Befehlstaste

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Befehlstaste mit Apple-Logo und Schleifenquadrat

Die Befehlstaste ist eine Taste auf Tastaturen von Apple-Computern. Unter Mac-Anwendern wird sie auch Apfeltaste genannt. Umgangssprachlich finden sich auch Bezeichnungen wie Propeller-, Kleeblatt- oder Blumenkohltaste. Im Text wird sie häufig mit folgenden Symbolen dargestellt: , Befehls, Apple logo hollow.svg  ⌘.

Gegenwärtig (Stand Februar 2014) werden Tastaturen des Herstellers Apple mit den Beschriftungen cmd ⌘ in Deutschland sowie in den USA command ⌘ ausgeliefert.

Geschichte[Bearbeiten]

Auf Apples frühesten Computermodellen, dem Apple I von 1976, dem Apple II von 1977 und dem Apple II+ von 1979 gibt es eine solche Taste nicht. Sie taucht erstmals auf den 1980 erschienenen Apple III und den 1983 bzw. 1984 erschienenen Apple IIe und Apple IIc auf. Diese Rechner haben zwei solche Tasten, die offener und geschlossener Apfel genannt werden. Sie sind auf den Tasten durch einen nur im Umriss gezeichneten und einen voll ausgefüllten Apfel dargestellt. Die Tasten waren intern genauso verdrahtet wie die beiden Tasten am Joystick (dies weil die Apple-Tastatur nicht mit Scancodes, sondern direkt mit ASCII-Codes arbeitete, und den Apfel-Tasten kein ASCII-Code zugeordnet werden kann). Die Apple Lisa hatte nur eine solche Taste, mit dem „geschlossenen“ Apfelsymbol. Aus dem geschlossenen Apfel wurde später beim Macintosh die Wahltaste.

1984 erschien mit dem Apple Macintosh zum ersten Mal das noch heute verwendete Schleifenquadrat (⌘) auf der Taste, zunächst ohne das Firmenlogo, den Apfel. Zuerst sollte durch die Verwendung eines speziellen, auf dem Bildschirm für keinen anderen Zweck verwendeten Symbols die eindeutige Zuordnung von Tastaturbefehlen und Menüpunkten erreicht werden. Die Verwendung des Firmenlogos zur Kennzeichnung von Tastaturkürzeln auf dem Bildschirm gefiel Apple-Mitbegründer Steve Jobs wegen der allzu häufigen Verwendung nicht; er fürchtete eine Entwertung des Logos durch inflationären Gebrauch. Daraufhin fand die bei Apple tätige Designerin Susan Kare das schwedische Hinweiszeichen für Sehenswürdigkeiten in einem internationalen Symbollexikon.[1][2] Dieses Zeichen ist seit 2012 (Amendment 1 des Standards ISO/IEC 9995-7:2009) international als Tastatursymbol „operating system key“ für eine Taste genormt, deren Funktion dem verwendeten Betriebssystem freigestellt ist.

Im Jahre 1986 führte Apple den Apple IIgs ein, der erstmals über den neuen Apple Desktop Bus zum Tastatur- und Mausanschluss verfügte. Denselben Bus wiesen ab diesem Zeitpunkt auch die neuen Macintosh-Modelle auf. Apples Tastaturen wurden dadurch austauschbar zwischen der Apple-II-Baureihe und der Macintosh-Baureihe. Die selten verwendete geschlossene Apfeltaste wurde auf dem IIgs wie zuvor auf dem Macintosh in „Option“ umbenannt, aber die offene Apfeltaste musste erhalten bleiben, da viele Apple-II-Programme diese verwendeten und auch so benannten; andernfalls wäre Verwirrung der Benutzer vorbestimmt gewesen. Daher erhielten die neuen Tastaturen auf ihrer Befehlstaste beide Symbole, den „offenen Apfel“ der II-Reihe und auch das „Kleeblatt“ der Mac-Reihe. Diese Kombination blieb auch erhalten, als die Apple-II-Reihe 1993 eingestellt wurde.

Je nach Modell verfügt der Computer über eine oder zwei der Tasten, jeweils neben der Leertaste. Die Befehlstaste dient bei Betriebssystemen von Apple zum Aufrufen von Funktionen per Tastatur als Bestandteil von Tastenkombinationen (z. B. +Q „Anwendung beenden“).

Verwendung[Bearbeiten]

Generell dient die Befehlstaste der Einleitung von Befehlssequenzen gleich welcher Art. So ist sie die Basis für (fast) alle Tastenkombinationen am Macintosh.

Viele Anwender, die mehrere Jahre und nahezu täglich mit dem Macintosh arbeiten, verwenden fast ausschließlich Tastenkombinationen, darunter auch viele mit der Befehlstaste. Damit lässt sich meist eine wesentlich höhere Arbeitsgeschwindigkeit erreichen als mit der Maus.

