Commodore PC-10 bis PC-60

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Commodore PC 20-III mit Monitor (1992)

Bei den Commodore PC-10 bis PC-60 handelt es sich um eine Serie von IBM-kompatiblen PCs von Commodore, die 1985 bis Mitte der 1990er Jahre verkauft wurde. Sie wurden in der Braunschweiger Entwicklungsabteilung konstruiert und im dortigen Endfertigungswerk teilweise auch montiert.

Mit dieser Rechnerfamilie lieferte sich Commodore ein paar Jahre lang ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit IBM um die Marktführerschaft im PC-Bereich in Deutschland, typischerweise wechselte die Führung von Monat zu Monat. Als Höhepunkt erreichte man es, dass nach der Wende sämtliche Büros der Deutschen Reichsbahn in Ostdeutschland mit Commodore-PCs ausgerüstet wurden.

PC-10 und PC-20[Bearbeiten]

Diese Computer waren günstige Alternativen zum IBM-PC und wurden ab 1985 produziert. Der PC-10 wurde Mitte 1985 zu einem Preis von 4.950 DM ohne Mehrwertsteuer angeboten. Sie zeichneten sich durch eine gute Ausstattung, Robustheit, Kompatibilität und Erweiterbarkeit aus. Sie waren mit einem Intel 8088-Prozessor ausgestattet, der wie in den meisten frühen PCs mit 4,77 MHz getaktet war und mit einem mathematischen Coprozessor Intel 8087 erweitert werden konnte; dazu kamen 256 KB RAM (erweiterbar auf 640 KB), zwei 5¼"-Diskettenlaufwerke mit je 360 KB Kapazität und, nur im PC-20, eine 10-MB-Festplatte. Weiter konnte der Computer aufgrund der fünf vorhandenen XT-Bus-Steckplätze gut erweitert werden. Die sogenannte AGA-Grafik der Commodore PCs konnte sowohl CGA- als auch MDA- und Hercules-Grafikmodi anzeigen, wodurch die große Mehrzahl der damaligen PC-Programme abgedeckt war (EGA-Grafikkarten waren 1985 noch sehr teuer und wurden daher selten zwingend vorausgesetzt). Vor allem in Europa verkauften sich diese Modelle sehr gut.

Da die Hauptplatine in Braunschweig auf eigenen CBM-8000-Rechnern mit Hilfe der eigenen 8000er-Grafikplatine entwickelt wurde und damit nur eine bestimmte Platinengröße beherrschbar war, musste die Platine in zwei Hälften aufgeteilt werden, die zusammengesteckt wurden.

Während bei den meisten damaligen PCs, einschließlich der IBM-Modelle, der Tastatur-Controller der einzige Schnittstellenbaustein direkt auf der Hauptplatine ("motherboard") war, beherbergte die Platine der Commodore-PCs daneben auch die Controller für zwei Diskettenlaufwerke, eine Centronics-Schnittstelle und eine RS232-Schnittstelle. Damit wurden zwei bis drei Steckplätze eingespart, da fast alle PCs diese Komponenten ohnehin benötigten.

PC-30[Bearbeiten]

Der PC-30 war eine Version des PC-20 mit 20-MB-Festplatte.

PC-10 II, PC-20 II[Bearbeiten]

Praktisch die gleichen Geräte, nur mit einer überarbeiteten, durchgängigen Hauptplatine (Combined Board) und beim PC-20 II mit 20-MB-Festplatte, kein PC-30 mehr.

PC-1[Bearbeiten]

Die Antwort von Commodore auf den PC1 von Atari: Ein PC-10 in einem ultrakompakten Gehäuse mit einem Diskettenlaufwerk, für eine Festplatte und/oder zwei ISA-Steckplätze brauchte man ein zweites, gleich großes Gehäuse mit einer externen Kabelverbindung. Nicht sehr erfolgreich und bald wieder eingestellt.

PC-10 III, PC-20 III[Bearbeiten]

Die gleiche Architektur, nur wesentlich kompakter gebaut. Das Motherboard beherbergte neben den damals üblichen und schon oben genannten Komponenten auch den Controller für zwei MFM-Platten, die Hercules-Grafikkarte und eine (Amiga-)Mausschnittstelle. Die Taktrate konnte über eine Tastenkombination oder über ein Programm auf 9,54 MHz verdoppelt werden; auch eine Steigerung auf 7,16 MHz war möglich.

PC-40 bis PC-70[Bearbeiten]

Hierbei handelt es sich um IBM-kompatible PCs mit 286er, 386er und 486ern, ab PC-60 im Tower-Gehäuse und mit einer zugekauften Hauptplatine, die keine Besonderheit aufweisen.

Noch später wurden nur noch komplette Fremdfabrikate, meist aus Taiwan, als Commodore-PCs verkauft. Bei ihnen war angesichts des enger werdenden Marktes und der wachsenden Konkurrenz durch Discounter wie Vobis und Escom der Ertrag nicht mehr so hoch wie vorher.

In Deutschland wurden u. a. auch Modelle des Commodore PC mit einem 3½"- und einem 5¼"-Laufwerk verkauft.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Commodore PCs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien