt zu Luft- und Seekrankheit, hat Angst vor großen Höhen, kann nicht schwimmen und hat Heuschnupfen im Frühjahr. Zusätzlich ist er eher zart besaitet und mag keine Autopsien oder Bilder von übel zugerichteten Leichen.

Columbo hat es nicht mit Zahlen, er mag Kochen, Limericks, Western, italienische Opern, Strauß-Walzer, Golf, klassische Musik, Bowling und American Football im Fernsehen. Im Jahre 1972 verdiente er 11.000 US-Dollar. Columbo ist extrem geizig. So überlegte er, ob er zum 25. Hochzeitstag anstatt Silber seiner Frau nicht lieber einen Campingausflug schenken sollte. Seine Eltern und Großeltern sind bereits gestorben. Seine Lieblingsspeise ist Chili mit Crackers in einem lausigen Lokal namens „Burt“. Columbo liebt Kaffee und trinkt ihn schwarz mit Zucker (Folge 41 und 69). Er spricht Italienisch und Spanisch (auch wenn er in Folge 65, „Seltsame Bettgenossen“, sehr verdutzt ist, auf Italienisch angeredet zu werden und selbst angibt, es nicht zu sprechen; außerdem fragt er in Folge 11 nach der Bedeutung von „Quasi una fantasia“).

Alle Angaben, die Columbo über sich selbst macht (und damit der größte Teil dieser biographischen Daten) müssen jedoch mit Vorsicht genossen werden: Gelegentlich lügt er, um Informationen aus den Mördern herauszubekommen, oder versucht durch Flunkereien eine freundschaftliche Atmosphäre zu schaffen („Ich habe auch einen Cousin, der …“). Besonders die Interessen und Berufe seiner (in der Serie zahlreich genannten) Neffen mussten bereits als Erklärung für manche unangenehme Frage gegenüber Verdächtigen herhalten.

[Bearbeiten] Episoden

Der österreichische Fernsehsender ORF strahlt seit 1994 jeden Sonntag kurz vor Mitternacht Columbo-Folgen aus. Die Serie ist die am längsten durchgehend gesendete in der österreichischen Fernsehgeschichte.

Seit 2007 werden Columbo-Folgen im deutschen Fernsehen nach 22 Uhr auf Super RTL wiederholt.

[Bearbeiten] Literatur

  • Armin Block / Stefan Fuchs: Columbo – Das große Buch für Fans. Alles über den dienstältesten Fernsehinspektor der Welt, Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 1998, ISBN 978-3-89602-167-0
  • Joachim Skambraks: Die Columbo-Strategie. Was Verkäufer erfolgreich macht, Verlag der FAZ, Frankfurt am Main 2001, ISBN 978-3-89843-031-9
  • Michael Striss: Columbo - Der Mann der vielen Fragen. Analyse und Deutung einer Kultfigur, 2007, ISBN 978-3-8334-8040-9

[Bearbeiten] Weblinks

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