Das Mac OS lässt sich fast ganz ohne Maus steuern und bietet für praktisch jede Aktion Tastenkombinationen. Durch die von Apple in den frühen 1980er-Jahren definierten Human Interface Guideline, als Vorgabe für die Gestaltung von Benutzeroberflächen, ändern sich diese Tastenkombinationen auch nicht. So ist beispielsweise die wohl bekannteste Tastenkombination + Q immer noch aktuell und führte schon 1984 auf den ersten Macintosh zum Beenden des aktuellen Programms.

Navigation[Bearbeiten]

Mac OS und Mac OS X[Bearbeiten]

In Texten lässt sich die Befehlstaste zur schnellen Navigation mit der Eingabemarke nutzen:

  • + / : Die Eingabemarke springt einen Absatz vor/zurück.
  • + / : Die Eingabemarke springt zum Anfang/Ende des Textes.

Im Finder dient die Befehlstaste zur schnellen Navigation in der (hierarchischen) Ordnerstruktur. Bei Verzeichnissen („Ordnern“):

  • + / : Vom ausgewählten Objekt gelangt man höher/tiefer in die Ordnerstruktur.

Bei der Anwendung auf Dateien:

  • + : Die ausgewählte Datei wird geöffnet.

Mausaktionen[Bearbeiten]

Mac OS und Mac OS X[Bearbeiten]

  • Führt man Drag and Drop mit gedrückter Befehls- und Wahltaste aus, so wird nicht verschoben, sondern ein Alias des Objekts am Ziel erstellt. Im klassischen Mac OS ist diese Funktion seit Mac OS 8.0 integriert.
  • Ein im Hintergrund befindliches Fenster eines Programms kann bei gedrückter Befehlstaste verschoben werden, ohne dass das zugehörige Programm aus dem Hintergrund geholt (d. h. aktiviert) wird.
  • Klickt man bei gedrückter Befehlstaste in den Namen eines Finderfensters, so öffnet sich ein Menü mit der Darstellung des aktuellen Verzeichnispfades.

Mac OS X[Bearbeiten]

Diese Hilfe zur visuellen Darstellung des Speicherpfades funktioniert bei fast allen Programmen von Apple selbst und vielen Programmen anderer Anbieter. Bei Safari wird hingegen der Pfad der aktuell angezeigten Seite relativ zur Domain gezeigt. Seit Mac OS X 10.5 (Leopard) ist dies auch mit der rechten Maustaste bzw. einem Ctrl-Klick möglich.

  • Dock: Klickt man bei gedrückter Befehlstaste auf ein Docksymbol, wird im Finder daraufhin der das Objekt enthaltene Ordner geöffnet.
  • Klickt man bei gedrückter Befehlstaste auf ein Objekt in der Seitenleiste eines Finderfensters, wird das Objekt in einem neuen Fenster (bzw. seit OS X 10.9 in einem neuen Tab) geöffnet; das vorherige bleibt offen.
  • Safari: Klickt man mit gedrückter Befehlstaste auf einen Link, wird dieser in einem neuen Tab geöffnet.

Trivia[Bearbeiten]

Das neue Design der Befehlstaste im MacBook Pro Unibody

Im Zuge der Modelleinführung eines neuen iMacs am 7. August 2007 wurde auch eine neue Tastatur, schlicht Apple Keyboard genannt, vorgestellt, welche diese alte, beliebte Symbolkombination nicht mehr bot. Nach über 21 Jahren der Nutzung seitens der Mac-Anwender wurde das für diese Taste so typische und namensgebende Firmenlogo ersatzlos aufgegeben und auf deutschen Tastaturen durch „cmd“ ersetzt, innerhalb der USA durch das ausgeschriebene Wort „Command“. Andere Modelle folgten dieser Änderung mit der jeweiligen Hardwareaktualisierung. Die Entfernung des Apple-Logos löste einigen Wirbel und eine Online-Protestwelle bei eingefleischten Fans der Apple-Produkte aus, die darin eine unnötige Fortnahme eines liebgewonnenen Designelements sahen.

Auch bei Tastaturen von NeXT gab es die Befehlstaste und teilweise mit dem Mac ähnliche Tastenkombinationen. Auch hier wurde Command ausgeschrieben.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Original Macintosh – Swedish Campground. www.folklore.org, abgerufen am 24. Februar 2013 (englisch).
  2. Susan Kare on Working on the Macintosh. In: Making the Macintosh: Technology and Culture in Silicon Valley. Stanford University, 20. Februar 2001, abgerufen am 24. Februar 2013 (englisch).