Comarca
Comarca (weiblich; Spanisch und Katalanisch) ist eine traditionelle Bezeichnung für eine regionale bzw. lokale Verwaltungseinheit, die in Teilen Spaniens, in Teilen von Südfrankreich, Portugal, Panama und Brasilien verwendet wird bzw. verwendet wurde. Die Comarca ist von der Größe her mit dem deutschen Landkreis vergleichbar.
Rechtliche Lage in Spanien [Bearbeiten]
Nach dem Übergang zur Demokratie wurden die Comarcas in einigen Autonomen Gemeinschaften (Regionen) als Gebietskörperschaften eingerichtet. Sie bilden dort damit eine eigene Ebene der kommunalen Selbstverwaltung. Im Rest Spaniens sind die Comarcas rechtlich nicht existent und dienen somit nur als traditionelle Gebietsbezeichnung (womit auch ihre Abgrenzungen nicht überall eindeutig sind).
In folgenden Autonomen Gemeinschaften bestehen Comarcas als Gebietskörperschaften:
- Katalonien (flächendeckend; 41 Comarcas; 1988-1991 eingerichtet)
- Aragonien (flächendeckend bis auf den Großraum Saragossa; 32 Comarcas; 2001-2004 eingerichtet)
- baskische Provinz Álava (dort als Cuadrillas bezeichnet; flächendeckend, wobei die Stadt Vitoria-Gasteiz eine eigene Cuadrilla bildet; 7 Cuadrillas; 1992-1994 eingerichtet)
- Kastilien-León (dort existiert nur die Comarca El Bierzo; 1991 eingerichtet)
Eine ähnliche Funktion (Verwaltungsebene oberhalb der Gemeinde- und unterhalb der Provinz-Ebene) nehmen auf den Balearen und Kanaren die Inselräte wahr:
- Balearen: vier Consejos Insulares (Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera, wobei letztere Insel nur aus einer Gemeinde besteht und Consejo Insular und Gemeindeverwaltung identisch sind)
- Kanaren: sieben Cabildos Insulares (Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote, Fuerteventura, La Palma, La Gomera, El Hierro)